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Interview

"Helga" in "Die Höhle der Löwen": "Algen sind das Nahrungsmittel der Zukunft"

In "Die Höhle der Löwen" kämpfen die Gründerinnen des Algen-Drinks "Helga" um einen Deal mit den Investoren. Ihr Versprechen: Der Algen-Softdrink soll gut schmecken und gleichzeitig gesund sein. Geht das überhaupt? Wir haben nachgefragt.

Setzen voll auf Grün: Die Gründerinnen Renate Steger, Anneliese Niederl-Schmidinger und Ute Petritsch (v.l.) stellen in "Die Höhle der Löwen" ihren Algen-Drink "Helga" vor

Setzen voll auf Grün: Die Gründerinnen Renate Steger, Anneliese Niederl-Schmidinger und Ute Petritsch (v.l.) stellen in "Die Höhle der Löwen" ihren Algen-Drink "Helga" vor

Frau Niederl-Schmidinger, mit haben Sie ein algenhaltiges Getränk entwickelt. Damit setzen Sie voll auf den Gesundheitstrend. Warum musste es ein Getränk werden - und keine Tablette?

'Ach, ' - das ist oft die erste Reaktion, wenn Menschen von dem Thema hören. Algen wecken bei vielen Menschen zunächst negative Assoziationen. Man kennt sie aus Pools oder Seen, und da sind sie eher ein Ärgernis. Wir aber sind überzeugt: Algen sind das Nahrungsmittel der Zukunft. Und es wäre schön, wenn Menschen über ein Lifestyle-Getränk an das Thema herangeführt werden. Außerdem wollten wir etwas entwickeln, das schmeckt. Keine Medizin machen.

Algen seien das der Zukunft, sagen Sie. Ist das nicht etwas hoch gegriffen?

Wir glauben, dass man um das Thema in der Zukunft nicht herumkommen wird. Die Grundlage aller sind Pflanzen: Obst, Gemüse, auch Tiere brauchen Pflanzen, um zu gedeihen. Die Weltbevölkerung wird in wenigen Jahren auf acht Milliarden Menschen anwachsen, die alle ernährt werden müssen. Algen haben den Vorteil, dass sie 10 bis 20 Mal so schnell wachsen wie Landpflanzen. Und je nachdem, welche Alge man züchtet, vereinen sie ein großes Portfolio unterschiedlicher Nährstoffe.

Sie haben sich für die Mikroalge Chlorella entschieden. Warum?

Wir finden den -Gehalt der Chlorella sehr spannend. Das Vitamin steckt sonst nur in tierischen Produkten, eine Aufnahme ist daher vor allem für Vegetarier und Veganer wichtig. Außerdem ist die Chlorella das Lebensmittel mit dem höchsten Chlorophyll-Anteil und enthält Eisen.

An wen richtet sich das Produkt?

An jeden, dem das Getränk schmeckt und der sich damit etwas Gutes tun will. Uns ist aufgefallen, dass vor allem Sportler gern zu einer Helga greifen. Nach einem Lauf ist das richtig erfrischend.

Wie kommt das Vitamin B12 in die Alge?

Die Chlorella lebt in Symbiose mit einem Bakterium, das das Vitamin produziert. Die Algen nehmen das Vitamin auf, und es reichert sich in der Pflanze an. Bei tierischen Produkten sieht es übrigens ähnlich aus. Die Tiere selbst können das Vitamin nicht bilden, das übernehmen die Bakterien der Darmflora.


Algen wie die Chlorella sind in der Vergangenheit immer wieder durch Belastungen mit Schwermetallen aufgefallen. Wie stellen Sie sicher, dass die Algen keine Schadstoffe enthalten?

Es stimmt, dass Algen Schwermetalle aus dem Wasser aufnehmen können. In der Vergangenheit waren vor allem Algen aus Asien belastet, was ihnen teilweise einen schlechten Ruf eingebracht hat. Wir dagegen beziehen unsere Chlorella aus Deutschland, aus der Altmark. Dort wird sie in einem geschlossenen Glasröhrensystem gezüchtet. So stellen wir sicher, dass die Algen von extrem hoher Qualität sind und keine Schwermetalle enthalten.

Wir haben Helga zum Probieren auch in die Redaktion geschickt bekommen. Ich habe gestern eine Flasche geöffnet, getrunken und jetzt befindet sich darin noch ein kleiner Schluck. Kann ich den noch trinken?

Natürlich. Es ist nicht so, dass die Algen wieder damit anfangen, Photosynthese zu betreiben, sobald die Flasche einmal geöffnet ist. Kühlen würde ich das Getränk nach Anbruch aber schon, es schmeckt dann auch besser.

Leben die Algen im Getränk überhaupt noch?

Nein, das nicht, sie sind inaktiv. Sonst sind die Algen aber nicht weiter verarbeitet, pulverisiert oder zerrieben. Sie sind tatsächlich so klein. Chlorella sind zwischen zehn und zwanzig Mikrometer groß, das entspricht in etwa der Größe einer Stecknadel-Spitze.

Neben der Nährwerttabelle steht, dass man nicht mehr als eine Flasche Helga am Tag trinken sollte. Warum ist das so?

Wir haben Helga zunächst als Nahrungsergänzungsmittel deklariert, weil es Vitamin B12 enthält. Durch diese Bezeichnung sind wir dazu verpflichtet, bestimmte Hinweise auf die Verpackung zu drucken, zum Beispiel "Ersetzt keine ausgewogene Ernährung". Auch eine Maximal-Dosis ist vorgeschrieben. Natürlich kann man so viel Helga trinken, wie man möchte. Aber wir dachten uns, dass eine Flasche am Tag ein guter Ansatz ist.

Wie kam’s eigentlich zu dem ungewöhnlichen Namen?

Wir haben mit dem Wort Alge herumgespielt und sind über den englischen Begriff "Healthy Algae", also gesunde Alge, auf Helga gekommen. Der Name kommt aus dem Schwedischen und bedeutet "die gesunde Glückliche". Einen passenderen Namen hätten wir nicht finden können.

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