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Wer hat's erfunden?: Vom Mythos um Coca Cola und den Weihnachtsmann

Recht hartnäckig hält sich das Gerücht, Coca Cola habe den modernen Weihnachtsmann erfunden. Wir gehen dem Mythos um den dicklichen Mann mit weißem Rauschebart auf den Grund.

Einer der Weihnachtsmänner aus der Feder des Coca-Cola-Zeichners Haddon Sundblom

Einer der Weihnachtsmänner aus der Feder des Coca-Cola-Zeichners Haddon Sundblom

Wenige Marken betreiben so viel Aufwand wie Coca Cola, um mit Weihnachten in Verbindung gebracht zu werden. Seit Jahrzehnten touren die Weihnachtstrucks des Brauseherstellers in vielen Ländern der Welt durch die Straßen, dazu werden aufwendige Werbekampagnen und weihnachtliche Spots produziert. Und der Aufwand fruchtet offenbar: Noch immer hält sich das Gerücht, Coca Cola habe den erfunden - schließlich trage er doch die Konzernfarben rot und weiß. 

Selbstverständlich ist der Weihnachtsmann keine Erfindung von Coca Cola, sind die Berichte über diesen und vergleichbare Bräuche doch deutlich älter als das 1892 vom Apotheker John Pemberton gegründete Unternehmen. Aber welchen Anteil hat die Firma an seinem heutigen Aussehen? Der im Check. 

Ursprünglich geht die Idee des Weihnachtsmannes zurück auf den Bischof Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei lebte und ein gütiger und großzügiger Mann gewesen sein soll. Der Legende nach warf er einem armen Vater, der nicht genug Geld für die Mitgiften seiner drei Töchter hatte und diese daher prostituieren wollte, an drei aufeinanderfolgenden Nächten je einen Goldklumpen durchs Fenster. Auf diese Geschichte gehen wohl die Bräuche des Schuhestopfens und heimlichen Geschenkebringens zurück. Sein mutmaßlicher Todestag, der 6. Dezember, wurde später zum Feiertag. Manche Berichte über entsprechende Feierlichkeiten datieren zurück bis ins 4. Jahrhundert, eine Zeit also, in der zuckerhaltige Brauselimonade noch in sehr weiter Ferne lag.

Der Weihnachtsmann in verschiedenen Formen

Im Laufe der Jahre entwickelten sich auf dieser Basis viele verschiedene Bräuche und Legenden. So bringt in Russland etwa Väterchen Frost die Geschenke, in den USA Santa Claus, in den Niederlanden Sinterklaas und in Deutschland eben der Weihnachtsmann. So viel zum Brauchtum, aber wie sieht es nun mit seinem charakteristischen Erscheinungsbild mit Mantel und Rauschebart aus?


Tatsächlich hat Coca Cola einen gewissen Anteil an der Verbreitung des Aussehens des Weihnachtsmannes. Der Cartoonist Haddon Sundblom zeichnete 1931 im Rahmen einer Weihnachtswerbekampagne für die Marke einen Weihnachtsmann in der heute bekannten Optik mit rot-weißem Mantel, etwas dicklicher Gestalt, runder Nase und weißem Bart. Die Kampagne wurde ein großer Erfolg und Sundblom zeichnete bis in die 1960er-Jahre hinein jedes Jahr Weihnachtsmänner für Coca Cola. Wohl auch aufgrund dieser Bilder entstand der Mythos, Coca Cola habe das Aussehen des Weihnachtsmannes erdacht.

Auf der Suche nach der richtigen Optik

Bis ins frühe 20. Jahrhundert gab es noch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie der Weihnachtsmann denn nun aussieht. Es gab Zeichnungen mit grünen oder blauen Mänteln, mit spitzen Mützen oder ohne Mützen, es gab eher hagere, finster dreinschauende Weihnachtsmänner und es gab eben welche mit rot-weißen Mänteln und dem ein oder anderen Kilo zu viel auf den Hüften. Letzterer soll sich aber zur Zeit Sundbloms bereits als gängiges Bild des Weihnachtsmannes durchgesetzt gehabt haben.

Eine der ältesten Zeichnungen des Weihnachtsmannes, wie wir ihn heute kennen, geht auf Thomas Nast zurück, einen in Deutschland geborenen US-Amerikanischen Karikaturisten. Dieser zeichnete während seiner Arbeit für das Politmagazin "Harpers Weekly" bereits im Jahr 1863 einen rot-weiß gekleideten, dicklichen Weihnachtsmann mit Rauschebart und jeder Menge Spielsachen unter dem Arm. Von diesen Vorlagen konnte sich Coca-Cola-Zeichner Sundblom dann knapp 60 Jahre später inspirieren lassen. Er erfand also weder den Brauch, noch das Aussehen des Weihnachtsmannes.