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RTL "Punkt 12" NEON-Traumjob: Katja Burkard, wie wird man eigentlich Fernsehmoderatorin?

Katja Burkard im Interview über ihren Traumjob als Fernsehmoderatorin
Katja Burkard arbeitet seit 22 Jahren als Moderatorin für das RTL-Mittagsmagazin "Punkt 12"
© RTL
Katja Burkard ist eine der bekanntesten Fernsehmoderatorinnen Deutschlands. Seit 22 Jahren moderiert sie "Punkt 12" – und lebt damit den Traum vieler Nachwuchsjournalisten. Mit NEON hat sie über ihren Job gesprochen und darüber, wie ihr Arbeitsalltag abseits der Kameras aussieht.

Um wen geht's? 

Katja Burkard ist seit 22 Jahren das Gesicht des RTL-Mittagmagazins "Punkt 12". Mit ihrem Lebensgefährten Hans Mahr und den zwei gemeinsamen Töchtern lebt die 54-Jährige in Köln. Im September diesen Jahres erschien ihr Buch "Wechseljahre? Keine Panik!". 

Was machst du den ganzen Tag?

Meistens stehe ich um sechs Uhr auf, weil um sieben unsere erste Konferenz beginnt, in der wir die Themen für den Tag besprechen: Womit machen wir auf? Steht eine besondere Aktion an? Die Konferenz geht ungefähr bis acht Uhr. Danach geht es für mich ins Styling und die Maske. Gegen halb zehn bin ich wieder in der Redaktion und schreibe meine Texte für die Moderation. Eine halbe Stunde vor Aufzeichnung gehe ich schon mal ins Studio, um Teaser für die Sendung aufzunehmen. "Punkt 12" geht zwei Stunden, also bis 14 Uhr. 

Um halb drei gibt es dann noch eine Konferenz für den nächsten Tag – und gegen vier Uhr bin ich meistens zu Hause. Wenn meine Kinder aus der Schule kommen, geht für mich der ganz normale Mama-Wahnsinn los: Hausaufgaben, Kinder durch die Gegend kutschieren, einkaufen, kochen ... 

Wie wird man das eigentlich?

Buch von Katja Burkard "Wechseljahre? Keine Panik!"
Im September 2019 ist Katja Burkards Buch "Wechseljahre? Keine Panik!" erschienen
© Blanvalet

Ich wollte eigentlich schon immer Journalistin werden, seitdem ich neun Jahre alt war. Angefangen habe ich schon früh bei der Lokalzeitung bei uns im Westerwald. Und auch während meines Studiums – Germanistik, Spanisch und Politik – habe ich immer geschrieben. Für den "Spiegel" habe ich als freie Mitarbeiterin gearbeitet.

Während der Photokina, einer Messe für Fotografie, stand ich dann am Messestand für die DPA [Deutsche Presseagentur, Anm.d.Red.]. Ich sollte eigentlich Brötchen schmieren und so Messehostessen-Kram machen – aber irgendwann habe ich den Besuchern allen erklärt, wie das System funktioniert, mit dem die DPA damals gearbeitet hat – und die Jungs haben die Brötchen geschmiert. Zu meinem Glück wurde bei der DPA eine Redakteurin schwanger, für die ich die Vertretung machen durfte. Da habe ich dann so richtig Blut geleckt. 

Also habe ich mich für ein Volontariat beim Bastei-Verlag in Bergisch-Gladbach beworben, für eine Zeitung, die "Goldene Gesundheit" hieß. Anderthalb Jahre habe ich da volontiert, später als Redakteurin gearbeitet und habe mich danach bei RTL für ein Praktikum beworben. Meinen ersten Tag hier werde ich nie vergessen: der Tag, an dem sich Hape Kerkeling als Königin Beatrix von den Niederlanden verkleidet hat [das war der 25. April 1991, Anm.d.Red.]. 

Und kaum war ich bei RTL, hieß es auch schon: "So, Katja. Zack, zack, geh mal runter ins Studio und moderier' mal die Nachrichten!" Ich dachte nur: "Um Gottes Willen ..." Mit ein paar anderen Praktikantinnen habe ich dann eine Probesendung aufgezeichnet. Und danach habe ich tatsächlich ein Stellenangebot bekommen – zuerst anderthalb Jahre im Außenstudio in Bielefeld und dann zwei Jahre in Essen. Wieder zurück in Köln habe ich dann als Reporterin gearbeitet. Das muss man sich vorstellen wie auf einer Feuerwache: Wo immer etwas auf der Welt passiert ist, wurde man hingeschickt.

Ab 1995 habe ich im Wechsel mit zwei anderen Kolleginnen die Wochenendausgabe von "RTL aktuell" moderiert und ein Jahr später auch als Stellvertreterin für Milena Preradovic bei "Punkt 12" gearbeitet. Die hat 1997 gekündigt – und seitdem mache ich jetzt "Punkt 12". Es ist mittlerweile ein bisschen wie mein drittes Kind. 

Welchen Satz kannst du nicht mehr hören?

Was mich echt aufregt, ist, wenn Leute die Augen verdrehen und sagen: "Öhh, RTL-Nachrichten!" Ich behaupte mal, wir machen seit so vielen Jahren so erfolgreich Nachrichten, weil unsere Nachrichten gut sind und die Leute sie verstehen. Wir haben uns schon vor Jahren auf die Fahnen geschrieben, dass wir "News to use" machen. Wir gucken jeden Tag: Wo drückt der Schuh bei unseren Zuschauern? Wo können wir helfen? Wie können wir sie zum Lachen bringen? 

Wie ist die Bezahlung? 

Die Moderatoren-Gehälter sind nicht festgelegt, aber viele Moderatoren arbeiten auch journalistisch, also als Redakteure mit Moderationszulage. Das Einstiegsgehalt für Jungredakteuren liegt bei uns bei 3400 Euro im Monat. Nicht eingerechnet sind Zulagen wie Weihnachtsgeld, Gewinnbeteiligung usw. Oben drauf kommt dann die  individuelle Moderationszulage. 

Was ist das Beste an deinem Job? 

Dass er mir noch keine Sekunde langweilig war – und die tollen Kollegen! Ich gehe hier seit all den Jahren jeden Tag mit großer Freude hin, wir haben viel Spaß miteinander und unsere Themen sind total abwechslungsreich: News, Promis, jedes Thema, das man sich vorstellen kann. Ich sag immer: Ich habe ein fundiertes Halbwissen, ich weiß von allem ein bisschen.

Und was ist das Nervigste?

An das frühe Aufstehen habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Vor ein paar Jahren wäre die Antwort vielleicht noch anders gewesen – aber mich nervt eigentlich gar nichts an meinem Job.

Was ist dein Tipp für Newcomer?

Fernsehmoderatorin ist ein weites Feld. Man kann auch Shows moderieren – aber im News-Bereich sollte man auf jeden Fall eine journalistische Ausbildung haben. Man muss Interviews mit Studiogästen führen können und sollte wissen, wie die Reporter-Kollegen arbeiten. In Breaking-News-Situationen muss man spontan sein – aber auch gut informiert, denn man kann nie wissen, welches Thema kommt. Neugier und ein gutes Allgemeinwissen gehören auf jeden Fall dazu. Und man sollte nicht zu fest an "9 to 5" kleben. Die Situation hatten wir bei "Punkt 12", glaube ich, das letzte Mal, als der Germanwings-Flieger abgestürzt ist. Da wird die Vorbereitung in die Tonne gekloppt und wir haben noch eine Stunde verlängert. Wenn etwas passiert, bleibt man gerne länger. 

Mehr Traumjobs findet ihr unter neon.de/traumjob.


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