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London Fashion Week: Armani verzückt London

Britisches Understatement ist nicht seine Sache: Mit einem spektakulären Staraufgebot stahl der italienisches Designer Giorgio Armani seinen englischen Kollegen die Schau. Mit dabei: Beyoncé, Leonardo DiCaprio und Bono.

Mit einer spektakulären Show hat Stardesigner Giorgio Armani (72), der zum ersten Mal neue Kollektionen in London zeigte, den Trend bestätigt: Die Klassiker kommen. Schmale, taillierte Kostümjacken zu knielangen Röcken in gedeckten Farben sind in der Frühjahr- und Sommersaison 2007 nicht nur das Markenzeichen des Italieners, sondern auch bei vielen seiner britischen Kollegen zu sehen.

Neben der jungen "Emporio"-Linie zeigte Armani auch seine Entwürfe für das Hilfsprojekt "Red" (Rot), deren Gewinne zu 40 Prozent in einen Fonds der Afrikahilfe fließen. Umrahmt wurden die Schauen unter anderem von Auftritten der Sängerin Beyoncé (25), des ehemaligen Roxy Music Frontmannes Bryan Ferry (60) und des italienischen Startenors Andrea Bocelli (48). Rockstar Bono, einer der Gründer des "Red"- Projektes, dem sich Unternehmen wie die US-Textilkette Gap, das Kreditkartenunternehmen American Express und der Handyhersteller Motorola mit roten Produkten angeschlossen haben, appellierte, durch den Kauf dieser Teile den Kampf gegen HIV, Malaria und Tuberkulose in Afrika zu unterstützen.

London will Mailand den Rang ablaufen

Armanis Anwesenheit wurde in London als Aufwertung der Fashion Week gewertet. Armani zeigt seine Prêt-á-Porter-Linien in der Regel in Mailand; sein Hauptlabel soll auch diesmal dort Premiere haben. "London ist die kosmopolitischste aller Städte", hatte der Maestro in einem Interview mit der BBC gelobt. "Es ist ein Schmelztiegel der neuesten Entwicklungen auf den Gebieten der Architektur, zeitgenössischer Kunst, Literatur, Film, Musik und Mode." Und dennoch wird London nach Armanis Einschätzung auch in Zukunft Italien als Modezentrum nicht den Rang ablaufen: "In Mailand haben wir die Mentalität und die Produktionskapazitäten zum Schaffen von Mode."

Moss plant Modekollektion

Für Furore sorgte während der Schauen die Nachricht, dass Supermodel Kate Moss (32) selbst Kleidung entwerfen will. Und noch ein anderes Thema lenkte von der eigentlichen Betrachtung der neuen Modetrends ab: Die Diskussionen um superdünne Models, die unlängst in Madrid begonnen hatten, machten auch vor den Laufstegen Londons nicht Halt. Während Fashion-Verbandschef Stuart Rose im Vorfeld der Modewoche die Forderung nach einem Mindestgewicht für Modelle abgelehnt hatte, plädierte der britische Stardesigner Sir Paul Smith für ein Umdenken bei den Casting Agenturen: "Es wäre schön, wenn die Mädchen wenigstens eine Kleidergröße mehr hätten."

Zum Abschluss der Fashion Week zeigte am Freitag der Londoner Julien Mcdonald seine neuen Designs. Insgesamt 50 Modeschöpfer hatten in dieser Woche neuen Kollektionen für 2007 vorgestellt. Aus Deutschland war das Berliner Designduo "c. neeon" bereits zum dritten Mal in die britische Hauptstadt gekommen.

DPA / DPA