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Irritierte Leser Die britische "Vogue" erschien mit einem lila Cover – nicht jeder versteht, was dahintersteckte

Historische "Vogue"-Cover in einer Ausstellung
Historische "Vogue"-Cover in einer Ausstellung
© Guy Bell/Shutterstock / Action Press
Kein Foto, keine Schlagzeilen, nur eine lila Fläche – so sieht die aktuelle britische "Vogue"-Ausgabe derzeit aus. Viele Leserinnen des Modemagazins sind verwirrt.

Wunderschöne, oft sehr berühmte Menschen zieren in der Regel das Cover der Modezeitschrift "Vogue". Sie tragen Mode von angesagten Designern und sind außergewöhnlich (gut) gestylt. Rund um das Covermodel prangen knallbunte, fett gedruckte Schlagzeilen, die den interessierten Leser:innen Lust auf den Kauf des Heftes machen und über den Inhalt informieren sollen. So kennt man das Magazin, und so erwartet man es. Doch in diesem Monat erschien die britische "Vogue" in einem völlig anderen Look.

Bis auf den Namensschriftzug ist das Cover komplett einfarbig. Ohne Model, ohne bunte Schrift, ohne alles. Nur sattes Lila. Das irritierte so manche Käufer:innen in Großbritannien. Sie verstanden die Designentscheidung nicht, fanden das Cover nicht schön und rätselten, was wohl dahinterstecken könnte. Auf Twitter tauschten sich mehrere Leser:innen aus – und fanden auch heraus, was es mit der ungewöhnlichen lila Titelseite auf sich hat.

Die "Vogue" ohne Covermodel

Ausgelöst wurde die Diskussion von einer Twitter-Nutzerin namens Leah. Sie teilte ein Foto der aktuellen "Vogue" und schrieb dazu: "Ich glaube, das ist das schlechteste Magazin-Cover, das ich bisher gesehen habe." Eine Frau namens Kate kommentierte: "Ich bin froh, dass nicht bloß ich das gedacht habe." Doch die Design-Entscheidung hat einen ebenso traurigen wie traditionellen Hintergrund: "Die lila 'Vogue' ist anscheinend eine Tradition, wenn ein:e Monarch:in stirbt. Wenn auch keine, von der ich finde, dass sie Sinn ergibt."

Dass sich die aktuelle Leserschaft nicht an diese Tradition erinnern kann, ist nicht verwunderlich: Vor der kürzlich verstorbenen Queen Elizabeth II. regierte schließlich ihr Vater, König George VI, der bereits im Jahr 1952 starb. In diesem Jahr gab es also die letzt lila Ausgabe der "Vogue". Das dürften die meisten heutigen Käufer:innen der Zeitschrift gar nicht mehr miterlebt haben.

Auf Twitter gibt es Verbesserungsvorschläge

Lila war noch in Zeiten des viktorianischen Englands eine Farbe der Trauer, die auch in der Mode neben dem klassischen Schwarz erlaubt war, wenn man ein Familienmitglied verloren hatte. Ein bis zwei Jahre lang wurde traditionell Trauerkleidung in diesen Farben getragen. Daher rührt auch die "Vogue"-Tradition. Doch auf Twitter hätte man sich eine kreativere Umsetzung gewünscht: "Das ist zu gewollt und kommt zu spät", urteilt eine Leserin. "Es sieht aus, als wäre einfach ein Fehler passiert"; schreibt eine andere. Und gleich mehrere Twitter-Nutzer:innen dachten spontan an eine Werbung für Milka-Schokolade.

"Zumindest ein opulentes Foto von lila Seide oder Samtstoff, mit ihrem Namen und ihren Lebensdaten" hätte sich eine "Vogue"-Leserin namens Kate gewünscht. Tatsächlich ein kreativerer und verständlicherer Ansatz, den sich das Magazin vielleicht zu Herzen nimmt – aber hoffentlich erst in vielen Jahrzehnten umsetzen muss.

Quelle:  Twitter

wt

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