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Aus dem Archiv

Besuch beim Urgroßonkel : Lebensweisheiten und lauwarmer Kaffee: Warum ich so gerne im Altersheim abhänge

Drei Jahre lang besuchte unsere Autorin regelmäßig ihren Urgroßonkel im Altersheim – und führte Gespräche, die einem hinterher keiner glaubt: Wie einen ein alter Mann regelmäßig in Schweißausbrüche versetzt und was einen 104-Jährigen so richtig zum Lachen bringt.

Ein älterer Herr hält einen Gehstock

Seniorenheim muss nicht gleich Langeweile bedeuten. Es gibt Skat-Runden, Schachclubs und Faschings-Partys.

Die Kapitänsmütze, die ich ihm einst als Pendant zu meinem Pippi-Langstrumpf-Kostüm gekauft hatte, hängt immer noch an meinem Schrank. Zur Faschingsfeier haben wir es nie geschafft – er fühlte sich nicht so, schlug aber vor, ich könne doch allein zum Karnevalstanz im Altersheim gehen –, aber immer wenn ich sie angucke, muss ich an einen der besten Menschen denken, die man so kennen konnte. Vor ein paar Tagen ist mein 106-jähriger Urgroßonkel friedlich eingeschlafen. Und während das sehr, sehr traurig ist, bin ich gleichzeitig einfach dankbar, eine Zeit lang seine Vertraute gewesen zu sein und mit ihm gemeinsam den Seniorenstift unsicher gemacht zu haben. In Erinnerung an den Mann, der das Wort "Strolch" wieder salonfähig gemacht hat, haben wir diesen Artikel noch einmal aus dem Archiv gekramt. 

Von Schach, Vegetariern und coolen Senioren-Gangs

"Ja bitte?", krächzt es ins Telefon.

"Ich bin's", brülle ich.

"Halloooo?", bekomme ich als Antwort.

"Hier ist Juuuuleeee", die Leute an der S-Bahn-Station beginnen doof zu gucken.

"AAAACH JULE, gut, dass du anrufst! Bist du schon fast hier? Es ist dringend!"

Eigentlich habe ich meinen Urgroßonkel angerufen, um ihm zu sagen, dass ich ein paar Minuten später komme. Er und seine Kumpels aus dem Altersheim sind zwar alle fast blind, aber wenn das Kleid nicht gebügelt ist, sehen sie das irgendwie trotzdem immer.

"Ist alles in Ordnung?" Ich mache mir Sorgen. Immerhin ist der Mann 104, da kann schon ein Gang zur Toilette mit Knochenbrüchen enden.

"Es wäre wirklich gut, wenn du schnell hier sein könntest!" Vor meinem inneren Auge sehe ich ihn unter Schmerzen auf dem Badezimmerboden liegen. Oder vielleicht hat er sich verschluckt. Oder er hat Brustschmerzen. Oder er wurde überfallen!

Ich springe ins nächstbeste Taxi. Am Liebsten würde ich brüllen: "Folgen Sie dem Wagen!", aber das wäre albern. Und kontraproduktiv. Wer weiß, wo die hinwollen. Aber eilig habe ich es trotzdem! Jede Minute zählt!

Wir haben unterschiedliche Auffassungen von Dringlichkeit, mein Urgroßonkel und ich

Am Seniorenstift angekommen, schmeiße ich dem Fahrer das Geld entgegen und sprinte Richtung Eingang. Als ich an der Wohnungstür bin, steht sie offen. Mein Urgroßonkel sitzt bester Laune im Wohnzimmer. "Ach du bist hier, das ist ja prima! Dann können wir ja schon runter zum Essen."

Wir haben unterschiedliche Auffassungen von Dringlichkeit, mein Urgroßonkel und ich. Beispielsweise ruft er mich gern ein paar Tage vor unserem verabredeten Treffen bei der Arbeit an, um mir alles vorzulesen, was an diesem Tag auf der Mittagskarte steht. Das dauert, schließlich holt er dafür extra die dicke Lupe raus. Und auch wenn es total unnötig ist, weil wir eigentlich beide wissen, dass ich kein Fleisch esse und daher eh nur die vegetarische Option übrig bleibt, unterbreche ich ihn nicht – denn irgendwie ist es auch süß.

Wir sind definitiv die coolste Gang auf dem Kantinenflur

Wenn ich ihn auf dem Weg in den Speisesaal durch den Flur schiebe, kann ich seine Brust förmlich vor Stolz schwellen sehen und muss immer den Impuls unterdrücken, "They see me rollin'" anzustimmen. Ich hab sogar schon ein paar Freunde gefunden im "Restaurant", wie die Bewohner die Kantine optimistisch nennen. Da wäre das nette Pärchen, das immer die neuesten Sneaker trägt, schräg gegenüber, oder die Dame vom Tisch hinter uns, gegen die ich mal im Schach verloren habe und der letztens vor versammelter Mannschaft die Hose runtergerutscht ist. Hätte sie nicht weniger scheren können. Mein Großonkel hingegen hat sich beinahe scheckig gelacht.

Nach dem Essen gehen wir hoch und spielen eine Runde Schach. Er macht das jeden Tag. Seit fast 100 Jahren. Trotzdem gibt er mir das Gefühl, echte Konkurrenz zu sein und nennt mich ein "kleines Luder", wenn ich einen völlig unwichtigen Bauern schlage. Wenn er mich dann zum zighundersten Mal geschlagen hat, plaudern wir ein bisschen. Über sein Leben ("Ich war beim Frisör, ich sehe mindestens zehn Jahre jünger aus, hat die Frau gesagt") und über meins. Ob ich denn jetzt mal einen Freund habe, will er wissen. "Ich hab da wen kennengelernt", sage ich. "Schön", meint er, "aber sei vorsichtig, Männer sind alle Strolche" – die übelste Beleidigung in seinem Wortschatz – "erst bringen sie dir jeden Tag eine Rose und halten dir die Tür auf und dann müssen sie auf einmal beruflich wegfahren, aber eigentlich fahren sie zu Roswitha, denn die Roswitha, die ist feurig!" Wenn er ein paar Jahre jünger wäre, würde er mich mal "zum Tanzen ausführen". Soso. Später zu Hause frage ich meinen Freund, ob er eine Roswitha kennt. Kennt er nicht. Glück gehabt!

Die Sache mit der Technik

Als wir uns verabschieden, erwähne ich noch kurz, dass ich in den nächsten paar Tagen kein Handy haben werde, das muss in die Werkstatt. Aber wenn er etwas braucht oder mich erreichen will, soll er meine Mutter anrufen, die informiert mich dann. "Ah ja, mit diesem neuen Dings", sagt er mit wissendem Blick. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er Facebook Messenger meint. "Was meinst du?", frage ich. "Das wo man das auf der einen Seite reinschreibt und dann kommt das sofort auf der anderen wieder raus." "E-Mail?" "Nein, das heißt anders …" Er meint doch wohl nicht … "Fax?", frage ich unsicher. "JA! GENAU! FAX!" Manchmal könnte ich ihn knutschen.

Dieser Artikel erschien zuerst am 8. Dezember 2017 bei NEON. Wir haben ihn aus gegebenem Anlass noch einmal aus dem Archiv geholt. 

Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg