HOME

Balmain für H&M: Zeigt her eure Tüten!

Wenn die Modekette H&M eine Designer-Kooperation eingeht, ist der Andrang stets gewaltig. So auch bei der aktuellen Balmain-Kollektion. Der stern hat Kunden mit ihren Einkäufen fotografiert und gefragt, was es gekostet hat.

Balmain H&M

Elodie lebte bis vor kurzem in Los Angeles, ist aber aus beruflichen Gründen nach Hamburg gezogen. Die 25-Jährige shoppte mehrere Kleider, T-Shirts und Röcke und bezahlte insgesamt 407 Euro. Ihr Begleiter Omid hat stolze 3000 Euro ausgegeben, kann nun aber auch 25 Balmain-Entwürfe sein Eigen nennen.

Kaum war sie da, war sie auch schon wieder weg: Die Balmain-Kollektion für die Modekette H&M hat den erwarteten Ansturm ausgelöst. In weltweit 250 Geschäften waren die Entwürfe zu haben und innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Auch online kamen die Server zum Erliegen, die Internetseite www.hm.com war stundenlang nicht zu erreichen. Vielerorts kampierten die Kunden seit den frühen Morgenstunden vor den Filialen, um als einer der ersten das begehrte Bändchen zu ergattern, das den Einlass in den Laden sichert. Zum Auswählen, Anprobieren und Shoppen blieb jedem Interessierten ein Zeitfenster von nur 20 Minuten. Dann waren die nächsten dran.

Verantwortlich für die Kreationen ist der französische Designer Olivier Rousteing. Der erst 30-jährige Modemacher steht seit April 2011 an der Spitze des Traditionshauses und löste Christophe Decarnin ab, der Balmain in den vergangenen Jahren zu einem der begehrtesten Labels machte. Rousteing setzt die Erfolgsgeschichte fort und erreicht mit seinen Entwürfen vor allem ein junges Publikum, was für ein 1945 gegründetes Modehaus nicht selbstverständlich ist.

In den Vierzigerjahren galt Gründer Pierre Balmain als "König der französischen Mode", kleidete Filmstars, Politikergatinnen und Königinnen ein. Der Erfolg des Labels währte bis in die Sechziger. Danach galten Balmains elegante Entwürfe plötzlich als konservativ, die Umsätze gingen zurück, 1977 musste Pierre Balmain sein Unternehmen verkaufen. Es folgte eine turbulente Zeit mit wechselnden Besitzern und Lizenzpartnern. Auch Star-Designer Oscar de la Renta, der das Haus von 1993 bis 2002 führte, konnte Balmain nicht für die Zukunft aufstellen. 2004 stand Balmain kurz vor der Insolvenz und gab seine Haute-Couture-Sparte auf.

Erst Christophe Decarnin, der 2006 vom französischen Label Paco Rabanne kam, machte Balmain wieder begehrenswert - und Olivier Rousteing knüpft nun an diese Erfolgsgeschichte an.

Der stern hat sich in Hamburg auf der Spitaler Straße umgesehen und Käuferinnen und Käufer nach ihren Errungenschaften gefragt.