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"Alter Schwede" in Hamburg: Goldener Elbstrand-Findling wurde zum Selfie-Hotspot - aber der Lack ist wieder ab

Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch den Findling "Alter Schwede" am Hamburger Elbstrand golden angemalt. Viele Spaziergänger freute es, langsam nähern sich die "goldenen Zeiten" allerdings dem Ende.


Der Stein mit frischem Lack am Mittwoch und mit deutlich weniger Glanz am Freitag. Schieben Sie den Regler hin und her, um die Veränderung zu sehen. Foto: Axel Heimken/dpa

Für viele Besucher und Spaziergänger des Hamburger Elbstrandes ist der Findling "Alter Schwede" die neue Attraktion und zum neuen Hotspot für Selfies geworden. Unbekannte hatten in der Nacht auf Mittwoch den riesigen Stein mit Goldfarbe angemalt und lassen die geologische Attraktion am Elbstrand im Hamburger Stadtteil Övelgönne im neuen Glanz strahlen. 

Auch wenn es die Spaziergänger freut, die Aktion selbst war nicht legal. Der 217 Tonnen schwere Stein steht nämlich unter Naturschutz, darf also weder beschädigt, noch zerstört werden. Die zuständige Behörde "Hamburg Port Authority" (HPA) nimmt sich nun der Sache an und entscheidet in den kommenden Tagen, ob der Findling gold bleibt, oder gereinigt werden soll.

Die Frage könnte sich aber auch von selbst beantworten: Der Stein erhielt nach Angaben der HPA vor einigen Jahren eine Spezialimprägnierung, schreibt die "Mopo". Diese könnte auch der Grund dafür sein, dass am Freitag schon große Teile des Lacks wieder verschwunden waren und das eigentlich Grau des Felsens wieder durchblitzte. Es scheint also beim typischen Hamburger Schmuddelwetter nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die "goldenen Zeiten" vorbei sind. 

Darum heißt der Findling in Hamburg "alter Schwede"

Mit 217 Tonnen Gewicht ist der Hamburger Riese der zweitgrößte Findling Deutschlands, direkt hinter dem "Stein von Altentreptow" (360 Tonnen). Der Stein stammt aus der Elstereiszeit und hat einen beachtlichen Weg hinter sich. Von Südschweden kam er über die Route der heutigen Ostsee-Senke nach Hamburg.

Dort wurde er 1999 geborgen, seit 2000 liegt er am Elbstrand im Hamburger Westen und wurde aufgrund seiner Herkunft und seines Alters "Alter Schwede" getauft.

Verwendete Quellen: "Mopo"

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rös/fk
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