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"The Rock": Dwayne Johnson spricht über seine Depression: Warum das unheimlich wichtig ist

Er ist einer der erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods. Dwayne Johnson ist muskelbepackt, mit 1,96 Metern ein wahrer Hüne im Filmgeschäft – und er spricht immer wieder offen über seinen Kampf mit Depressionen. Wieso sich viele eine Scheibe von "The Rock" abschneiden können.

Dwayne The Rock Johnson

Dwayne "The Rock" Johnson spricht immer wieder offen über seinen Kampf mit Depressionen

Picture Alliance

Er ist 1,96 Meter groß, muskelbepackt, ehemaliger Wrestler – ein Hüne von einem Mann. Dwayne "The Rock" Johnson gilt zur Zeit als einer der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods. Frauen liegen ihm zu Füßen, Männer wären gerne mehr wie er. Er ist das, was Franz Josef Wagner, Chef-Kolumnist der "Bild"-Zeitung, wahrscheinlich als einen "echten Mann" beschreiben würde.

Umso bedeutender ist es, dass Dwayne Johnson immer wieder offen über seinen Kampf mit Depressionen spricht. In einem Interview mit dem britischen "Express" erzählte er nun von einer der schwersten Zeiten seines Lebens: "Ich war irgendwann an einem Punkt angelangt, an dem ich nirgendwo hingehen und nichts machen wollte. Ich weinte nur noch."

Was Herr Wagner wohl dazu sagen würde? Echte Männer sollen sich gegenseitig aufs Maul hauen und dabei männliche Sachen sagen, aber nicht weinen – oder? Während Frauen am Besten mütterlich, aber sexy, elegant, aber auch kumpelhaft, empathisch, aber nicht zu weinerlich sein sollen, haben Männer mit ihren ganz eigenen Schubladen zu kämpfen. Wer sich beispielsweise für Theater, Ballett oder Malerei interessiert, ist laut Herrn Wagner kein richtiger Mann. "The Rock" dürfte da für ihn ein ziemliches Dilemma darstellen. Ein per Wagner-Definition "echter Mann", der offen zugibt, zu weinen? Wuuooaaahhhh. Hört ihr das entfernte Klirren der zusammenbrechenden Weltansichten? 

Dwayne The Rock Johnson als Wrestler

Dwayne "The Rock" Johnson wurde einst als Wrestling-Star gefeiert

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Dwayne Johnson steht für den modernen Mann

Der Grund für "The Rocks" offenen Umgang mit seiner Depression ist übrigens ganz einfach. In einem Beitrag für US-Talkmasterin Oprah Winfrey sagte er 2015: "Ich habe herausgefunden, dass es bei Depressionen unheimlich wichtig ist, festzustellen, dass man nicht alleine ist." Vor Kurzem hatte ihm ein Fan eine Nachricht geschrieben. Er kämpfe mit Depressionen. Johnson antwortete: "Ich verstehe dich gut. Ich habe dieses Biest mehr als einmal zu Boden gerungen."

Männer wie Dwayne "The Rock" Johnson sind unheimlich wichtig, weil sie für eine Entwicklung weg von Geschlechter-Stereotypen stehen. Es ist in Ordnung, ein muskelbepackter Ex-Wrestler zu sein und trotzdem zu seinen Gefühlen zu stehen. Himmel, vielleicht geht er sogar ab und zu gerne ins Ballett, malt was schönes – oder er spielt gerne Eishockey. Der Punkt ist: Es ist völlig egal. Denn keines dieser Dinge definieren ihn als Mann. Er teilt gerne Bilder von sich im Fitnessstudio, verschwitzt und mit riesigen Gewichten auf den Schultern. Und er teilt Videos von seiner kleinen Tochter. Er spielt den Muskel-Macho und schreibt zum Internationalen Frauentag: "An alle Frauen da draußen, ich stehe stolz an eurer Seite, um euch zu ehren, zu beschützen und zu respektieren." Er trägt ein Tütü mit dem gleichen Stolz wie seine Sportklamotten. Und er kann offen über die schwärzesten Zeiten seines Lebens sprechen. Gibt es etwas Männlicheres?