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Lerntricks für's Studium: Uni-Dozent erklärt: Wie du mit vier Tagen Lernen eine 1.0 schreiben kannst

Die nächste Prüfung steht an, doch statt zu lernen schaust du Netflix, checkst Insta oder verabredest dich mit Freunden? Kein Grund zum Verzweifeln, denn die Lösung kann man lernen.

Mit der richtigen Strategie macht der innere Schweinehund große Augen.

Mit der richtigen Strategie macht der innere Schweinehund große Augen.

Wer kennt das nicht: Die erste Klausur im neuen Semester steht an, die Yoga-Prüfung oder der Abschlussbericht für den Chef warten. Aber die Motivation zum Lernen ist im Keller, bevor man überhaupt angefangen hat. Eine Strategie muss her – aber welche?

"Es gibt nicht den ultimativen Hack, nicht das Geheimnis“, sagt Daniel Hunold. "Man muss vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer werden und herausfinden, was für einen die richtige Strategie ist.“ Na, toll. Aber der 33-Jährige muss es wissen: Er ist Dozent an der Universität Greifswald und hat dort das Projekt "MotiviertStudiert" ins Leben gerufen. In seinen Kursen, auf seinem Blog und online bei YouTube, vermitteln er und sein Team Studenten und allen, die lernen wollen oder müssen, kostenlos wie genau das richtig geht.

Intelligenz spielt keine Rolle

Denn auch Lernen will gelernt sein. Doch in der Schule bekommen wir dieses Wissen oft nicht mit auf den Weg. An ein Fach "Lernen" kann ich mich auf jeden Fall nicht erinnern. Meistens bekam man das Wichtigste vom Lehrer in kleinen Häppchen serviert und musste es "nur" noch auswendig lernen – was schon damals nicht immer erfolgreich war. "Im Studium hat man dann plötzlich ein riesiges Problem, weil man alles selber organisieren muss“, sagt Daniel Hunold. Die Kurse, die eigene Zeit und eben das Lernen.

Auch ihm ging es so. Schließlich beschäftigte er sich immer mehr mit dem Thema, forschte in der Psychologie nach und fand Tricks, die schon die alten Griechen kannten. Als er für seinen Vortrag "Wenn ich die Uni geschafft habe, dann schaffst du sie erst Recht" einen Preis bekam, finanzierte er damit sein Coaching-Projekt. Denn wer einmal seine Lernstrategie gefunden hat, kann sie später überall erfolgreich anwenden, ob im Beruf oder einfach für den nächsten Sprachkurs. Reine Intelligenz spielt dabei nicht die größte Rolle – Studien beweisen, dass der IQ nur 50 Prozent des eigenen Erfolges bestimmt. Ein großer Teil sind vor allem Disziplin und Motivation.

Drei Tipps für effektives Lernen

Für jeden, der gerade etwas akut lernen muss oder mit dem Lernen beginnt, hat Daniel Hunold drei Tipps:

  1. Schaff dir einen Überblick! Fange niemals einfach vorne an und arbeite dich nach hinten durch. Mach zum Beispiel eine MindMap mit den wichtigsten Inhalten und befülle sie weiter
  2. Wiederholen, wiederholen, wiederholen! Das erste Mal nach 40 Minuten, dann nach einem Tag, dann nach zwei Tagen – nur so kann man sich Inhalte längerfristig merken
  3. Struktur ist alles! Wenn man sich an ein Schema halten kann, fällt alles leichter und man kann erledigte Aufgaben abhaken

Schweinehund und Panikhuhn

Wer gerade an der Uni oder mit größeren Projekten anfängt, sollte sich außerdem vorm Lernschock in Acht nehmen: Bei vielen neuen Infos und Herausforderungen ist man schnell überfordert und verzweifelt. Helfen kann da laut Hunold, zwei Mitarbeiter kennenzulernen: den Schweinehund und das Panikhuhn. Der Schweinehund, die Aufschieberitis, die verhindert, dass wir mit unseren Ressourcen richtig umgehen. Ganz ins Tierheim geben kann man den Schweinehund wohl nicht - aber er lässt sich zum Glück mit ein bisschen Übung trainieren. So kann man ihm neue Gewohnheiten beibringen: Nach knapp zwei Monaten ist es dann plötzlich viel leichter, pünktlich um sieben aufzustehen. Auch anderen von seinen Plänen zu erzählen kann helfen – das baut sozialen Druck auf und macht es leichter, sie einzuhalten.

Gegenspieler und zugleich die perfekte Ergänzung zum inneren Schweinehund ist das Panikhuhn. Das Federvieh im Hinterkopf warnt lautstark vor der anstehenden Prüfung. Ist es aber zu übermotiviert, neigt man schnell zu Prüfungsangst oder eben zu viel Panik vor anstehenden Aufgaben. Aber auch das Panikhuhn lässt sich trainieren: Indem man Altklausuren übt oder die Prüfung im Kopf mehrfach durchspielt, um Sicherheit zu bekommen. Im besten Fall scheucht das Panikhuhn den Schweinehund genug, um motiviert und fokussiert, aber nicht panisch zu sein.

Was aber, wenn in vier Tagen die große Prüfung ansteht? Auch dann ist ein Erfolg möglich, sagt zumindest Daniel Hunold. Aber es hänge sehr von der eigenen Disziplin, der Motivation und einer guten Strategie ab. Wie ihr das am Besten umsetzen könnt, erfahrt ihr in den Videos von MotiviertStudiert:

Wichtig sei vor allem Realismus, sagt der Experte. "Das Studium sollte die geilste Zeit im Leben sein. Aber es sagt einem vorher keiner, dass man auch viel rudern muss.“ Deshalb wünscht sich Hunold, dass es in ein paar Jahren ein eigenes Fach in den Schulen und an der Universität zum Thema Lernen gibt. Doch jeder muss auch an sich persönlich arbeiten und trotz Enttäuschungen weitermachen: "Man kann sich immer sagen: Als Person bin ich toll, egal was für eine Note ich habe. Für eine gute Note muss ich aber meine Lernstrategien weiterentwickeln.“

Auslandsstudium
lau
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.