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Dennis Boller: NEON-Traumjob: Wie wird man eigentlich ... Hotelfachmann im Luxushotel?

Traumjob gefunden: Dennis, 23, ist Hotelfachmann in einem Hamburger Luxushotel. Aber wie wird man das? Und was macht er den ganzen Tag? Mit NEON hat er über seine Liebe zu gutem Essen und die Vorteile von Wochenenddiensten gesprochen.

Traumjob Luxushotelfachmann

Der 23-Jährige hat im Sommer 2017 seine Ausbildung zum Hotelfachmann beendet

Um wen gehts? 

Dennis Boller ist 23 Jahre alt und kommt gebürtig aus Schleswig-Holstein. Im Sommer 2017 hat er seine Ausbildung zum Hotelfachmann beendet und arbeitet im Restaurant "Parkview" des Hamburger Fünf-Sterne-Hotels "The Fontenay".

Was machst du den ganzen Tag? 

Jeder Tag sieht anders aus, obwohl man eigentlich jeden Tag im Prinzip dasselbe macht. Es gibt verschiedene Dienste: vom Frühdienst ab 6 Uhr bis zum Spätdienst, der erst um 16 Uhr beginnt. Heute zum Beispiel hatte ich einen Frühdienst. Man fängt mit Vorbereitungen für das Frühstück an, das heißt, man kontrolliert nochmal die Tische, deckt sie fertig ein, richtet alles gerade aus. Um 6.30 Uhr kommen schon die ersten Gäste.

Wichtig ist, immer zu schauen, dass es ihnen rund um die Uhr gut geht. Manchmal ist man ein bisschen Psychologe, Gastgeber, Freund und Familie in einem. Gegen Mittag wird dann alles für das Mittagessen wieder auf Null gesetzt. Dafür haben wir in der Woche eine Stunde Zeit – am Wochenende kaum, weil es flüssig ineinander übergeht. Der Mittagsservice ist à la carte, also fragt man die Gäste nach ihren Getränkewünschen und serviert das Essen. Beim Wein kann man sein Fachwissen, das man sich in der Ausbildung angeeignet und auch hier im Hotel vermittelt bekommen hat, einsetzen, um bei der Auswahl zu beraten. Außerdem ist man in einem Luxushotel viel mit dem Polieren beschäftigt. Alles muss blitze-blank sein.

Wie wird man das? 

Mein Vater arbeitet in der Hotellerie, während der Schulzeit habe ich auch mal ein Praktikum bei ihm gemacht. Danach dachte ich: Sehr interessant, aber als Beruf zu stressig. Eigentlich wollte ich zum Rettungsdienst gehen. Weil ich bis zur Ausbildung noch ein Jahr Zeit hatte, habe ich im Hotel, in dem mein Vater ist, gejobbt. In dieser Phase hat mich der Beruf so überzeugt, dass ich mich danach doch für eine Ausbildung in einem Hamburger Luxushotel beworben habe. 

In einem Luxushotel zu arbeiten, ist etwas anderes als in einem Zwei-Sterne-Hotel. Darüber muss man sich vorher im Klaren sein. Man muss mehr auf den Gast eingehen, muss mehr Feingefühl haben, wie die Gäste bedient werden möchten. Die Ausbildung dauert drei Jahre, kann aber bei bestimmten Kriterien auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden. In den drei Jahren durchläuft man alle Abteilungen, die es in einem Hotel gibt: vom Restaurant über das Housekeeping und die Rezeption bis hin zur Bar. Dadurch bekommt man einen guten Einblick und kann sich anschließend entscheiden, in welchen Bereich man gehen möchte.

Traumjob Luxushotelfachmann

Dennis bei der Arbeit im Hamburger Luxushotel "The Fontenay"

stern.de

Welchen Satz kannst du nicht mehr hören? 

Oft kommen Fragen wie: "Habt ihr da viele Promis?" Aber natürlich gilt Diskretion und man behält so etwas für sich. Oder: "Bist du aufregt, wenn ein Promi bei euch ist?" Für mich macht das gar keinen Unterschied, für mich sind alle Gäste gleich wichtig.

Viele fragen mich auch, ob es mich nervt, dass ich am Wochenende arbeiten muss. Da ist meine Antwort immer ein klares Nein, weil ich viel lieber unter der Woche frei habe. Die Geschäfte sind leerer und man kann Dinge erledigen, die man am Wochenende nicht schafft. 

Wie ist die Bezahlung? 

Oft wird nach Tarif bezahlt. Der aktuelle Trend geht aber zur höheren Vergütung.  Das liegt auch am Fachkräftemangel. Im "Fontenay" wird übertariflich bezahlt. [Anm. d. Red.: Das Einstiegsgehalt für Hotelfachleute nach der abgeschlossenen Ausbildung liegt im Tarifbereich Hamburg bei 1720 Euro brutto.] Dazu gibt es einige Angebote und Benefits wie Guthabenkarten für Tankstellen, Supermärkte oder ein Abo für die öffentlichen Verkehrsmittel. Auch die Verpflegung in der Kantine ist kostenfrei. Trinkgeld gibt es natürlich auch noch, zumindest in einigen Abteilungen im Hotel.

Was ist das Beste am Job? 

Die Möglichkeit, in so vielen verschiedenen Städten und Ländern arbeiten zu können. Besonders in Luxushotels kann man auch tolle Speisen und Getränke probieren, an die man als junger Menschen sonst gar nicht rankommen würde. Man lernt auch, vieles wertzuschätzen: guten Service, gutes Essen. Mit Anfang 20 gebe ich heute gerne zwischen 100 und 150 Euro für einen Restaurantbesuch aus. Ich finde dies eine gute Sache – anstatt für irgendwelche Technik.

Was das Nervigste? 

Klar habe ich mal einen schlechten Tag, und es fällt mir schwer, morgens um 4 Uhr aufzustehen oder bis 2 Uhr nachts zu arbeiten – aber für mich überwiegen die Vorteile. Sonst wäre ich auch nicht richtig in der Hotellerie. Ich gehe gerne zur Arbeit.

Dein Tipp für Newcomer? 

Unbedingt ein Praktikum machen, am besten gleich über ein bis zwei Monate. So kann man so viele Abteilungen wie möglich als ganzes Spektrum kennenlernen und sieht, wie man mit den Arbeitszeiten zurechtkommt. Erfahrungen im Vorfeld zu sammeln ist wichtig, damit man nicht blind in den Beruf reingeht und dann die Ausbildung abbricht. Außerdem: Nicht den Mut verlieren! Es lohnt sich, wenn man wirklich Spaß daran hat.

Mehr Traumjobs findet ihr unter neon.de/traumjob.

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