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Wenn die Tage dunkel werden: Was ist eine Herbst- und Winterdepression – und was können wir gegen sie tun?

Da kann der Sommer noch so schön gewesen sein: Die Tage werden kürzer, die Nächte länger – und viele von uns kommen plötzlich nur noch schwer in die Gänge. Aber ab wann handelt es sich dabei um eine Herbst- und Winterdepression?

Winterdepression

Viele von uns fühlen sich im Herbst und Winter schlapp und antriebslos. In schweren Fällen kann es sich dabei um eine Winterdepression handeln.

Wir gehen im Dunkeln zur Arbeit und nach Feierabend im Dunkeln wieder nach Hause, es ist arschkalt und der Regen kommt von allen Seiten – keine Frage: Herbst und Winter können mit ihren kleinen und großen Unannehmlichkeiten kräftig aufs Gemüt schlagen. Viele von uns fühlen sich zwischen Oktober und März deshalb häufig niedergeschlagen, sie verspüren keine Lust, keinen Spaß, keinen Antrieb.

Bei diesem melancholischen Zustand kann es sich um einen schnöden Winterblues handeln, der uns für ein, zwei Tage überwältigt, bevor wir wieder in der Lage sind, etwas Licht durch den wolkenverhangenen Horizont wahrzunehmen. Dauert die Tristesse jedoch deutlich länger an, besteht die Gefahr, dass wir es mit einer ausgewachsenen Herbst- und Winterdepression zu tun haben.

Winterdepression – was wir wissen müssen

Was genau ist eine Winterdepression?

Die Herbst- und Winterdepression gehört zu den saisonal auftretenden Störungen des Gefühlslebens, sie ist eine sogenannte SAD (Saisonal-Abhängigen-Depression). Betroffene fühlen sich oft schlapp und traurig, auch verspüren sie verstärkt Heißhunger und ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis. Unterschieden wird zwischen einer Winterdepression und dem Winterblues, bei dem die Symptome ähnlich sind, der aber nicht so lange anhält und bei dem die Patienten nicht depressiv sind.

Die Winterdepression als Volkskrankheit zu bezeichnen, wäre allerdings zu hoch gegriffen: Sie ist seltener als andere Depressionsformen und nur jede 10. im Winter auftretende Depression ist tatsächlich eine Winterdepression. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.

Was kann ich tun, wenn mich die Winterdepression erwischt hat?

Ihr solltet euch an einen Arzt wenden, wenn Kernsymptome wie ständige Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Gereiztheit länger als zwei Wochen anhalten. Chefarzt Professor Voderholzer von der Schönklinik in Prien am Chiemsee, wo Therapien gegen Winterdepression angeboten werden, sagt in der "Apotheken-Umschau": "Das Phänomen Winterdepression gab es mit großer Wahrscheinlichkeit schon immer. Aber durch die moderne Industriegesellschaft und vor allem das Leben in geschlossenen Räumen, wird das Problem für manche Menschen verstärkt." Die Lichteinwirkung im normalen Wohnraum sei sehr viel niedriger als draußen an einem hellen Tag.

Der Zusammenhang zwischen Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit und depressiver Stimmung ist wissenschaftlich unbestritten. Eine Lichttherapie, bei der der Patient vor einer speziellen Lampe mit weißem Licht ohne UV-Anteil sitzt und in die Lichtquelle sieht, zählt deshalb zu den bewährten Behandlungsmethoden. Im Gegensatz zur Zimmerbeleuchtung mit rund 400 Lux entspricht die Stärke des Behandlungslichtes an der Klinik in Prien mit 10.000 Lux ungefähr der Helligkeit an einem Sommertag im Schatten – es gibt aber auch Lampen mit geringeren Lichtstärken. Sinnvoll ist vor allem eine Regelmäßigkeit der Behandlung, um den gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus der Betroffenen richtig zu takten. Vor dem Beginn einer Lichttherapie sollte der Patient mit seinem Arzt abklären, ob und welcher Form diese Behandlung für ihn geeignet ist und was dagegen sprechen könnte.

Wie kann ich einer Winterdepression vorbeugen?

Sport tut ebenso gut wie gesellige Abende mit Freunden oder bewusst gemütliche Momente zuhause. Wichtig ist zudem, ein gewisses Maß an Bewegung in den Alltag zu integrieren – idealerweise einen täglichen Spaziergang an der frischen Luft, unabhängig von Wind und Wetter.

Depressionen
tim
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