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Das Foodtribunal: Nori, Wakame und Kombu: Wie gesund sind Algen wirklich?

Während Algen lange nur Teil der asiatischen Küchen waren, sind sie inzwischen längst auch hier angekommen. Sushi, Wakame-Salat und Kombu-Suppen gelten als heilende Wundermittel aus dem Meer. Aber wie gesund sind Algen wirklich?  

Von Katharina Meyer zu Eppendorf

Frau isst Sushi

Die Noriblätter im Sushi gelten als besonders gesunde Jodquelle (Symbolbild)

Getty Images

Das Gewissen

Harald Lemke ist Philosoph und Ernährungsethiker:

Algen sind unsere Zukunft. Weil sie viele Proteine enthalten, können wir sie anstelle von Fisch und Fleisch essen. In Form von Agar-Agar-Sirup können Algen Gelatine ersetzen, ein tierisches Produkt. Als lebende Pflanzen nehmen Algen schädliches CO2 auf und produzieren Sauerstoff, sind also auch Klimaretter. Weil sie fast überall im Meer wachsen, sind sie eine Ressource im Überfluss. In Asien hat man die Möglichkeiten längst erkannt, dort landet Seetang schon lange auf dem Teller. 

Die Gesundheit

Dr. Christina Steinbach ist Ernährungswissenschaftlerin:

Algen sind vor allem für Vegetarier und Veganer interessant, da sie sehr viel Jod enthalten, das in der Konzentration sonst nur in Fisch zu finden ist. Jod ist zum Beispiel wichtig für die Bildung von Wachstumshormonen. In aktuellen Studien wird außerdem diskutiert, ob Algen den Körper womöglich auch gut mit Vitamin B12 versorgen. Dieses Vitamin kann man sonst nur über tierische Lebensmittel aufnehmen.

Der Geschmack

Sven Nöthel ist Küchenchef im Restaurant Am Kamin:

Auch wenn Alge auf den ersten Blick etwas eklig wirkt: Ich liebe sie. Mein Favorit ist der Queller, er ähnelt einer Sprosse, hat einen frischen Biss und salzigen Geschmack. Mischt man ihn in Salate, knackt jeder Bissen. Entsaftet man ihn, bekommt man entweder ein gutes Dressing oder zusammen mit Gin und Tonic den perfekten Longdrink. Aber auch klassisch passen Algen gut zu Fisch, etwa gegrilltem Lachs. Wer Algen zusammen mit Glasnudeln zubereitet, schmeckt das Meer auf der Zunge. 

Dieser Artikel ist erstmals in der NEON-Ausgabe 02/2018 erschienen.