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Streamingdienst: Spotify testet Blockierfunktion – hat R. Kelly etwas damit zu tun?

Der schwedische Streamingdienst Spotify testet nun eine neue Funktion, mit der unliebsame Künstler blockiert werden können. Steckt dahinter etwa der Fall des amerikanischen Popsängers R. Kelly?

Spotify ist auf einem Laptop geöffnet

Hat R. Kelly etwas mit der neuen Blockierfunktion bei Spotify zu tun?

Unsplash

Zum Beispiel Chris Brown: Der 29-jährige Sänger ist am Montag in Paris wegen Vergewaltigungsverdachts zwischenzeitlich festgenommen worden, nachdem eine Frau ihn beschuldigt hatte, sie gemeinsam mit einem Freund und seinem Leibwächter vergewaltigt zu haben.

Zum Beispiel R. Kelly: Seit Jahren machten gegen ihn Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs die Runde. Nach der Veröffentlichung der Lifetime-Dokumentation "Surviving R.Kelly" wurde der Fall wieder neu aufgerollt. Darin kommen zahlreiche Frauen zu Wort, die dem 51-Jährigen sexuelle Übergriffe vorwerfen.

Zum Beispiel XXXTentacion. Zum Beispiel Nelly. Zum Beispiel Kodak Black. Die Liste der Musiker, die Frauen vermeintlich missbraucht, vergewaltigt oder verprügelt haben sollen, ist lang. Und trotzdem hat es ihnen nicht geschadet (R. Kelly jetzt einmal ausgenommen). Ganz im Gegenteil: In ihrem Artikel "How Hip-Hop Rewards Rappers for Abusing Women" hat die amerikanische Journalistin Amy Zimmerman zusammengetragen, dass auffallend oft jene Künstler besonders erfolgreich sind, die wegen Gewaltdelikten, vor Gericht standen. Möglicherweise könnte sich das jetzt ein bisschen – wenn auch nur ein kleines bisschen – ändern.

Spotify testet "neue Funktion"

Denn Spotify testet nun eine neue Funktion, mit der unliebsame Künstler blockiert werden können. Bei der Smartphone-Anwendung des Streamingdienstes können Nutzer neuerdings direkt im Profil der jeweiligen Musiker anklicken, dass diese nicht mehr gespielt werden sollen. Dann werden die Künstler ausgespart, wenn Spotify automatisch Musik abspielt. Wer den gesperrten Künstler wieder hören mag, muss den Vorgang aktiv rückgängig machen.

Ob man damit auf die vielfach geäußerten Forderungen von Nutzern nach einer solchen Option eingeht – auch im Hinblick auf jene Künstler, die sich wegen Missbrauchsvorwürfen verantworten müssen – wollte das schwedische Unternehmen gegenüber NEON nicht bestätigen. "Wir testen ständig neue Produkte und arbeiten daran, das Nutzererlebnis zu verbessern. Zu diesem Zeitpunkt haben wir aber keine weiteren Neuigkeiten oder Details zu diesem speziellen Funktionstest."

Nicht die erste Maßnahme gegen Hass-Inhalte

Mit anderen Worten: Spotify testet diese neue Funktion. Jeder Nutzer hat es nun selbst in der Hand zu entscheiden, einen Künstler wie eben R. Kelly zu blockieren. In der Vergangenheit hatte Spotify bereits Regeln vorgestellt, mit denen der beliebte Streamingdienst gegen hasserfüllte Musikinhalte und Künstler vorgehen wollte, die mindestens im Verdacht stehen, selbst gewalttätig zu sein. Dass sie dabei aber nicht immer konsequent waren, zeigt der Fall XXXTentacion. Der Rapper wurde zwar zunächst zensiert, tauchte kurz darauf aber wieder in den offiziellen Playlisten von Spotify auf. 

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Quellen: Stern / Spotify / AFP / Pitchfork / The Daily Beast