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NEON erklärt

Erster Job: Worauf muss ich beim Arbeitsvertrag achten?

Erwachsen werden ist gar nicht so leicht, denn die Welt ist kompliziert. Das fängt schon beim Arbeitsvertrag an: Worauf muss ich achten? Wo kann ich noch was rausschlagen? NEON hilft dir, deinen Alltag in den Griff zu bekommen und erklärt, worauf es bei einem Vertrag ankommt.

Von Christoph Koch

Frau mit Stift in der Hand

Worauf muss ich eigentlich achten, wenn ich einen Vertrag unterschreibe? (Symbolbild)

Getty Images

Hallo, Ernst des Lebens. Je älter wir werden, desto mehr Fragen tun sich auf. Wie geht eigentlich...? Wann muss ich wohl...? Mit dabei: der Arbeitsvertrag. Wie erklären, worauf ihr beim Unterschrieben achten solltet.

Muss ich den Vertrag prüfen lassen?

Du kannst ihn zum Beispiel von einer Gewerkschaft oder einer Berufskammer checken lassen. Die wissen dort auch, was ein realistisches Einstiegsgehalt für den Job ist. Bietet man dir deutlich weniger, frag warum. Viel mehr rauszuhandeln ist für Einsteiger schwer. Versuch es mit praktischen Erfahrungen, die der Firma nutzen. Nenn keine Gehaltsspanne, das zeigt Unsicherheit, sondern leg dich auf eine Zahl fest.

Worauf muss ich noch achten?

Die oft gebrauchte Klausel "Mit der Arbeitsvergütung sind alle etwaigen Überstunden abgegolten" ist nicht mehr erlaubt. Stattdessen muss eine Maximalzahl an Überstunden festgelegt werden. Und selbst dann darf eine gesetzlich geregelte durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden nicht überschritten werden. Wochenendarbeit muss im Vertrag festgehalten sein. Eine Probezeit ist okay, darf aber höchstens sechs Monate betragen. Warst du vorher Praktikant oder freier Mitarbeiter, kannst du eine kürzere aushandeln.

Wo kann ich eventuell noch was rausschlagen?

Wechselst du für den Job den Wohnort, kannst du versuchen, die Umzugskosten erstattet zu kriegen. Das muss dann auch in den Vertrag. Aber Achtung, oft wird eine Rückzahlung vereinbart, falls du zu schnell wieder kündigst. Außerdem kannst du nach Weiterbildungskursen fragen und das bei Zusage dann schriftlich fixieren lassen.

Was darf mir mein Arbeitgeber nicht vorschreiben?

Die Frisur zum Beispiel. Ausnahmen sind Hygienevorschriften und Sicherheitsfragen (lange Zöpfe und offene Maschinen vertragen sich nicht so gut). Nebentätigkeiten dürfen nicht pauschal verboten werden, dürfen aber deine Erholung in der Freizeit nicht beeinträchtigen. Am besten konkret im Vertrag genehmigen lassen. Auch ein Urlaub von weniger als 20 Arbeitstagen pro Jahr geht nicht klar.

Dieser Artikel ist erstmals in der NEON Ausgabe 01/2017 erschienen.

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Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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