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Aktuelle Studie: Immer mehr Amerikanerinnen bleiben Singles – weil die Männer pleite sind

Viele Frauen in den USA würden gerne heiraten – sie finden aber keinen Mann, der ihnen den gewünschten finanziellen Standard bieten kann. Das behauptet eine aktuelle Studie.

Mann ohne Geld

Kein Geld, keine Frau

Getty Images

Eine Traumhochzeit mit dem Traummann, davon träumen viele Frauen, vor allem in den oft noch konservativ geprägten USA. Doch oft bleibt der Traum unerfüllt. Einen Faktor, der vermutlich maßgeblich dazu beiträgt, haben Forscher in einer aktuellen Studie analysiert: die finanzielle Lage der Männer. Oder anders gesagt: den Anspruch der single ladies daran.

Denn in vielen Fällen sieht es um die Finanzen der männlichen Singles alles andere als rosig aus. "Viele amerikanische Frauen würden gerne heiraten, aber durch den Mangel an heiratsfähigen Männern wird das zunehmend schwieriger", fasst Wissenschaftler Daniel T. Lichter von der Cornell University in Ithaca, New York, das Ergebnis der Studie zusammen.

Können amerikanische Single-Männer eine Familie ernähren?

"Heiratsfähig" – so klassifizieren gemäß der Analyse der Autoren Single-Frauen solche Männer ein, die einen festen, sicheren Job und ein gutes Einkommen haben. Die Sichtweise, dass der Mann für die Ernährung der Familie zuständig ist, ist immer noch weit verbreitet. Solche Typen aber sind in den Vereinigten Staaten rar gesät. Zumindest gibt es zu wenige, um alle Frauen ohne Partner zufriedenstellen zu können.

Zu dieser Erkenntnis kamen die Forscher, indem sie schon verheiratete Männer mit unverheirateten verglichen. Anhand sozioökonomischer Merkmale wie Alter, Herkunft, Berufsfeld und Einkommen wurde analysiert, für welche Männer sich verheiratete Frauen entschieden hatten. Die Forscher gingen davon aus, dass Single-Frauen sich auch für den gleichen Typ Mann interessieren wie Frauen, die schon verheiratet sind und die gleichen Merkmale wie sie aufweisen.

Die Ansprüche der Frauen steigen

Das Problem: Die so ermittelten "potenziellen Ehemänner" – also solche, die aus ökonomischer Sicht den Ansprüchen der Frauen genügen würden – hatten ein 58 Prozent höheres Einkommen als der durchschnittliche Single-Mann. 30 Prozent mehr von ihnen waren fest angestellt, 19 Prozent mehr hatten einen College-Abschluss. Ein klassisches Verteilungsproblem also.

Und was ist mit Liebe? "Die Basis von Hochzeiten ist immer noch Liebe", beruhigt Lichter, fügt im gleichen Atemzug jedoch an: "Aber Heiraten ist auch eine wirtschaftliche Transaktion. Viele junge Männer heute haben zu wenig zu bieten." Ein hartes Urteil für die Single-Männer, die zum Beispiel unter hohen Studiegebühren oder der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt leiden – und Besserung ist nicht in Sicht. Das Bildungsniveau der Frauen gleicht sich immer mehr dem der Männer an und überholt es oft sogar, dadurch steigen die Ansprüche an mögliche Ehepartner weiter. Vielleicht sollte man in den USA doch noch einmal genauer über Geschlechterrollen in einer Partnerschaft nachdenken.

Quellen: Studie "Mismatches in the Marriage Market" / Pressemitteilung