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Studie zum Fremdgehen: Was sein Gesicht über Untreue verrät – oder: Müssen wir jetzt im Dunklen daten?

Laut einer australischen Studie verbergen weibliche Gesichter Untreue besser als männliche. Doch wie oft im Leben gilt: Der erste Eindruck ist nicht alles.

Studie Gesicht Untreue

Bei der Partnerwahl sollte man ganz genau hinschauen, sagt eine aktuelle Studie aus Australien.

"Es gibt keine zweite Chance, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen" oder "der erste Eindruck zählt, sind nur einige Weisheiten, wenn es darum geht, Menschen einzuschätzen, die man neu kennenlernt. Meist schauen wir dem Gegenüber dabei zuerst ins Gesicht. Dass das Aussehen besonders beim Dating eine Rolle spielt, mag wohl keiner bestreiten – doch Menschen suchen offenbar nicht nur nach Attraktivität, sondern auch nach Vertrauenswürdigkeit im Gesicht des Gegenübers. Beim ersten Blick scannen wir einen potentiellen Partner also nicht nur auf einen passenden Genpool, sondern auch auf seine mögliche Untreue ab.

Männergesichter verraten mehr

Um herauszufinden, wie gut das funktioniert und ob Menschen Untreue anhand von Gesichtern erkennen können, befragten Forscher der University of Western Australia in einer Studie 1.500 heterosexuelle, weiße Erwachsene. Sie zeigten ihnen Fotos von 101 Männern und 88 Frauen, die zuvor angegeben hatten, ob sie ihre Partner in der Vergangenheit schon einmal betrogen, mit jemand anderem angebandelt hatten oder treu geblieben waren. Die Teilnehmer der Studie sollten auf einer Skala von eins bis zehn bewerten, wie wahrscheinlich es sei, dass die gezeigte Person einmal untreu war. Zudem wurde abgefragt, wie attraktiv, vertrauenswürdig und maskulin oder feminin sie die gezeigten Gesichter fanden.

Das Ergebnis zeigt: Männer und Frauen konnten überdurchschnittlich oft erkennen, ob ein Mann in der Vergangenheit untreu war, bei Frauen war das Urteil jedoch nicht so deutlich. "Sowohl Männer als auch Frauen zeigten eine überdurchschnittliche Genauigkeit für Männergesichter, nicht aber für Frauengesichter. Folglich könnte wahrgenommene Untreue tatsächlich in männlichen Gesichtern erkennbar sein", so die Forscher. Die Studie ergab auch, dass Männer mit männlicheren Merkmalen nicht nur eher betrogen haben, sondern von den Teilnehmern auch eher als Betrüger wahrgenommen wurden. "Sexuelle Dimorphismen, insbesondere Merkmale von Männlichkeit, stehen in einem positiven Zusammenhang mit der Präferenz für ungebundenen Sex und Mehrfachverpaarungen", heißt es in der Studie.

Der Erste Eindruck ist nicht alles

Während Männer und Frauen also Attraktivität und Männlichkeit bei Männern mit Untreue zusammenbrachten und auch in den Bildern richtig erkannten, funktionierte dies bei den Frauen nicht. "Bei den Gesichtern von Frauen war zwar Attraktivität und Weiblichkeit mit Untreue verbunden, es lag jedoch oft keine tatsächliche Untreue vor", so die Forscher. Während also bei Männern Männlichkeit und Attraktivität für eine genaue Beurteilung funktionieren, ist unklar, wie Untreue in Frauengesichtern erkennbar sein könnte.

Sollen wir also beim Dating-Game demnächst noch mehr Fotos von der Freundin anschauen oder einfach im Dunklen daten, um vorurteilsfrei zu sein? Wohl eher nicht. Schließlich zeigt die Studie einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Gesicht und dem Erkennen von Untreue – das heißt aber nicht, dass attraktive Männer und Frauen automatisch untreu sind oder umgekehrt. Auch die Autoren der Studie warnen vor überzogenen Schlüssen: "Wenn wir uns nur auf unsere ersten Eindrücke verlassen wollen, um Betrüger zu erkennen, dann werden wir erhebliche Fehler machen", sagte Yong Zhi Foo, einer der Autoren der Studie, der AFP am Mittwoch. "Unsere Ergebnisse dürfen nicht so verstanden werden, dass der erste Eindruck in allen Alltagssituationen genutzt werden kann."

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lau
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