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Interview

Mobilität der Zukunft: Uber-Kampagne: Zwei Forscher erklären, wie sinnvoll Flugtaxis tatsächlich sind

Uber plant, ab 2023 erste Flugtaxis über Los Angeles in die Luft zu schicken. Zwei Experten erklären uns, warum sie von der neuen Flugtaxi-Kampagne wenig halten – und auf welche Technologie Großstädter mit normalem Budget stattdessen setzen sollten.

Von Katharina Weiß

Ein Flugtaxi, wie Uber es sich vorstellt

Der Fahrdienst Uber will 2023 über Los Angeles Flugtaxis in Betrieb nehmen.

Noch klingt es nach ferner Zukunft – doch schon bald könnten Taxis nicht nur auf den Straßen unterwegs sein, sondern uns auch durch die Lüfte transportieren. Das Unternehmen Uber plant, schon 2023 Flugtaxis über LA in Serie fliegen zu lassen. Wir haben Nicholas Shapiro von der University of California und Mathew Lippincott, Leiter des Forschungsprojekts Head Full of Air, gefragt, wie die Zukunft der urbanen Luftfahrt aussehen könnte, welche ungewöhnliche Alternative zum Helikoptermodell im Raum steht – und warum sich dadurch unsere Mode verändern könnte.

NEON: Was sind die Vorteile des Uber-Models?

Nicholas Shapiro: Ein Vorteil von fliegenden öffentlichen Verkehrsmitteln ist, dass sie uns von der Straße wegbringen. Unser Asphalt wird aus Bitumen hergestellt. Diese Gemische sind der größte Ölverschmutzer der Welt. Sie haben einen entscheidenden Anteil an der Zerstörung von Ökosystemen und damit am Verlust der biologischen Vielfalt. Eine Welt ohne verstopfte Straßen ist automatisch eine nachhaltigere Welt.

Mathew Lippincott: Die Vorteile des Uber-Models sind ansonsten rein mechanisch: Es verringert die Komplexität und den Wartungsaufwand von Flugzeugen. Elektrische Antriebsstränge haben weniger Verschleißteile, was die Flugsicherheit der Drehflügler, der derzeit gefährlichsten Form von Flugzeugen, verbessern könnte. Derzeit sind die meisten Hubschrauberabstürze auf mangelhafte Wartung zurückzuführen.

Was sind die Nachteile?

Lippincott: In Zukunft wird uns am meisten stören, dass wir unsere Ressourcen für Maschinen mit kurzer Lebensdauer, eingeschränkter Zugänglichkeit und hohem Energiebedarf verschwendet haben, anstatt sie in eine umweltfreundliche Infrastruktur zu investieren. In Deutschland und Südkalifornien würde man für die Flugtaxis Kohle und Erdgas benötigen und damit die Umstellung auf erneuerbare Energien verzögern.

Shapiro: Uber Air hat eine extreme Häufigkeit von Flugtaxi-Flügen als ultimatives Firmenziel angegeben: In ihrem LA-Modell geben sie an, dass es in Los Angeles zehnmal so viele Flugtaxi-Füge pro Tag geben soll, wie in den gesamten USA täglich konventionelle Flieger abheben. Uber braucht diese extreme Sättigung, um uns eine Zukunft schmackhaft zu machen, in der Flugtaxis günstiger sind als der Besitz eines Autos. Mit anderen Worten: Sie müssen das Projekt der Öffentlichkeit verkaufen.

Wenn wir ihnen glauben, bedeutet das aber auch, dass wir uns auf das albtraumhaft laute Surren von Elektromotoren und den Lärm von Rotorblättern als konstantes Hintergrundgeräusch einstellen müssten. Die Auswirkungen dieser Lärmbelästigung auf die psychische Gesundheit der Städter wären dramatisch.

Ich vermute, dass Flugtaxis in erster Linie dazu dienen werden, die Reichen von ihren Enklaven zum Flughafen oder zu Ferienimmobilien zu bringen – damit sie nicht mehr mit dem Rest der Menschheit interagieren müssen.

Nicholas Shapiro mit Ballon

Nicholas Shapiro ist Assistenzprofessor für Biologie und Gesellschaftswissenschaften an der University of California. 

Wie dystopisch malen Sie sich einen Alltag mit Flugtaxis aus?

Lippincott:  Elektrische Lufttaxis sehen von unten wie Hubschrauber aus. Reiche Menschen werden zwischen großen Privatgrundstücken und einer begrenzten Anzahl von Hubschrauberlandeplätzen hin- und herreisen. Lufttaxis werden in Los Angeles, unserer Heimatstadt, plötzlich ziemlich in sein und in einer Vielzahl von Medien auftauchen, aber die meisten von uns werden sie am Anfang kaum wahrnehmen. Dankbare Feuerwehrmänner werden von Lufttaxis aus Buschfeuern gerettet werden, und PR-Firmen werden diese Geschichten in ständiger Rotation an die Nachrichtensender ausspielen.

Der öffentliche Protest wird schließlich zunehmen, wenn der Lärm ärgerlicher wird und der Preis unerreichbar bleibt. Die "Flugtaxi-Opposition" wird eigenartige Allianzen schmieden: Hundeliebhaber werden auf die Barrikaden gehen, da das hohe Geräusch des elektrischen Antriebs eine große Belastung für die Vierbeiner bedeutet. Gut betuchte Vogelliebhaber aus Malibu werden sich mit einkommensschwachen Familien in Los Angeles und Orange County zusammentun, die beide unter der Nähe zu Hubschrauberlandeplätzen leiden. Verordnungsentwürfe zur Durchsetzung von Flugkorridoren, Öffnungszeiten und anderen Kontrollen werden in den Gemeinden an der städtischen Peripherie in Umlauf gebracht werden.

Flugtaxis werden keine Alltagslösung werden, da die Regulierung ihre Bequemlichkeit einschränken wird, und die Kosten für ein breites Publikum niemals erschwinglich genug sein werden. Die bestehenden Akteure der Branche werden sich konsolidieren und sich verlässlicheren Kunden wie dem Militär zuwenden. Der Hubschrauber, wie wir ihn kennen, wird komplett ersetzt werden.

Wann werden die ersten Flugtaxis in Berlin oder München verfügbar sein?

Lippincott: Sie könnten innerhalb von fünf Jahren einsatzbereit sein und auf bestehenden Hubschrauberrouten fliegen. Unserer Meinung nach werden Lärm- und Sicherheitsbedenken ihre Verwendung als alltägliches Transportmittel verhindern. Aber: Für Feuerwehr- und Rettungsmissionen können sie wertvoll sein.

Shapiro: Ich denke, das im Gegensatz zu LA in Deutschland gut ausgebildete Zugsystem wird die Flugtaxis in deutschen Großstädten schwer verkäuflich machen. Oft ist es schneller, mit dem Zug zu fahren als mit dem Auto. Neuere Städte mit einer großflächigeren Ausbreitung und intensiveren Verkehrsproblemen werden diese Möglichkeit lange vor Deutschland in Anspruch nehmen. Elitereisende könnten dann verlangen, dass Städte wie Berlin die Technologie aufrüsten, um ihr gewohntes Reiseerlebnis aufrechtzuerhalten.

Mathew Lippincott

Mathew Lippincott ist Ballon-Designer und technischer Redakteur.

Gibt es Alternativen zum Uber-Model?

Lippincott: Eine "in der Luft lebende" Bevölkerung von Los Angeles könnte den Exportwert des südkalifornischen Lebensstils in einer Weise steigern, wie sie seit der Blütezeit der Hot Rods (Automodell aus den 20er Jahren, d.Red.) und des Surfens nicht mehr zu sehen war. Das Land um Los Angeles ist mit seiner bestehenden Produkt- und Kulturindustrie gut positioniert, um die urbane Luftfahrt in einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verwandeln. Damit dies auf lebendige, dauerhafte und gerechte Weise geschieht, müssen Stadtflüge in der Populärkultur verankert werden.

Unser Vorschlag: Gleitschirmfliegen.

Über Städten wie Rio de Janeiro fliegen jedes Jahr Zehntausende von Gleitschirmpassagieren. Durch ernsthafte Investitionen in Startzonen, Flugsicherungssysteme, Landeplätze und Rettungsdienste kann Los Angeles zu einem globalen Zentrum für beliebte Stadtflüge werden.

Gleitschirme sind ein Textilprodukt, das jeder mit einer Nähmaschine zu Hause selbst herstellen kann. Sie können relativ einfach visuell auf Sicherheit überprüft werden. Neuere Designs wiegen weniger als zwei Kilo und passen in Rucksäcke. Sie kosten weniger als Motorräder und sind bereits sicherer – was für Hubschrauber nicht gilt. In LA kostet die Flugminute mit einem erfahrenen Gleitschirmpiloten bereits nur halb so viel wie eine Minute des Flugdienstes von Uber.

Welche Kriterien erfüllt das Gleitschirmfliegen, mit denen das Uber-Model nicht mithalten kann?

Lippincott: Sind Lufttaxis für Haushalte mit mittlerem Einkommen erschwinglich? Können sie in Garagen umgebaut oder maßgeschneidert und dann in einer Stadt benutzt werden? Können sie auf kunstvolle und kreative Weise in und um die Stadt betrieben werden? Stellen sie einen Dialog mit der Naturlandschaft her? Sind sie ressourcenschonend? Lufttaxis erfüllen keines dieser Kriterien, Gleitschirme jedes davon.

Wie soll man im Businessoutfit Gleitschirmfliegen, ohne sich den Anzug zu zerknittern?

Lippincott: Mode passt sich ambitionierten Lebensstilen an. Slim-Fit-Hosen sind eine Antwort auf das Problem, dass lose Hosenbeine in Fahrradketten stecken bleiben. Sogar teure Geschäftsanzüge haben mittlerweile oft schmale Hosenbeine, obwohl Radfahrer fast überall in den USA und Europa eine Minderheit der Stadtbewohner ausmachen. Der Look gilt als urbaner Chic. Wenn der "Flug-Lebensstil" erstrebenswert wird, gilt dasselbe für den "Flug-Stil". 

Bräuchte man einen Führerschein fürs Gleitschirmfliegen?

Lippincott: Gleitschirme sind derzeit als Ultraleichtflugzeuge klassifiziert und erfordern keine Lizenz. Piloten sind jedoch von den meisten Fluggebieten ausgeschlossen, wenn sie nicht von Dritten geschult und zertifiziert wurden. Städtisches Fliegen wird höchstwahrscheinlich mit bestimmten Einschränkungen der Flugsicherung im Zusammenhang mit dem Training einhergehen. Gegenwärtige Ultraleichtflugregeln verhindern städtisches Gleitschirmfliegen. Die kalifornische Regierung beabsichtigt jedoch, neue Regulierungskategorien für Lufttaxis zu schaffen. Angesichts der vorhandenen Sicherheitsinformationen und der Notwendigkeit, unsere Verkehrssysteme zu entkohlen, ist eine Überarbeitung der Gleitschirmregeln genauso sinnvoll. Oder sinnvoller als die Genehmigung neuer, nicht getesteter Flugzeugkategorien für den städtischen Betrieb.

Könnten Kinder oder behinderte Menschen diese Alternative nutzen?

Lippincott: Die meisten Menschen werden Paragliding zunächst als Tandemflug erleben, bei dem ein ausgebildeter Pilot einen Passagier für eine Besichtigungstour oder eine besondere Veranstaltung mitnimmt, anstatt einen eigenen Gleitschirm zu fliegen. Das Starten eines Gleitschirms kann mühsam sein, aber der Flug selbst erfordert keine extreme Anstrengung. Im Grunde können alle Altersgruppen ihn also nutzen, und er ist offen für eine Vielzahl von körperlichen Einschränkungen, insbesondere wenn die Startinfrastruktur für eine Reihe von Mobilitätsstufen ausgelegt ist.

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Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg