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Karriere von Bettina Hagen: Lange vor Schiffer und Klum: "Ich war eines der ersten Topmodels aus Deutschland"

Topmodel Bettina Hagen lebte in Paris, Mailand, London und New York und war liiert mit Leonard Cohen. Sie führte das Leben eines Topmodels, lange bevor Heidi Klum und Claudia Schiffer ihren Durchbruch hatten.

Von Refinery29-Autorin Edith Löhle

Topmodel: Lange vor Schiffer und Klum arbeitete ich als Model

"Als Topmodel wurde man damals nicht reich, aber ich habe Geld verdient und hatte eine sehr gute Zeit. Mir ging es immer mehr um die Reisen und die tollen Menschen, die ich durch den Job kennenlernen durfte"

1968: Hippie-Glam à la Uschi Obermaier, Weltverbesserung à la Alice Schwarzer. Es gibt keine andere Jahreszahl, die mehr für den Kampf für Freiheit steht: Sexuelle Revolution, Bürgerrechtsbewegung, Vietnamproteste, der Ost-West-Konflikt – es brodelte weltweit und die Menschen gingen auf die Straße, um ihre Stimme zu nutzen, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Es ist auch 1968 als Studentin Bettina Hagen beschloss, ihre Zukunft selbst zu gestalten: Sie setzte sich in den Kopf, als Fotomodell ihr Studium zu finanzieren und bewarb sich direkt bei der Zeitschrift "Brigitte". Absage. Ihr Typ sei in Deutschland nicht gefragt. Sie sei zu sehr der Pippi-Langstrumpf-Typ und sollte dieses Vorhaben vergessen, hieß es aus der Redaktion. Beim Casting erzählte ihr allerdings ein anderes Mädchen von Paris und dass dort junge Frauen ganz andere Chancen hätten, Fotomodell zu werden. Also buchte sie sich kurzerhand ein Ticket nach Paris und stellte sich bei "Models International" vor. In der renommierten Agentur kam sie sofort an. Noch am gleichen Tag sollte sie nach Mailand fliegen und shootete ihr erstes Editorial. Alles, was folgte, klingt wie der mondäne Stoff eines Modefilms.

2017: Wir besuchen die Hamburgerin in ihrer Wohnung. Heute lebt sie in Harvestehude. "Hi, kann ich 'du' sagen?", fragt die 70-Jährige, mit Chucks an den Füßen, mich, die 30-Jährige. Coole Braut, coole Wohnung: An den Wänden hängen ihre Malereien von Fausts Mephisto, von Freud, aber auch bunte Landschaften und wilde Blumenbilder in Acryl. Überall in der Wohnung findet man kleine, farbige Souvenirs aus einem bewegten Leben.

Durch das Modeln durfte ich die schönsten Orte sehen

Da wäre zum Beispiel der "Louis-Vuitton"-Weekender aus ihrer Modelzeit Ende der 1960er, an dem noch die Handgepäcketiketten der Fluggesellschaften an den Henkeln prangen. "Ich liebte es zu reisen: Marokko, Karibik, Amerika. Durch das Modeln durfte ich die schönsten Orte sehen. Fliegen war in früherer Zeit ja etwas ganz besonderes, es gab keine Touristenflieger wie heute“, sagt sie. Auch die alte Modelmappe steht noch in ihrem Arbeitszimmer als Zeugnis ihres Erfolges.

"Ich sehe doch für mein Alter ganz ordentlich aus, oder?"

"Ich sehe doch für mein Alter ganz ordentlich aus, oder?"

Sie zeigt uns Bilder mit Yves Saint Laurent, unzählige Titel und Kampagnen. "Ich bin während der Maiunruhen 1968 nach Paris gegangen. Daran erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Ich musste über Brüssel anreisen und alle Passagiere haben einen Kanister Benzin mitgebracht, denn in Paris gab es zu der Zeit keines." Ihre Geschichten sind für uns kaum vorstellbar und unfassbar faszinierend. Sie lebte fortan in Paris, Mailand, London und New York. Liiert war sie mit Leonard Cohen, befreundet mit der Frau des Beatles Ringo Starr.

Bei unserem Gespräch fallen ständig Namen, die jedem Modestudenten oder jeder Modestudentin den Mund offen stehen lassen: Bettina arbeitete mit Fotografen, wie Frank Howart, David Montgomery, Sarah Moon oder Patrick Demarchelier und schoss Kampagnen mit weltweit bekannten Models, wie Gunilla Lindblad, Ingmari Lamy oder Ingrid Boulting. Die Modelmappe bezeugt all das: "Vogue", "Elle", "Marie Claire", "Harper's Bazaar" – sie hat kein Modemagazin ausgelassen. "Reich wurde man damals damit nicht, aber ich habe Geld verdient und hatte eine sehr gute Zeit. Mir ging es immer mehr um die Reisen und die tollen Menschen, die ich durch den Job kennenlernen durfte", resümiert sie.

"Ich träume ja davon, eine Kampagne für Cremes, für die reifere Frau, zu machen. Dafür wäre ich perfekt."

"Ich träume ja davon, eine Kampagne für Cremes, für die reifere Frau, zu machen. Dafür wäre ich perfekt."

Auch von den ersten Modeschauen berichtet sie uns: "Ich lief die erste Show für "Kenzo". Es ging darum, dass wir alle Spaß haben. Wir durften hüpfen und Faxen machen. Das ist kein Vergleich zu heute", sagt sie und springt auf, um den Laufstil heutiger Models zu imitieren. Sie stelzt durch ihre Wohnung, lehnt sich nach hinten und setzt ein gelangweiltes Gesicht auf. "Ich habe manchmal das Gefühl, dass es heute nicht um die Persönlichkeiten der Models geht, es ist eine Massengeschichte geworden und viele sehen gleich aus", lautet ihr Urteil. Schlecht redet sie aber über niemanden, das wäre nicht ihre Art. Die Frau mit dem schelmischen Lachen und den großen Zähnen versprüht lieber Freude. "Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich das alles in dieser Zeit erleben durfte. Ich weiß nicht, ob ich heute in dem Business noch eine Chance hätte. Es hat sich so viel verändert. Stell' dir mal vor, wie alt ich bin. Als die Ära der Supermodels in den 1980ern losging, war ich schon weg vom Fenster."

"Ich sehe doch für mein Alter ganz ordentlich aus, oder?"

1974: Ihr Vater wird schwer krank, sie kehrt zurück nach Hamburg und lässt das Modeln langsam auslaufen. Sie beschließt Modedesignerin zu werden und gründet zusammen mit ihrem Lebensgefährten Ralph Larouette das Stricklabel "Viva". Andie McDowell etwa war dort Kundin, oder die Fotografin Ellen von Unwerth.

Coole Braut, coole Wohnung: An den Wänden hängen ihre Malereien von Fausts Mephisto, von Freud, aber auch bunte Landschaften und wilde Blumenbilder in Acryl

Coole Braut, coole Wohnung: An den Wänden hängen ihre Malereien von Fausts Mephisto, von Freud, aber auch bunte Landschaften und wilde Blumenbilder in Acryl

25 Jahre lang läuft das Geschäft und Bettina entwarf zweimal im Jahr 50 neue Modelle. Doch Ende der 1990er-Jahre war Schluss. "Plötzlich gab es "Prada", "Gucci" und "H&M". Wir lagen irgendwo dazwischen. Und auf diesen Markt hatte ich keine Lust Das Geschäft sollte immer Spaß machen und es sollte nicht darum gehen, irgendwo mithalten zu können", gibt sie ehrlich zu. "Ich habe zu der Zeit schon leidenschaftlich gemalt und dachte, dass der Zeitpunkt perfekt sei, mich darauf zu konzentrieren."

Sie beschließt Modedesignerin zu werden und gründet zusammen mit ihrem Lebensgefährten Ralph Larouette das Stricklabel "Viva". Andie McDowell etwa war dort Kundin, oder die Fotografin Ellen von Unwerth

Sie beschließt Modedesignerin zu werden und gründet zusammen mit ihrem Lebensgefährten Ralph Larouette das Stricklabel "Viva". Andie McDowell etwa war dort Kundin, oder die Fotografin Ellen von Unwerth

Obwohl sie als Künstlerin erfolgreich ist, denkt sie ab und an daran, wieder zu modeln. Wie Eveline Hall zum Beispiel, die mit 71 Jahren und ihrer grauen Mähne groß im Geschäft ist. Ja, es gibt durchaus wieder einen Markt für Schönheiten jenseits der 60. "Ich sehe doch für mein Alter ganz ordentlich aus, oder?", fragt sie zwinkernd. Und wie! Getreu ihres Mottos "einfach ausprobieren" hat sie sich schon wieder bei einer Agentur beworben. "Ich träume ja davon, eine Kampagne für Cremes, für die reifere Frau, zu machen. Dafür wäre ich perfekt."

sailorbrinkleycook
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.