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Erstsemester an der Uni: Zehn Tipps für den Start ins Studium

Mit dem Start ins Studium ändert sich vieles. Denn die Universität ist nicht nur ein Platz zum Lernen, sondern auch zum Leben – und beides kann ganz schön verwirrend sein. Wir haben die wichtigsten Tipps für "Erstis" gesammelt.

Vier junge Studierende in der Universitätsbibliothek

Büffeln in der Bibliothek – das ist nur ein Teil des Lebens an der Universität

In den nächsten Tagen beginnt für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt. Das neue Semester an den Universitäten und Fachhochschulen startet – und Tausende gehen in ihr Studium. Hörsaal statt Klassenzimmer, Hausarbeiten statt Abiturprüfung, neue Kommilitonen und für viele auch eine neue Stadt. Der Start ins Studium bringt viele Veränderungen.

Immer wieder sorgt das auch für Verwirrung. Der Spagat zwischen Freiheit und Pflicht, zwischen Stundenplan und eigenen Interessen fällt oft schwer, vor allem am Anfang. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, die wir am Anfang unseres Studiums gern bekommen hätten – und die euch den Start hoffentlich erleichtern.

1. Lasst euch Zeit!

Heute kann man nicht mehr studieren wie vor 30 Jahren. Daran werden euch eure Dozenten immer wieder erinnern, wenn sie von der guten alten Zeit schwärmen, euch bemitleiden und dafür sorgen werden, dass " " für euch schon bald keine Stadt in Italien mehr sein wird. Studienordnungen und Stundenpläne geben viel vor, einige Freiheiten bleiben euch dennoch. Lasst euch nicht durchs Studium ins Arbeitsleben hetzen, sondern genießt diese Phase eures Lebens, in der ihr viele Dinge ausprobieren und kennenlernen könnt. Arbeiten werdet ihr noch lang genug.

2. Geht ins Ausland!

Ein Auslandssemester ist eine gute Gelegenheit, andere Länder, Menschen und Kulturen kennenzulernen. Es muss ja nicht gleich sein – überhaupt mal aus Deutschland herauszukommen, ist entscheidend. Nie wieder werdet ihr so einfach die Möglichkeit haben, einige Monate im Ausland zu verbringen. Um einiges müsst ihr euch selbst (und rechtzeitig!) kümmern, bei vielen organisatorischen Dingen gibt es aber Hilfe an der Uni. Auch finanziell finden sich meistens Wege, über die ihr euer Auslandssemester nicht komplett alleine bezahlen müsst. Fragt einfach eure Fachschaftsvertreter oder Studienberater. Wer es verpasst, wird es später mit Sicherheit bereuen.

3. Zieht aus - und fahrt nicht ständig nach Hause!

Wer immer noch im lebt – schnell raus. Denn alles, was ihr in Vorlesungen an der Uni lernt, ist nichts im Vergleich zu dem, was ihr lernt, wenn ihr alleine in einer neuen Stadt lebt. Für Anfänger eignet sich eine WG besonders gut. Dort spart man nicht nur Geld, sondern lernt auch gleich neue Leute kennen. Die können euch auch unter die Arme greifen, wenn das Leben ohne die Eltern doch mal überfordernd wird. Und: Wer sich jeden Freitag in den Zug setzt, in die Heimat düst und erst am Sonntagabend wieder zurück fährt, muss sich nicht wundern, wenn er in der neuen Stadt kaum Anschluss findet – und irgendwann zwischen den Welten hängt.

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Platz 1: Frankfurt am Main  Die meisten unbefristeten Absolventenjobs gibt es in der Finanzmetropole Frankfurt. 11 Prozent aller Stellenangebote für Einsteiger, die von der Uni kommen, gibt es hier.

Platz 1: Frankfurt am Main

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4. Schaut über den Tellerrand!

Viele unterschätzen die Möglichkeiten, die ihnen die Uni bietet. Es lohnt sich, sich nicht nur auf das eigene Fach zu versteifen und sich nur mit dem klausurrelevanten Stoff zu beschäftigen (das berühmte "Bulimie-Lernen": den Stoff in sich reinfressen und in der Prüfung wieder auskotzen"). Nirgends sonst habt ihr die Möglichkeit, euren Horizont so einfach, günstig und schnell zu erweitern – egal ob es andere Fachbereiche, Weltanschauungen oder Sportarten sind. Oder eben Sprachen.

5. Lernt Sprachen!

Denn Sprachen helfen euch nicht nur im Urlaub oder im Gespräch mit Austauschstudenten. Sie werden vor allem im Berufsleben zu einem unschätzbaren Kapital. Wer mehr kann als "nur" Englisch, macht sich für künftige Arbeitgeber interessant – einmal ganz davon abgesehen, dass mehr Sprachen natürlich immer besser sind als weniger. Auch hier gilt: An der Uni könnt ihr Sprachkurse absolvieren, die woanders Hunderte Euro kosten würden – und euch im besten Falle sogar noch Credit Points für euren Abschluss bringen.

6. Pflegt Kontakte zu den älteren Kommilitonen!

Die wissen nämlich, wie der Hase läuft: welcher Professor die interessantesten Vorlesungen hält, wo die besten Partys stattfinden, welche Kurse man wann am besten belegt, welches Praktikum sich lohnt.

Ganz besonders wertvoll aber werden diese Verbindungen, wenn ihr Dozenten habt, die zu faul sind, um ihre Klausuren jedes Jahr zu ändern. Dann könnt ihr von euren erfahrenen Kommilitonen entscheidende Tipps bekommen. Unter der Hand natürlich ...

7. Überlegt rechtzeitig, wie es weitergeht!

Man muss nicht immer genau wissen, was der nächste Schritt ist. Ausprobieren ist nicht nur okay, sondern auch richtig. Trotzdem ist es gut, sich rechtzeitig Gedanken zu machen. Wenn ihr wisst, in welche Richtung es weitergehen soll, könnt ihr einige Dinge strategisch planen. Denn es wäre doch ärgerlich, wenn ihr keinen Studienplatz in eurem Traum-Master bekommt, weil ihr im Bachelor nur einen statt zwei Statistik-Kurse belegt habt oder euch eine Fremdsprache fehlt.

8. Man muss nicht alles lesen!

"Bis zur nächsten Woche lesen Sie bitte diese 100 Seiten." Gerade in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen wird euch die Menge an Text zu Beginn überfordern. Da ist es gut zu wissen: Bei den meisten Studien und Aufsätzen reicht es, die Einleitung und das Fazit zu lesen.

Dort stellt der Autor nämlich normalerweise seine konkrete Fragestellung und am Ende die Ergebnisse seines Textes vor. Vieles sollte sich damit abdecken lassen – außer natürlich, wenn ihr euch besonders intensiv mit dem Thema beschäftigt, zum Beispiel bei einer Abschlussarbeit. Ein weiterer Tipp: Bei vielen Studien reicht ein Blick auf die Tabellen und Diagramme anstatt von Dutzenden Seiten Text, auf denen die gleichen Zahlen runtergebetet werden.

9. Praktika lohnen sich - irgendwann!

Viele Studierende pflegen eine Hassliebe zu Praktika. Einerseits sind sie eine Gelegenheit, endlich in die wirkliche Welt außerhalb des Elfenbeinturms Universität zu gelangen und das Gelernte umzusetzen. Andererseits sind leider immer noch viele Praktika schlecht oder gar nicht bezahlt und nur eine Fortbildung im Kaffeekochen und Kopieren. Das kann sehr frustrierend sein. Wenn ihr allerdings die Möglichkeit habt, euch wirklich einzubringen, dann tut es – und versucht, nicht über Geld nachzudenken. Wer sich gut präsentiert, hat später oft die Möglichkeit, in dem Unternehmen nach dem Studium einen Job zu bekommen. Denn viele Stellen werden tatsächlich über Kontakte vergeben. Dann war das unbezahlte Praktikum eine lohnende Investition.

10. Leben nicht vergessen!

Der wichtigste Tipp zum Schluss: Die Studentenzeit ist eine der spannendsten Zeiten im Leben. Ihr habt Möglichkeiten, Freiheiten, ihr seid jung. Es geht nicht um den perfekten Lebenslauf und auch nicht immer nur um die nächste Klausur. Klar, manchmal verlangt das Studium einem viel ab. Aber auch mitten in der Klausurphase solltet ihr euer Sozialleben nicht einfach aufgeben. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass beides leidet – das Studium und das Privatleben auch.