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Rente: Warum viele junge Deutsche auf bessere Finanzen hoffen – und trotzdem Altersarmut fürchten

Jeder zweite Deutsche macht sich laut einer Studie Sorgen um die Absicherung im Alter. Schon in den kommenden Monaten wollen viele daher sparen.

Studie Finanzen Rente

Mit dem Alter sollte sich der Lebensstandard eigentlich erhöhen – viele Deutsche sorgen sich jedoch um ihre Absicherung nach der Rente

Getty Images

Wir haben Angst: Vor Umweltverschmutzung, Krankheiten, der Flüchtlingskrise – und dem Alter. Doch auch wenn Altern bekanntlicherweise nichts für Feiglinge ist, haben die meisten Deutschen vor allem Angst davor, im Alter zu verarmen. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY), die der Zeitung die Welt vorliegt, fürchten 56 Prozent der Befragten um ihren Lebensstandard, vor allem in Zeiten ihrer Rente.

Was fürchten die Deutschen?

Ganze 27 Prozent der Befragten gaben an, sich große Sorgen um die Absicherung im Alter zu machen; 29 Prozent machten sich leichte Sorgen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wert damit insgesamt um 18 Prozent und hatte zum zweiten Mal in Folge die höchste Zuwachsrate in der Befragung. "Die Rente ist aus Sicht vieler Deutscher keineswegs mehr sicher", sagt Bernhard Lorentz, Leiter des Bereichs Government und Public Sector bei EY und einer der beiden Autoren der Studie, für die Ende November gut 1000 Verbraucher telefonisch befragt wurden.

Hinzu kommt eine weitere Sorge: steigende Lebenshaltungskosten. Wer immer mehr für Miete, Kleidung und oder Freizeitaktivitäten ausgeben muss, hat während der Rente vielleicht mehr Zeit – aber kein Geld, sich einen angenehmen Lebensabend zu gestalten. Dies wurde schon im letzten Jahr deutlich, denn zum Bespiel Lebensmittel waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutlich teurer. "Deswegen ist bei einigen Bürgern trotz Lohnsteigerungen am Ende weniger Geld im Portemonnaie übrig geblieben als vor einem Jahr", erklärt der EY-Partner.

Was denken die Jungen?

Offensichtlich für die Jungen aber kein Grund zur Panik: 61 Prozent der Befragten unter 35 Jahren hoffen auf eine Verbesserung ihrer finanziellen Situation, so die Studie. Viele von ihnen stehen gerade vor dem Einstieg in den festen Job und sehen eher ein geregeltes Gehalt als Armut im Alter. Wer kurz vor der Rente steht, sieht das anders: Lediglich jeder Dritte der Befragten über 65 Jahre ist mit seiner finanziellen Situation zufrieden.

Doch die Sorge, zu sparen und privat vorzusorgen, scheint bei vielen Menschen zu drängen: Im kommenden Jahr wollen viele ihr Geld zusammenhalten. Für ein neues Handy oder das erste eigene Auto soll weniger ausgeben werden  – für Urlaube und Lebensmittel planen die Befragten hingegen mehr ein. "Die Leute wollen oder müssen mehr zur Seite legen, um später davon zehren zu können. Denn die Menschen werden immer älter und brauchen daher neben ihrer Rente noch zusätzliche Ersparnisse", sagt Handelsexperte Thomas Harms.

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lau