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London Fashion Week: Models nach Maß

Ganz London fiebert der Fashion Week entgegen - außer die Models selbst. Drogentest, Magertest, Alterstest - was Models über sich ergehen lassen müssen, bevor sie in London auf den Laufsteg dürfen.

Von Shila Behjat, London

London ist an die Startposition gegangen. Noch ein Tag, dann beginnt hier der Modewahnsinn. Die Aufregung und Vorbereitung für die London Fashion Week - sie sind überall dort zu spüren, wo Mode Menschen begeistert. Doch trotz hitziger Vorfreude auf die verrücktesten Shows, die neusten Trends und die aufregendsten Newcomer, brennt den Fashionistas derzeit eher die Frage auf den Lippen, welchen Body-Maß-Index die Models wohl haben werden. Der "healthy look", so der "Daily Telegraph", werde wohl der größte aller Trends in diesem Jahr werden.

In einer hochkreativen Fantasiewelt wie der der Mode wären bis vor kurzem solche Gedanken noch eben so unmöglich gewesen wie die Frage nach der Mittagspause. Leichenblasse Bohnenstangen, "heroin chic", kleine Mädchen zum Heulen dürr, das alles wurde in Kauf genommen, nur, um keinen Bezug zur Realität zu haben. Alle machten mit. Doch diese London Fashion Week wird eine andere sein.

Denn alle scheinen am gleichen Strang zu ziehen: Den Anfang machte der "British Fashion Council" (BFC), die oberste Modebehörde der Briten. Sie stellte ein Expertenteam aus Designern, Models, Medizinern und Modejournalisten zusammen, um eine Bestandsaufnahme der Branche zu machen. Schon der Zwischenbericht im Juli erschütterte alle: Jedes vierte Model leide an Essstörungen, habe einen BMI von unter 18, der von der Weltgesundheitsorganisation als gesundheitsschädlich und unterernährt eingestuft wird. Eines von zehn Models habe Drogenprobleme. Und alle seien sie viel zu jung, so das Ergebnis.

Models unter 16 Jahren dürfen nicht auf den Laufsteg

Der BFC handelte in einem Punkt sofort und verbannte für diese Modewoche erstmals Models unter 16 Jahren von den Laufstegen. Jugendschutz - ein Prinzip, das allen Beteiligten sofort einleuchtete. Entsprechende Verträge mit den Designern wurden unterzeichnet. Doch nun, kurz bevor der gefürchtete Abschlussbericht des Panels erwartet wird, entpuppten sich sogar die Agenturen als einer der stärksten Verfechter des neuen Gesundheitstrends: Die Modelagentur "Model 1" lehnte es ab, die 22-jährige Charlotte Carter auf den Laufsteg zu schicken, weil sie "zu dünn" sei. Charlotte, ein waschechtes "size zero"-Model, müsse erst einmal zunehmen, dann könne man über ein Engagement verhandeln, so eine Sprecherin der Agentur. "Sie hat ein tolles Gesicht, aber für den Laufsteg in London ist sie einfach zu dünn."

Sehen sich die Modelagenturen in der Bringschuld? Jedenfalls ist "Model 1" nicht die einzige, die gewissermaßen in Vorleistung tritt: Da erwartet wird, dass die Experten sich für Drogentests und Gesundheitszertifikate der Models aussprechen und der BFC diese Forderungen umsetzen wird, treffen die meisten eine "gesunde Vorauswahl", wie es in der "Times" heißt. "Premier Modelmanagement", die Agentur von Christie Turlington und Brenda Costa, bestellte die vorgesehenen Mädchen schon jetzt in die Geschäftsräume, begutachtete streng, wie die Mädchen aussahen, was sie aßen oder eben vor allem nicht aßen. "Aber wie wollen wir wirklich nachprüfen, ob ein Mädchen Drogen nimmt? Das kriegen wir nur raus, wenn sie es uns selbst erzählen würde", so eine Modelvermittlerin der Agentur. Die Geschäftsführerin von Storm Models Sarah Doukas verkündete allerorts, ihre Agentur habe ohnehin nie zu dünne oder zu junge Models benutzt. Vermutlich hatte sie bei all dem guten Willen bereits vergessen, dass sie selbst es war, die die 13-jährige Kate Moss unter Vertrag nahm und damit erst den abgehungerten Drogenjunkie zum Schönheitsideal erhob.

Der Übermut kommt nicht von ungefähr: Zu sehr war die Modebranche von der "size zero"-Debatte gebeutelt und an den Pranger gestellt worden. "Blame couture" nannte der "Daily Telegraph" die Entwicklungen des folgenschweren letzten Jahres, das mit dem Tod der 22-jährigen Luisel Ramos begann. Im August vergangenen Jahres hatte ihr schwaches Herz einfach aufgehört zu schlagen, nachdem sie sich drei Monate lang nur von Salatblättern und Diät Cola ernährt hatte. Ihr Agent hatte ihr "den ganz großen Durchbruch" versprochen, wenn sie noch ein paar Kilo abnehmen würde. Sie starb auf dem Laufsteg, mit einem BMI von 14 - das ist laut WHO Alarm Stufe rot, Lebensgefahr.

"Wir benutzen die Models sowieso nur als laufende Kleiderbügel"

Einen Monat später diskutierte London laut und wild über Laufstegverbote für zu dünne Models, die Modewoche stand bevor. Doch anders als in Mailand oder Madrid zeigten sich hier die Veranstalter liberal. "Der BFC mischt sich nicht in das Ästhetikgefühl der Designer ein", so Leiterin Hilary Riva. Die Agenturen bäumten sich auf. "Wer kann denn überhaupt etwas mit BMI anfangen, das ist doch bei jedem Körper anders", schimpfte die "Daily Mail". Ein anonymer Designer traute sich der "Times" zu sagen: "Uns ist doch ohnehin egal, wie die Models aussehen, wir benutzen sie sowieso nur als laufende Kleiderbügel. Und da ist eben nichts dran." Dann starb im November Ana Carolina Reston mit einem BMI von 13,5 an Nierenversagen. Und die Sao Paulo Modewoche sprach ein Laufstegverbot für Mädchen unter 16 Jahren aus. Brasilien ist laut eines UNO-Berichts das Land, in dem die meisten Mädchen vom Magerwahn besessen sind. Auch Ana Reston wurde eine steile Karriere versprochen wäre da nicht das vermeintlich nicht vorhandene Speckröllchen gewesen.

Jetzt ist London durch die aktuelle Untersuchung in Zugzwang geraten, und schon sehen die konkurrierenden Modelagenturen ganz genau hin: Wie Versuchskaninchen ließen sie die Moderivalen Madrid und Mailand vorpreschen, beobachteten lauernd, wie sehr ihnen die Laufstegverbote schaden würden. Ein Schlag ins Gesicht der Briten: Statt wie befürchtet abzuspringen, kamen alle Designer wieder - und brachten sogar neue mit. Beide Modewochen verzeichneten wachsende Umsätze, ernteten eine brillante Presse, die dazu führen wird, dass das nächste Jahr für sie noch besser laufen wird. Vor allem Madrid gilt als besonders gefürchtet, London den Rang abzulaufen. Durch günstigere Unterbringungskosten ist die Stadt attraktiver - vor allem nun, da sie vom donnernden Medienapplaus begleitet ist. Für London ist die Frage des Profits eine entscheidende: Designmode macht hier einen jährlichen Umsatz von 1,82 Milliarden Pfund, jede Modewoche allein bringt der Stadt mehrere Millionen Gewinn. Die Branche beschäftigt 9300 Menschen und auf das Land verteilt 2400 Firmen und Betriebe. Da kann, da will sich niemand ein schlechtes Image leisten. Dass sie nun einen Trend daraus machen, gesunde Models zu haben, ist schlichtweg eine geniale PR-Kampagne.

Wie abgebrüht die Eingeständnisse und Neuentwicklungen auch seien - sie kommen den Opferlämmern der Modebranche zu Gute und schützen Models vor einem menschenverachtenden Schönheitsideal - und vor sich selbst. Genauso, wie ein Lkw-Fahrer nur acht Stunden am Stück fahren darf - als Schutz für ihn und seine Mitmenschen. Dabei werden Regulierungen bei Modeshows vermutlich nur der Anfang sein. Damit Modeln ein Beruf bleibt - und keine Berufung.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(