HOME

Mysteriöse Botschaft?: Warum in einer Bücherei in Schottland so viele Bücher auf Seite 7 markiert sind

Eine Bibliothekarin in Schottland hat eine verblüffende Entdeckung gemacht: In zahlreichen Büchern in ihrem Sortiment ist die Zahl 7 am Seitenende unterstrichen worden. Was hat das zu bedeuten?

Bücherei in Schottland

In einer Bücherei im schottischen Dundee findet sich auf der siebten Seite vieler Bücher eine Botschaft (Symbolbild)

Georgia Grainger ist Bibliothekarin im schottischen Dundee und hat eine blühende Fantasie. Zumindest ist das eine gute Erklärung dafür, dass sie als erstes an einen Serienkiller denkt, als eine Kundin sie auf eine Seltsamkeit aufmerksam macht: "Bei jedem Buch, das ich ausgesucht habe, ist auf der jeweiligen Seite die Zahl Sieben unterstrichen", sagte die ältere Frau zu Grainger.

Vielleicht liebe einer der Leser die Seite 7 einfach ganz besonders, erwiderte Grainger zunächst: "Obwohl ich natürlich annahm, dass sich ein Serienkiller in der Bücherei herumtreibe." Grainger ließ sich von der Dame weitere Bücher mit der entsprechenden Markierung zeigen. Bei Twitter berichtet sie ausführlich von der mysteriösen Entdeckung: Besonders häufig seien die unterstrichenen Siebenen bei Romanzen zu finden, die während des Zweiten Weltkrieges in England spielen.

Bücherei in Schottland: Botschaft auf Seite 7

Als Grainger schließlich ihrer Chefin davon erzählt, stellt sich aber schnell heraus, dass es sich weder um einen Serienkiller noch um eine mysteriöse Geheimbotschaft handelt. Die Vorgesetzte erklärt Grainger, dass viele ältere Bücherei-Kunden Codes entwickelt hätten, um zu kennzeichnen, welche Bücher sie bereits gelesen hatten.

Nicht alle würden dabei die Seite 7 unterstreichen. Grainger schreibt auf Twitter: "Unsere Computer scannen automatisch, welches Buch gelesen wurde." Bevor die Technik das überhaupt ermöglicht habe, hätten die Menschen eben andere Ideen gehabt: "Also unterstreicht Kundin Esther die Zahl Sieben, während Anne einen kleinen Stern auf die letzte Seite malt. Kunde Fred schreibt zum Beispiel einfach den Buchstaben f auf die Titel-Seite."

Wie eine Sprecherin der Bücherhallen Hamburg auf NEON-Anfrage mitteilt, seien derartige Praktiken in Deutschland übrigens nicht verbreitet. Vielleicht merken sich die Menschen hierzulande einfach besser, welche Bücher sie bereits gelesen haben.

Kollegah
tim
Themen in diesem Artikel