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Wibke Bruhns: Trauer um die Nachrichtensprecherin

Die Journalistin Wibke Bruhns ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Sie war unter anderem Nachrichtensprecherin beim ZDF.

In den 70er Jahren war Wibke Bruhns als erste Nachrichtensprecherin im bundesdeutschen Fernsehen beim ZDF zu sehen

In den 70er Jahren war Wibke Bruhns als erste Nachrichtensprecherin im bundesdeutschen Fernsehen beim ZDF zu sehen

Wibke Bruhns war die erste Frau im westdeutschen Fernsehen, die eine Nachrichtensendung präsentierte: Im Mai 1971 schrieb sie bei den ZDF-"heute"-Nachrichten Fernsehgeschichte. Die Journalistin ist am Donnerstagabend im Alter von 80 Jahren verstorben, wie die Familie dem ZDF mitteilte. "Wibke Bruhns war eine Frau mit Haltung und dem Mut einer Pionierin", sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey. "Mit ihrer Hartnäckigkeit und Leidenschaft" habe sie der Nachrichtensendung als erste Frau "ihr Gesicht gegeben".

Bruhns wurde am 8. September 1938 in Halberstadt geboren und wuchs in einigen europäischen Städten auf, unter anderem in Stockholm, Kopenhagen und London. Seit 1962 arbeitete Wibke Bruhns für das ZDF. 1973 verließ sie den Sender nach 380 Nachrichten-Sendungen. Danach war sie für verschiedene Fernsehsender tätig, unter anderem für den WDR und den NDR. 1972 wurde sie Nahostkorrespondentin für die Zeitschrift "Stern", 1995 Leiterin der Kulturredaktion beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB). Für ihre Arbeit wurde sie unter anderem mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet.

Ihr Buch "Meines Vaters Land" (2004) wurde zu einem Bestseller. Darin erzählt sie die Geschichte ihres Vaters Hans-Georg Klamroth, der ein Mitwisser des gescheiterten Hitler-Attentates 1944 war und im gleichen Jahr hingerichtet wurde. 2012 hielt sie in einem weiteren Buch mit dem Titel "Nachrichtenzeit" ihre beruflichen und privaten Erinnerungen fest.

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