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"Trump: An American Dream" auf Netflix: Diese Doku solltet ihr sehen - auch wenn ihr denkt, schon alles über Trump zu wissen

Wir würden Donald Trump ja gerne für einen Zufall halten. Für einen Unfall, der irgendwie aus Versehen passiert ist. Die Doku-Reihe "Trump: An American Dream" belehrt uns eines besseren - auch anhand aberwitziger Anekdoten aus dem Leben des Donald.

Donald Trump im Jahr 1991

Donald Trump im Jahr 1991

Picture Alliance

Wer könnte das Leben und Wirken des Donald Trump besser auf den Punkt bringen als seine eigene Mutter? Sie braucht dafür nicht mehr als eine kleine Erinnerung an seine Kindheit. Damals spielte Klein-Donald gerne mit Bauklötzen. Eines Tages fragte er seinen Bruder, ob er sich auch mal dessen Bauklötze leihen dürfe. Der Bruder willigte ein - und Donald gab sie ihm nicht mehr zurück. Stattdessen klebte er seine Bauklötze mit denen des Bruders zusammen. Automatisch zieht der Zuschauer an dieser Stelle Parallelen zu Karriere in der Baubranche, die er mit geliehenem Geld und Steuererlässen ankurbelte.

Die Anekdote ist eine der bezeichnendsten in "Trump: An American Dream", einer an bezeichnenden nicht eben armen Dokumentation über den aktuellen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die vier Episoden, die seit Kurzem auf Netflix zu sehen sind, versammeln rare und weniger rare Aufnahmen aus dem Leben des Donald. Außerdem kommen zahlreiche seiner Freunde und Feinde zu Wort.

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Donald Trump: Wie konnte er so weit kommen?

Es liegt in der biografischen Natur der Sache, dass dabei nicht allzu viele heiße Neuigkeiten enthüllt werden. Trotzdem funktioniert die Doku dank ihrer spannenden Erzählstruktur als atemberaubendes Erklärstück, wie es so weit kommen konnte. Wie er so weit kommen konnte. Wie der "größte Hochstapler aller Zeiten" (David Cay Johnston, Autor des Bestsellers "The Making of Donald Trump") zum Präsidenten der werden konnte.

Obwohl oder gerade weil die Macher wichtige Aspekte (seine , seine Russland-Connection, die Vorwürfe sexueller Belästigung) beinahe völlig außer Acht lassen, gelingt ihnen eine komprimierte Analyse, die den Betrachter am Ende fassungslos zurücklässt und noch lange beschäftigt. Dabei bedienen sie sich immer wieder absurder Anekdoten aus dem Trumpschen Imperium, die das Bild dieses Getriebenen nur noch schärfer zeichnen - zum Beispiel:

Trump denkt auch im Trauerfall nur an Trump

Im Oktober 1989 kamen drei hochrangige Mitarbeiter von Trumps Casinos in Atlantic City bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Trumps Trauer war anschließend zumindest öffentlich nur von kurzer Dauer - zu beschäftigt war er, in jedem Interview zu erwähnen, dass er um ein Haar selbst in den Helikopter gestiegen wäre: "Es war eine 50-50-Situation."

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Diese abenteuerliche Erklärung soll Trump als Argument für außerehelichen Sex bemüht haben. Den Einwand, dass es sich aber doch um seine eigenen Kinder handele, soll er dabei nicht gelten gelassen haben. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Anekdote: Das Schlimme ist, dass wir uns mühelos vorstellen können, dass er es gesagt hat. Und genau so meint.

Trump gibt sich schon mal als sein eigener Sprecher aus

Die Trennung von Ivana im Jahr 1990 bedeutete den Startschuss für eine turbulente Zeit im Privatleben des Donald. Dass er sich Ende der 90er beim Werben um Carla Bruni die Zähne ausbiss, konnte Trump aber offenbar nicht auf sich sitzen lassen. Also rief er bei einer New Yorker Klatschreporterin an und gab sich als sein eigener PR-Berater aus: Das damalige französische Supermodel sei der Grund für Trumps Trennung von seiner zweiten Ehefrau Marla Maples, ließ er dabei verlauten. Bruni habe sogar Rockstar Mick Jagger für Trump verlassen, betonte Trump dabei in seiner Rolle als persönlicher Sprecher von sich selbst - davon zeugt die Aufnahme des Anrufs, die in der Doku zu hören ist. Die spätere Ehefrau von Nicolas Sarkozy bezeichnet Trumps Aussagen bis heute als Lügen.

Als fiktiver Filmstoff viel zu abwegig

Es sind diese und weitere Absurditäten eines absurden Lebensweges, die "Trump: An American Dream" so sehenswert machen. Ein Lebensweg, der als fiktiver Filmstoff viel zu abwegig erscheinen würde. Sollte aber doch einmal jemand auf die Idee kommen, ihn zu verfilmen, hätte schon eine Idee, wer ihn spielen könnte: "Vielleicht ich selbst", antwortet er auf die entsprechende Frage in einem Interview aus dem Jahr 1980.

Kollegah