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Gefahren von Cola und Co.: Warum du weniger Softdrinks trinken solltest – und wie dir das gelingen kann

Ob mit Zucker oder Süßstoff – wer regelmäßig Softdrinks konsumiert, gefährdet seine Gesundheit, sagt eine aktuelle Studie. NEON gibt Tipps, wie du der süßen Sucht entkommst.

Frauen mit Drinks

Softdrinks sind bei vielen Menschen fester Bestandteil des Alltags. Doch zu viel davon, ob mit Zucker oder ohne, kann die Gesundheit gefährden, sagt eine aktuelle Studie.

Getty Images

"Jetzt eine kalte Cola!" Wer kennt dieses Gefühl nicht: Nach einem unterzuckerten Tag in der Stadt oder an einem müden Nachmittag am Schreibtisch gönnt man sich einen Softdrink. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt es kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke aus industrieller Produktion – und für viele Menschen auf der ganzen Welt gehören sie zum täglichen Trinkgenuss. Doch immer mehr Studien machen deutlich, was wir alle schon immer befürchtet haben: Wer ein langes Leben will, sollte auf Cola, Limo und Co. nur in Maßen zurückgreifen, denn sie haben einen signifikanten Einfluss auf unsere Gesundheit.

Höheres Krankheitsrisiko

Eine aktuelle Studie, die über 450.000 Menschen in 10 europäischen Ländern bis zu 19 Jahre begleitetet hat, zeigt: Gesunde Teilnehmer, die täglich über zwei Gläser jeglicher Art von Softgetränke zu sich nahmen, hatten ein deutlich höheres Risiko, an einer Krankheit zu sterben, als gesunde Menschen, die nur ein Glas im Monat konsumierten. Als Softdrinks galten in der Studie "kalorienarme oder diätetische kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke", "kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke" wie Cola und Limonade sowie Getränke mit Fruchtsirup. Ein Glas bezog sich auf die Trinkmenge von 250 Millilitern.

Und dabei spielte es keine Rolle, ob die Teilnehmer zuckerhaltige oder zuckerfreie Produkte konsumierten. Den Unterschied macht tatsächlich nur die Erkrankung: Die Fraktion der Zucker-Getränk-Konsumenten hatte eine höhere Wahrscheinlichkeit an Verdauungsstörungen zu erkranken, während die zuckerfreie Fraktion eine höhere Wahrscheinlichkeit hatte, an Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu sterben. Insgesamt konnte die Studie Verbindungen herstellen zwischen einem höheren Risiko, an Parkinson zu erkranken, nicht aber an Alzheimer oder an Krebs.

Was jeder tun kann

Auch andere Studien untermauern das Ergebnis dieser europäischen Untersuchung. So vermuten Wissenschaftler schon länger einen Zusammenhang zwischen Softdrinks und Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen. Eine Studie aus dem März zeigte beispielsweise, dass Frauen, die mehr als zwei Gläser zuckerhaltiger Getränke am Tag konsumierten, eine um 63 Prozent erhöhte Chance hatten, früher zu sterben im Vergleich zu Frauen, die weniger als ein Glas im Monat tranken. Und in allen Untersuchungen wurde deutlich: Je mehr Softdrinks man täglich konsumiert, desto höher die Chance, früher zu sterben.

Doch ganz so einfach ist es dann eben doch nicht. Weder bei der europäischen noch bei den anderen Studien ist ein direkter Ursache-Wirkungszusammenhang erkennbar. Das heißt, bisher kann man nicht genau sagen, ob es die Art des Getränks, die Art des Süßstoffes oder irgendein anderer Faktor der Grund ist, warum Softgetränke so riskant sind. Sicher ist aber: Auch wenn die eine kalte Cola an warmen Tagen keinen nachhaltigen Einfluss auf die eigene Gesundheit hat, macht es Sinn, weniger Softgetränke zu trinken.

NEON hat fünf Tipps, wie allen Suchtis und Softdrinkfans dies leichter fallen könnte:

1. Finde deine Gewohnheit

Wann und warum trinkst du gern Softdrinks? Wie das Stück Schokolade nach dem Essen, sind Erfrischungsgetränke meist mit einem Ritual verbunden: Ob mittags am Schreibtisch oder abends auf der Couch – finde heraus, wann du zu Softdrinks greifst und trinke eine Alternative.

2. Sprudelige Alternativen finden

Viele Menschen trinken Softdrinks aufgrund ihres sprudeligen, erfrischenden Charakters. Doch auch Wasser mit einem Schuss Fruchtsaft oder mit einer Gurkenscheibe und Zitrone kann gekühlt eine Alternative sein.

3. Das Süße ausgleichen

Meist trinken wir Softdrinks, um unsere Lust auf Süßes zu stillen. Das geht aber auch mit einer Hand voll Beeren oder einem Apfel – und bietet dazu noch Vitamine und Ballaststoffe.

4. Neue Koffeinquellen finden

Cola und Co. sind oft mit Koffein versetzt und die süße Alternative zum täglichen Kaffee. Wer nur deshalb zum Softdrink greift, kann auf grünen oder schwarzen Tee umsteigen. Wem das nicht süß genug ist, versucht es mit aromatisierten Varianten, die oft nach Beere oder anderen Aromen schmecken.

5. Kein kalter Entzug

Wer etwas für seine Gesundheit tun will, muss nicht plötzlich von heute auf morgen komplett auf seine geliebte Limo oder die Cola verzichten. Dadurch wird oft die Lust, sich "jetzt mal was zu gönnen" noch größer. Aber wer viele Softgetränke konsumiert, bei dem reicht es schon, die tägliche Dosis runterzufahren und sie durch Wasser oder Tee zu ersetzten. Und bei allen anderen gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.

lau
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