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Fahrverbot: Moralisch bedenklich? Diese Versicherung zahlt das Taxi, wenn der Führerschein weg ist

Bitte was? Die ias-Unternehmensgruppe aus Bremen will eine "Führerscheinverlustversicherung" anbieten. Sie soll die Kosten für eine alternative Beförderung übernehmen - wenn der Lappen zum Beispiel wegen einer Alkoholfahrt weg ist.

Führerschein: Diese Versicherung zahlt das Taxi, wenn dieser weg ist

Ist eine "Führerscheinverlustversicherung" moralisch bedenklich?

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Das Ortseingangsschild übersehen. Mit 27 km/h mehr als erlaubt geblitzt. Das heißt nach dem Bußgeldkatalog 80 Euro Strafe, ein Punkt in Flensburg und im schlimmsten Fall ein einmonatiges Fahrverbot. Für jemanden, der aus beruflichen Gründen auf das Auto angewiesen ist, ist dieses Szenario der blanke Horror. Die Fahrkosten erhöhen sich für den jeweiligen Zeitraum – denn statt Auto heißt es Bahn, Taxi oder Bus.

Kein Problem, sagt die ias-Unternehmensgruppe. Sie will künftig eine so genannte "Führerscheinverlustversicherung" anbieten. Mit anderen Worten: Sie übernehmen bei Führerscheinverlust die Kosten für eine alternative Beförderung wie zum Beispiel Taxigeld. Für eine jährliche Pauschale von 300 Euro soll es diesen Versicherungsschutz geben. Während des Fahrverbots können die Versicherten bis zu 10.000 Euro von der Versicherung bekommen. Kritiker äußern nun moralische Bedenken. 

Denn der gewährte Schutz greift bei Vergehen wie Geschwindigkeitsüberschreitung, Auffahren und ungenügender Abstand, Handynutzung, Vorfahrtverletzung – und sogar bei Alkohol am Steuer bis zu einem Promillewert von 1,09 Prozent.

Grünen-Sprecherin: Fordert härtere Strafen

Das Angebot fördert das genaue Gegenteil davon, für was sich das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) seit Jahren einsetzt: mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Dem widerspricht Thomas Schrader, geschäftsführender Gesellschafter der ias, vehement: "Was wir anbieten, richtet sich ausschließlich an Menschen, denen mal ein Missgeschick im Verkehr geschieht – die aber gerade keine notorischen Verkehrsrowdys sind."

Daniela Wagner, Sprecherin für Verkehrssicherheit der Grünen im Bundestag, hat trotzdem ihre Bedenken: "Mit Blick auf die Verkehrssicherheit ist es kontraproduktiv, wenn die Sanktionierung von Fahrern, die rasen und drängeln abgemildert wird." Sie fordere deshalb höhere Bußgelder gegen Raser und Drängler. Nur so könne eine Strafe abschreckend wirken.

Wie moralisch bedenklich ist die "Führerscheinverlustversicherung"?

Die Idee der Unternehmensgruppe ist im Übrigen nichts Neues. In Großbritannien werden solche Versicherungen schon seit Jahren angeboten. Wie Schrader betont, zeige die Erfahrung, dass dieses Produkt nicht von so genannten Verkehrsrowdys missbraucht werde: "Unser Ziel lautet nun: Wir wollen endlich auch in Deutschland mögliche wirtschaftliche Folgen des mobilen Alltags absichern."

Aus diesem Grund zahlt die Versicherung, wie die ias auf ihrer Homepage angibt, beim Verlust der Fahrerlaubnis von bis zu einem Monat 5000 Euro, bei bis zu zwei Monaten 7500 Euro und bei bis zu drei Monaten 10.000 Euro. Im Umkehrschluss heißt das, dass Leute, die sich die Versicherung leisten können, der eigentlichen Strafe entgehen können. Ob das moralisch bedenklich sei, hat NEON Schrader gefragt. "Dass es gerade keine Frage der Moral ist, hat auch das Bundesverkehrsministerium bei einer Überprüfung der Versicherung festgestellt", so Schrader. "Wir fördern mit unserer Versicherung kein unbilliges Verkehrsverhalten, sondern mildern lediglich finanzielle Folgen moderat ab."

Noch ist das das jedoch Zukunftsmusik. Auf der Homepage heißt es derzeit noch "coming soon" (Deutsch: kommt bald). Laut Schrader haben sich aber jetzt schon Interessenten gemeldet.

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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