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2018 (!!): "Männer werden in der Physik diskriminiert" – Professor schockt mit Wut-Vortrag

Eigentlich sollte es bei der Veranstaltung im Genfer Cern-Institut um Arten und Weisen gehen, mehr Frauen für die Physik zu interessieren. Doch ein Professor hatte anscheinend ganz andere Pläne.

Wütender Mann

Bei einem Vortrag in Genf hielt ein Professor einen wenig passenden Vortrag (Symbolbild)

Getty Images

Eigentlich sollte es bei dem Workshop am Cern-Institut in der Schweiz darum gehen, junge Frauen wieder für Karrieren in der Naturwissenschaft zu begeistern und Wege zu finden, Diskriminierung am Arbeitsplatz stark entgegenzutreten. Doch als Professor Alessandro Strumia von der Universität in Pisa die Event-Beschreibung las, muss er wohl beide Augen fest verschlossen haben.

Denn der Vortrag, den er vor einem Raum hauptsächlich junger weiblicher Physikerinnen hielt, hätte nicht weiter vom eigentlichen Ziel der Veranstaltung entfernt sein können. Wie die BBC berichtet, erzählte er beispielsweise, Physik sei "von Männern erfunden und aufgebaut worden", da würde man "nicht einfach so eingeladen". Und nun würden Männer in diesem Feld diskriminiert werden – "aus ideologischen Gründen, nicht wegen ihres Verdienstes."

Nach einigen Beispielen aus Studien, die er in Online-Bibliotheken aufgetrieben hatte, sei er dann zu dem Schluss gekommen, dass diese "beweisen" würden, dass "Physik nicht sexistisch gegenüber Frauen ist. Aber die Wahrheit interessiert ja keinen, weil das alles Teil einer politischen Debatte ist, die von außen kommt." Und das macht es weniger wert – oder was? Eyyyy…

Wenn Professoren nicht weiter als ihre eigene Nase denken – gotta love it.

Einer der Graphen soll beispielsweise aufgezeigt haben, dass Frauen in einigen Fällen bei Job-Interviews den Vorzug bekämen, obwohl die Arbeiten ihrer männlichen Konkurrenten häufiger zitiert würden – was ja ein Zeichen von akademischer Überlegenheit sei. Joa, oder halt von SEXISMUS IN DER PHYSIK, BEI DEM DIE ARBEIT VON WISSENSCHAFTLERINNEN NICHT GENAU SO ERNST GENOMMEN WIRD, WIE DIE IHRER MÄNNLICHEN KOLLEGEN. Aber sowas gibt's ja angeblich nicht. Ist auf jeden Fall immer schön, wenn Universitäts-Professoren nicht weiter denken, als ihre eigene Nase lang ist.

Eine andere Studie soll laut Professor Strumia aufzeigen, dass "Männer lieber mit Dingen arbeiten, Frauen hingegen lieber mit Menschen." Also wenn wir grad schon so fröhlich pauschalisieren, wäre hier ein weiterer Vorschlag: Alle Männer, die Professor Alessandro Strumia von der Universität in Pisa sind, sollten beim nächsten Mal einfach die Klappe halten. Haben repräsentative Studien in diesem Büro ergeben.

"Habe nur Fakten präsentiert"

Das Cern hat inzwischen ein Statement abgegeben, in dem es die Präsentation des Professors, der auch häufiger für die europäische Organisation für Kernforschung in Genf arbeitet, als "höchst unangebracht" beschreibt. Teile der Präsentation wurden inzwischen von der Website des Instituts entfernt, da sie "nicht mit unserem Code of Conduct übereinstimmen, der keine persönlichen Angriffe und Beleidigungen toleriert."

Weiter heißt es, man sei sich im Vorfeld nicht über den Inhalt des Workshops bewusst gewesen – schon mal eine super Veranstaltungsorganisation, Cern, kann man nur den Hut vor ziehen – und wolle noch einmal klar machen, dass Cern ein Ort sei, an dem "jeder willkommen ist und die gleichen Chancen und Möglichkeiten bekommen soll. Unabhängig von Herkunft, Glaube, Geschlecht oder Sexualität."

Professor Strumia hingegen beruft sich immer noch darauf, einfach nur "Fakten" präsentiert zu haben. Der BBC gegenüber sagte er: "Die Leute sagen, Physik sei sexistisch und rassistisch. Ich habe ein paar simple Überprüfungen angestellt und herausgefunden, dass das nicht stimmt. Sondern dass das Feld sexistisch gegenüber Männern wird. Und das habe ich gesagt."

KLEKLDFHJKSDJFGVHJKLHJI!!! NICHT SEIN ERNST!

 

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jgs
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?