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Meinung

Emmy-Verleihung 2018: Heiratsantrag vor Millionenpublikum: Warum das Fremdscham pur ist

Glenn Weiss schwitzt, seine Freundin weint und die Menge johlt – denn der Regisseur hat seiner Jan gerade einen Heiratsantrag gemacht. Auf der Bühne der Emmy-Verleihung. Manche mögen das romantisch finden, unsere Autorin findet es ganz, ganz schlimm.

Heiratsantrag bei den Emmys

Und nochmal für die Kameras – geht es bei so öffentlichen Heiratsanträgen, wie dem von Glenn Weiss bei den Emmys, eigentlich noch um das Paar selbst?

Picture Alliance

Auf der Bühne der siebzigsten Emmy-Verleihung, der höchsten Auszeichnung für TV-Produktionen der USA, steht Glenn Weiss. Er hat den begehrten Preis gerade für seine Regieleistung bei der diesjährigen Oscar-Verleihung bekommen. Jetzt steht er also da auf der Bühne, vor einem Saal voller Menschen und Kameras, die das Spektakel in Millionen Haushalte übertragen – und er schwitzt. 

"Meine Freundin ist das Licht in meinem Leben", sagt er, "aber ich will dich nicht mehr meine Freundin nennen, sondern meine Frau." Und die Menge tobt. Jan, so heißt seine Freundin, weint. Ganz schwindelig vor Emotion und gestützt von zahlreichen berühmten Händen, torkelt sie auf die Bühne zu ihrem Liebsten. "Oh my God", haucht sie immer wieder, "oh my God", und schielt nervös Richtung ekstatisch klatschende Menschen, während ihr Freund vor lauter Aufregung die Reihenfolge seines Antrags versemmelt. Erst aufs Knie, dann fragen, dann der Ring, Glenn. Nicht andersrum.

Und während alle, auf die die Kamera gerade gerichtet ist, schockiert tun oder ein kleines Tränchen rausquetschen, versuche ich, meine Nackenhaare wieder zu beruhigen, während ich vorsichtig hinter meiner Hand hervorluschere. Wieso, Glenn? Wieso?

Heiratsantrag bei den Emmys

Gerade hat Glenn Weiss seinen 14. Emmy erhalten – jetzt kniet er auf der Bühne und macht seiner Jan einen Heiratsantrag

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Ich bin weder verheiratet, noch verlobt, noch überhaupt in einer Beziehung – und trotzdem habe ich schon jetzt echte Panik davor, dass ich mich irgendwann inmitten eines öffentlichen Heiratsantrags wiederfinden werde. Wieso irgendjemand glaubt, dass das mehr als die zwei Menschen angeht, die daran direkt beteiligt sind, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Ein paar Freunde oder die Familie dabei – gut, das kann ich sogar noch nachvollziehen. Wär jetzt auch nicht meins, aber ich kann schon verstehen, dass man das ganze Glück direkt mit den Liebsten teilen will. ABER DIE EMMYS, GLENN? DIE EMMYS?

Sollte es beim Heiratsantrag nicht um das Paar gehen?

Es fängt doch schon damit an, dass der Antragsteller (oder die Antragstellerin) in diesem Moment ohnehin so nervös ist, dass das zusätzliche Adrenalin, das durch die MILLIONEN zusehenden Augen produziert wird, nicht unbedingt förderlich sein dürfte. Und unter anderem dazu führt, dass man erst den Ring ansteckt, dann noch einen kecken Witz in die Kamera macht, während die Menge jubelt, dann fragt, ob die Gute das denn überhaupt will und dann aufs Knie geht. 

Würde man hinterher fragen WIESO BEI DEN EMMYS, GLENN? WIESO?, würde Glenn vermutlich antworten, dass er wollte, dass die ganze Welt weiß, wie sehr er seine Jan liebt. Mhm. Schön. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass du das in dem Moment, in dem du ihr diese doch sehr wichtige Frage gestellt hast, vor lauter Aufregung selbst ein bisschen vergessen hast. Wie auch nicht? Und auf einmal geht es nicht mehr nur um euch und diesen Moment, sondern auch noch um alle anderen.

Das gilt nicht nur für Jan und Glenn, sondern auch für alle, die sich auf irgendwelche Fußballfelder knien und in Halbzeitpausen für Fremdscham sorgen, oder bei Adele, John Legend oder sonstigen "romantischen" Konzerten vor tausenden völlig fremden Menschen sehr private Informationen preisgeben.

Und davon mal ganz abgesehen, ist das irgendwie auch emotionale Erpressung. Ich will Glenn und Jan da jetzt überhaupt nichts unterstellen, aber wenn sie den Kerl nicht wenigstens ein bisschen mögen würde, wäre sie nicht mit ihm zusammen. Und wenn man jemanden auch nur ein kleines bisschen mag, dann will man nicht, dass diese Person sich in Grund und Boden blamiert. Weshalb man eigentlich gar keine andere Wahl hat, als Ja zu sagen. Und jemanden nicht heiraten wollen und gar nicht mit der Person zusammen sein wollen, sind zwei sehr verschiedene Dinge.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.