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Kommentar: Keine Ahnung von Geld? Warum wir Finanzunterricht an Schulen bräuchten

Versicherung, Steuererklärung, Abrechnung: Allesamt Vokabeln aus der Finanzwelt. Von dieser Welt hat unser Autor keine Ahnung. Warum er sich schon zu Schulzeiten mehr Aufklärung gewünscht hätte.

Von Finanzangelegenheiten haben viele junge Menschen keine Ahnung - so wie auch unser Autor. (Symbolbild)

Von Finanzangelegenheiten haben viele junge Menschen keine Ahnung - so wie auch unser Autor. (Symbolbild)

Getty Images

Finanzen – alleine dieses Wort treibt mir bereits den Schweiß auf die Stirn. Egal ob Steuererklärung, Rentenverträge oder Lebensversicherung – mir fehlt in allen Bereichen der Durchblick. So wie mir geht es aber offenbar vielen jungen Menschen. Das ist jetzt bei einer Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut Forsa und der Schufa herausgekommen. Die haben gut 1000 Personen zwischen 16 und 25 Jahren befragt. Das Ergebnis: Gerade einmal acht Prozent der Befragten haben angegeben, über gute bis sehr gute Kompetenzen auf dem Finanzgebiet zu verfügen. Die Befragten haben weniger Probleme damit, einen Handyvertrag als eine Vermögensversicherung abzuschließen - kommt mir irgendwie bekannt vor. Knapp 90 Prozent der Teilnehmer wünschen sich Aufklärung zu Finanzthemen bereits in der Schule. Diesen Wunsch kann ich nicht nur gut nachvollziehen, sondern würde ihn befürworten.

Zwar weiß ich, wie wichtig es eigentlich wäre, sich in dem ganzen Finanz-Wirr-Warr zurecht zu finden, trotzdem habe ich mich nie wirklich damit auseinander gesetzt. Hätte es mir ein Lehrer in der Schule vermittelt, wäre ich dankbar gewesen. Stattdessen habe ich, wie so viele junge Menschen, immer meine Eltern um Rat gefragt. Meine Mutter ist allerdings diesbezüglich genauso ahnungslos wie ich. Mein Vater hat in weiser Voraussicht, wie er selbst sagt, einige Versicherungen für mich abgeschlossen. Was genau da abgeht – kein Plan! Würde es plötzlich wieder zu einer Weltwirtschaftskrise kommen, ich hätte auch nicht nur die leiseste Ahnung, wie viel Geld ich dann noch hätte. Früher, als ich noch zu Hause bei meinen Eltern gelebt habe, musste ich mir darum noch keinen Kopf machen.

Kalt- und Warmmiete sind zwei unterschiedliche Dinge

Als ich dann vor ein paar Jahren ausgezogen bin, ging’s dafür aber richtig los: Schon während der Wohnungssuche hatte ich Schwierigkeiten, mir einen Reim darauf zu machen, was denn jetzt zum Monatsende tatsächlich an Miete fällig werden würde. Es stand immer nur etwas von Kaltmiete in den Annoncen. Dass man auf diesen Betrag noch ordentlich etwas drauf kloppen muss, um dann bei der Warmmiete zu landen, wusste ich gar nicht. Hatte mir ja auch keiner erklärt. "Sie sollten nach Möglichkeit auch noch eine Haushaltsversicherung abschließen, falls etwas passiert", wurde mir vom Vermieter geraten. Jo, das haben meine Freundin und ich gemacht. Aber was genau dahinter steckt, weiß ich ehrlich gesagt noch immer nicht. Vielleicht liegt das einfach an meiner grundsätzlichen Abneigung, die ich gegen Zahlen habe?! Ich weiß es nicht, würde es aber gerne herausfinden.

Rückblickend hätte ich mir jedenfalls gewünscht, schon zu Schulzeiten in Sachen Finanzen mehr erklärt zu bekommen. Doch stattdessen wurden Geldthemen wenn überhaupt nur mal angekratzt. Ich für meinen Teil habe mir vorgenommen, mich künftig mehr mit diesen Dingen auseinander zu setzten. Denn es ist gar nicht so schwer, wenn man sich nur mal dran macht.

Als Startlektüre habe ich mir zum Beispiel das Schülerheft des Bundesfinanzministeriums zum Thema „Finanzen & Steuern“ heruntergeladen. Dort werden die elementaren Begrifflichkeiten sehr anschaulich erklärt. Zum Einstieg ist das echt 'ne feine Sache. Tipps zum Thema Steuererklärung findet ihr hier. Und wenn ihr euch dann noch fragen solltet, ab wann ihr am Besten mit dem Sparen für die Rente los legen solltet, findet ihr hier ein paar wertvolle Tipps!

lui
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