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Trend auf Twitter: So findest du heraus, welche skurrilen Interessen Instagram von dir gespeichert hat

Dass Instagram und Co. Daten von Usern speichern, ist wahrscheinlich jedem klar. Aber dass man sie ganz einfach nachgucken kann, wohl eher nicht. In der App kann man nämlich nachsehen, welche Interessen Instagram einem zuschreibt. Lustig und gruselig zugleich.

Instagram speichert deine Interessen für Werbezwecke

Instagram speichert deine Interessen für Werbezwecke – so findest du sie heraus

Unsplash

Klar, Instagram, Facebook und andere soziale Medien leben davon, unsere Daten abzugreifen und sie an Werbekunden weiterzuverkaufen. Das ist zwar ziemlich gruselig, wenn man darüber nachdenkt, aber leider auch die Realität, die alle akzeptieren. Hat ja angeblich auch Vorteile, schließlich bekommt man personalisierte Werbung angezeigt. Bei den meisten Netzwerken kann man einfach nachschauen, welche Daten von einem für Werbezwecke genutzt werden: vom Algorithmus gesammelte Interessen. Das ist nicht neu – aber scheinbar wurden die User jetzt gerade erst darauf aufmerksam. 

Auf Twitter postet Eric Ginsburg, ein New Yorker Journalist, vor einigen Tagen eine Anleitung, wie man diese Interessen bei Instagram findet. Wenn ihr es selbst einmal testen wollt, hier der Pfad: 

Einstellungen > Privatsphäre und Sicherheit > Datenzugriff > Werbeanzeigen / Interessen für Werbung > Alle anzeigen

Dort erhaltet ihr eine Liste von Dingen aller Kategorien, für die ihr euch laut Instagram interessiert. Eric fügt zu seiner Anleitung noch zwei weitere Schritte hinzu: "2. Lache darüber, wie krass falsch die Ergebnisse sind. 3. Teile die lächerlichsten Ergebnisse unter diesem Post. Einige meiner besten sind 'Plastik', 'Emotion', 'Frau' und etwas, das sich 'Netmoms' nennt." Die Twitter-Community befolgt natürlich Schritt drei und teilt fleißig ihre lustigsten Pseudo-Interessen. Mit dabei so wahllose Dinge wie Nickerchen, Hosen, Salz, Ziege, Organ und jede Menge Namen, die niemand kennt. 

Meine skurrilsten Interessen laut Instagram

Natürlich habe auch ich nachgesehen, welche Interessen Instagram bei mir so gespeichert hat. Und auch bei mir finden sich Namen, die ich noch nie gehört habe. Also habe ich einfach mal nachgesehen, wer das so ist: Amy Porterfield (Online-Marketing-Expertin), Phil Heath (professioneller Bodybuilder), Seth Troxler (Techno-DJ), Machel Montano (trinidadischer Sänger), Chalene Johnson (Influencerin) und Rick Bonadio (brasilianischer Musikproduzent). Aha, sehr interessant. Was wäre da noch so? Wandmalerei (meint Instagram damit Graffiti?), Uterqüe (anscheinend eine Klamottenmarke), Kartell (ups, zu viel "Narcos" geguckt?), Southern Living (was auch immer das bedeuten soll), Dehngymnastik (Yoga?) oder sowas nichts sagendes wie Sonne, Welt oder Kurator. 

Hinzu kommen jede Menge angebliche musikalische Vorlieben, von denen ich nichts wusste: Led Zeppelin, Bushido, Britischer Blues, Bounce music, Christliche Musik, Soca (eine Musikrichtung in der Karibik) und Low Bap (ein Subgenre der griechischen Hip-Hop-Musikszene) und Pan-Pot (ein Berliner DJ). 

Es sind zwar auch Schlagworte wie Minimalismus, Streetart, Game of Thrones, Möbel, Reportagefotografie und Journalismus dabei, also Dinge, die ich mir absolut erklären kann – aber bei 50 Prozent meiner angeblichen Interessen stehe ich vor einem Rätsel. Wie zur Hölle kommt Instagram darauf, dass ich mich für die Dolomiten, Angelschnüre oder einen trinidadischer Sänger, den ich nicht kenne, interessiere? Die komplette Liste ist so lang, dass ich sie mir gar nicht bis zum Ende durchlesen kann. Bei so vielen random Wörtern ist es kein Wunder, warum ich manchmal absolut unpassende Werbung angezeigt bekomme. Aber sind die Algorithmen nicht dazu da, dass das gerade nicht passiert? 

Das gleiche funktioniert auch bei Facebook

Man kann übrigens auch bei Facebook ganz einfach seine "Interessen" nachschauen unter Einstellungen > Werbeanzeigen > Deine Interessen. Dort sind die Schlagworte sogar in Kategorien wie Branchen, Reisen, Familie, Essen, Ausbildung und Lifestyle einsortiert. Besonders treffsicher sind sie deswegen trotzdem nicht unbedingt. Besonders schön sind meine angeblichen Hobbies: Denken, Hobby, Tugend, Kohlenstoffmonoxid, Xenon, Affektion und Atom. Klingt nach einem tollen Leben. Danke, Mark Zuckerberg!

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