Bei den Grammy Awards laufen die Stars normalerweise auf, wie es ihnen passt: in exzentrischen Couture-Roben, bunten Fummeln, schlichten Jeanshosen, sogar splitterfasernackt. Doch in diesem Jahr wirkte es, als hätten sich die Gäste des berühmten Musikpreises abgesprochen: Fast alle erschienen in schwarzen oder weißen Kleidern.
Ein Look, der zur angespannten Situation in den USA passt. Viele Stars nutzten ihre Kleidung als stillen Protest gegen die Trump-Politik und die massive Gewalt gegen Immigranten und Immigrantinnen, ausgeführt durch die Einwanderungsbehörde ICE.
So erschien Lady Gaga in einer dramatischen Gothic-Robe mit Federn von Matières Fécales, Olivia Dean in einem schwarzweißen Kleid von Chanel und auch Justin und Hailey Bieber erschienen ausnahmsweise im Partnerlook. Er trug einen Oversize-Anzug von Balenciaga, sie ein Kleid von Alaïa — beide hatten sich zusätzlich einen "ICE OUT"-Pin angeheftet.
Grammy Awards: Pins als stiller Protest
Schon bei den Golden Globes im Januar 2026 zeigten sich einige Stars mit "BE GOOD"-Stickern am Revers und unterstrichen so ihre Kritik an der Tötung von Renée Good durch einen ICE-Agenten. Protest-Pins sind zwar nicht neu, doch noch immer ein wirksames Mittel, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das zeigte auch die "TIMES UP"-Bewegung 2018, als Hollywoods Schauspielriege gegen sexuelle Übergriffe in der Traumfabrik Stellung bezog.
Zwar trug US-Rapper Bad Bunny am Grammy-Abend keinen Pin an seinem maßgefertigten Schiaparelli-Anzug, doch fand der US-Rapper bei seiner Dankesrede für das beste Album deutliche Worte: "Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen. Wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner." Er erhielt tosenden Beifall.