HOME

Die Kultserie wird 20: Ich mag Carrie Bradshaw nicht besonders - und trotzdem liebe ich "Sex and the City"

"Sex and the City" feiert 20-jähriges Jubiläum. Unsere Autorin ist ein Riesenfan der Serie - obwohl sie die Protagonistin nicht ausstehen kann. Für sie ist ein ganz anderer Charakter der Held der Serie. 

Eine Szene aus der Serie "Sex and the City"

Die Clique aus "Sex and the City": Miranda (Cynthia Nixon), Charlotte (Kristin Davis), Samantha (Kim Cattrall) und Carrie (Sarah Jessica Parker)

Picture Alliance

Heute feiert "Sex and the City" 20-jähriges Jubiläum! Yay! Als die 1998 zum ersten Mal im Fernsehen lief, war ich sechs Jahre alt. Nicht gerade die Zielgruppe also. Trotzdem habe ich mittlerweile jede Folge mindestens zwölf mal gesehen. Natürlich habe ich nicht damit angefangen, als ich ein Kind war. 

Mit 18 habe ich mir die komplette Serie auf DVD gekauft, ohne vorher je eine ganze Episode gesehen zu haben. Das war 2011, also sieben Jahre, nachdem die Serie zu Ende ging. Ich dachte mir: Was damals so gehypt wurde, kann ja nicht schlecht sein. Und ich sollte Recht behalten. Ich liebe "Sex and the City" bis heute. Während ich diesen Artikel schreibe, bekomme ich schon wieder Lust, die Serie noch ein Mal wegzubingen. Und nein: Sie wird nie langweilig. 

"Sex and the City"? Lieber ohne Mr. Big!

In den letzten Jahren liest man immer wieder Artikel darüber, dass die Serie aus heutiger Sicht in manchen Dingen dann doch eher rückständig ist. Und natürlich haben sie Recht. Dass Carrie meint, sie glaube nicht an Bisexualität, oder dass Samantha ihren Freund verlässt, weil er einen zu kleinen Penis hat, ist ziemlich diskriminierend und bescheuert. Und die Tatsache, dass Carrie unglaublich viel Geld für Klamotten und Taxifahrten ausgeben kann, ohne kurz vor dem Bankrott zu stehen, kann man auch kaum glauben. 

Aber ich mag Carrie sowieso nicht besonders. Ja, richtig gehört: Ich mag die Protagonistin meiner Lieblingsserie nicht. Und jetzt haltet euch fest: Mr. Big finde ich scheiße. Ihr könnt euch denken, dass ich das Staffelfinale nicht gerade gefeiert habe. Candace Bushnell, die Autorin des Buches, auf dem die Serie basiert, erzählte 2017 in einem Interview mit "The Guardian": "Ich glaube, im wahren Leben wären Carrie und Big am Ende nicht wieder zusammengekommen." Das Happy End hätte es nur für die Zuschauer gegeben. "Wir haben nicht daran gedacht, was für eine Auswirkung das zehn Jahre später haben würde."

Miranda: Emanzipiert, zynisch und ehrlich

Mein Lieblingscharakter war schon immer Miranda: Emanzipiert, zynisch und ehrlich. Damit konnte ich mich als 18-Jährige identifizieren. In ihrem Leben drehte sich nicht immer alles um Männer und Klamotten. (Jetzt wo ich drüber nachdenke, scheint Mirandas spontaner Heiratsantrag an ihren Freund mich mehr beeinflusst zu haben, als ich dachte.

Trotzdem gucke ich gerne dabei zu, wie sie sich immer wieder in Mr. Big verliebt - und rege mich gerne jedes Mal darüber auf. Ich denke, zur Feier des Tages werde ich mich heute Abend vor den Fernseher schmeißen und wieder bei Folge 1 anfangen. Ein dreizehntes Mal.