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Bei "Saturday Night Live": Bizarrer TV-Auftritt: Kanye West lobt Trump - und trägt Pulli von Trump-Widersacher

Er heißt jetzt nur noch Ye und unterstützt mal wieder Trump: Kanye West verstörte mit einem bizarren TV-Auftritt in der US-Show "Saturday Night Live" Publikum und Fans.

Kanye West

Kanye West legt in der US-Show "Saturday Night Live" einen bizarren Auftritt hin

Picture Alliance

"Ich hasse es Bipolar zu sein. Es ist großartig", stand groß in grüner Schrift auf Kanye Wests letztem Album. Selten beschrieb ein Albumtitel so sehr den Gemütszustand des jeweiligen Künstlers. Erstmals legte der US-Rapper damit offen, warum er im November 2016 auf Betreiben seines Arztes in die Psychiatrie eingewiesen und wegen andauernder Panikattacken behandelt wurde. Anderthalb Jahre zog er sich anschließend zurück, um im April wieder aus der Versenkung aufzuerstehen. Nur scheint West seitdem noch verrückter zu sein.

Im Interview mit dem Internetportal "tmz.com" ließ er kurzerhand verlauten: "Wenn man von über 400 Jahre langer Sklaverei hört. 400 Jahre lang? Das klingt für mich nach eigener Wahl." Natürlich folgte darauf ein Shitstorm. Doch Kanye West wäre nicht Kanye West, wenn er nicht irgendwie daraus Profit schlagen würde: Er lenkte den Fokus auf seine Musik. Binnen fünf Wochen veröffentlichte er fünf Alben, auf denen er entweder selbst zu hören war oder als Produzent mitwirkte. Anschließend wurde es wieder etwas ruhiger um den 41-Jährigen. Doch jetzt meldete sich der selbsternannte Gott wieder zurück: mit einer Namensänderung, einem merkwürdigen TV-Auftritt in der amerikanischen Fernsehsendung "Saturday Night Live" und einem angekündigten Album, das nicht er veröffentlichte.

Kanye West heißt jetzt Ye

Es fing alles am Samstagabend an. West ließ auf Twitter in merkwürdiger Sprache verlauten: "Das ehemals als Kanye West bekannte Wesen. Ich bin YE." Seinen Account nannte er gleich mit um. Bereits einen Tag zuvor hatte er sein neues Album "Yandhi" für Samstagnacht angekündigt. Dazu veröffentlichte er in den sozialen Netzwerken einen musikalischen Ausschnitt.

Es folgte sein kontroversester Fernsehauftritt seit langem – und das lag nicht etwa an seiner Performance als Perrier-Flasche. Albernheiten dieser Art gehören inzwischen bei Ye zum Programm. Vielmehr ging es darum, was der Rapper sagte, als die Kameras aus waren. West hielt dem als links-liberal geltenden Publikum einen Vortrag. Das zeigen mehrere Videos, die Comedian Chris Rock in seiner Instagram-Story hochlud.

Darin spricht der Rapper unter anderem über Donald Trump. Er nahm den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten in Schutz – nicht zum ersten Mal. Ihm gehe es um "Dialog, nicht um Hetze", sagte West während er eine roten Kappen mit der Aufschrift "MAGA" ("Make America Great Again") trug. Das Kuriose dabei: Er trug dazu einen Pullover mit dem Namen des US-Footballers Colin Kaepernick. Der stellt so ziemlich das komplette Gegenteil des Präsidenten dar. Trump nannte Kaepernick im Zorn einen "Hurensohn", weil er sich weigerte, während der Nationalhymne im Stadion aufzustehen – um gegen die Rassenungerechtigkeit in den USA zu protestieren.

Anschließend erneuerte West seine Absicht, 2020 selbst als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Nur sehr vereinzelt erntete er Applaus, dafür aber laute Buhrufe. Ein flammendes Pro-Trump-Plädoyer, eine Namensänderung und ein komischer TV-Auftritt. Da stellt sich die Frage: Was ist schon wieder mit Ye los?

Alles dafür, um im Gespräch zu bleiben

Vermutlich geht es West mal wieder um PR. Schließlich hat er sein neues Album "Yandhi" angekündigt. Das sollte eigentlich nach der "SNL"-Performance am Samstagabend (US-Zeit) veröffentlicht werden. Doch bisher geschah nichts.