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Azubi-Geschichte auf Jodel: Abmahnung, weil sie die Lieblingsschokolade der Chefin isst - geht das?!

Eine Auszubildende hat die Lieblingsschokolade der Chefin gegessen - und dafür eine Abmahnung kassiert: Wir haben einen Arbeitsrechtler zu einer kuriosen Geschichte auf Jodel befragt.

Schokolade

Her mit der Schokolade!

Schokolade! Jetzt! Sofort! Wenn im Büro das Nachmittagstief kommt, gibt es nichts Besseres, als kurz an der Süßigkeiten-Schale vorbeizugehen. Tut jetzt nicht so: JEDES Büro hat irgendwo Süßes versteckt! Aber was, wenn jemand die Sache mit dem Süßkram zu ernst nimmt? Eine Auszubildende berichtet auf Jodel gerade über die wohl kurioseste Abmahnung aller Zeiten. 

"Wenn deine Kollegin dir eine Abmahnung geben will, weil du ihr Lieblings-'Merci' gegessen hast... ist das rechtens? #leiderkeinspass", schrieb eine Nutzerin aus Mühlheim am Freitag, wie unter anderem "DerWesten.de" berichtet. Dabei hatte die Jodlerin nicht etwa heimlich den Schreibtisch der Vorgesetzten geplündert und sich die beste Sorte (Team Milch-Praline hier!) geklaut. Die Schokolade war für alle da: "Es ist genau genommen Eigentum der Firma, da über die Firma gekauft. Die Packung liegt für alle offen rum," erklärt sie.

Das sagt der Anwalt zum Schokoladen-Gate

Da der Jodel mittlerweile gelöscht ist, sind wir uns fast sicher, dass es eine Geschichte aus dem Paulaner-Garten war, wie man bei Jodel so schön sagt. Also erfunden. Oder wollte "Merci" so virales Marketing betreiben? Egal: Durchspielen wollten wir das Szenario trotzdem mal. NEON hat einen Spezialisten für Arbeitsrecht gefragt, ob die Schokoladen-Geschichte rechtens sein könnte.

Und das sagt Rechtsanwalt Heiko Hecht aus Hamburg:

"Das geht überhaupt nicht, der Arbeitgeber darf sich nicht willkürlich verhalten. Bei einer Abmahnung muss es eine gewisse Verhältnismäßigkeit geben. Und es hat rein gar nichts mit dem Arbeitsverhältnis zu tun, wenn man die Schokolade der Chefin isst - vor allem nicht, wenn es üblich ist, dass Mitarbeiter sich daran bedienen."

Schokolade für alle!

Die Jodlerin müsste sich keine Sorgen machen. "Rechtens wäre die Abmahnung nicht", sagt Hecht. Er rät, ihre Version der Geschichte schriftlich festzuhalten und das bei der Personalabteilung einzureichen. Sollte es zu einer weiteren Abmahnung oder gar einer Kündigung kommen, hätte das keinen Bestand, weil die Abmahnung unberechtigt war. Und selbst wenn sich die Auszubildende an der privaten Schokolade der Chefin bedient hätte, wäre es wegen der Geringwertigkeitsgrenze rechtlich nicht leicht, sie abzumahnen oder zu kündigen.

Wir können also eigentlich alle wieder beruhigt zurück zum Süßigkeiten-Tisch. Unsere Chefin hat heute übrigens Gummibärchen für alle mitgebracht - ich glaub, ich esse keine roten. Sicher ist sicher.

sst
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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