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Britische TV-Sendung: Sorry, liebe Veganer, aber Avocados sind nicht vegan

Wenn es einen Superstar unter Früchten gibt, dann die Avocado. Kein Wunder, schließlich ist sie gesund, schmackhaft und vegan. Achtung, letzteres ist sie angeblich nicht. Das behauptet nun eine britischen Fernsehsendung. Doch warum?

Avocado: Sorry liebe Veganer, aber die Frucht ist nicht vegan

Veganer, müssen jetzt ganz stark sein: Denn die Superfrucht Avocado ist der britischen Wissenschaftssendung "QI" zufolge nicht vegan

Unsplash

Gefühlt wird gerade alles aus Avocado gemacht. Die Frucht erlebt seit Jahren einen nicht enden wollenden Hype. Allein in Deutschland hat sich der Konsum in den letzten zehn Jahren vervierfacht. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Avocados sind gesund, reich an ungesättigten Fettsäuren und Kalium, schmackhaft und sollen sogar angeblich vor Herzinfarkt und Krebs schützen. Für viele Veganer zählen sie deshalb zu den absoluten Lieblingslebensmitteln – möglicherweise (festhalten liebe Veganer) zu unrecht: Die britische TV-Sendung "QI" von BBC behauptet nun, dass die Avocado streng genommen nicht so richtig vegan ist.

In der jüngsten Folge der beliebten Quizsendung wurde die Frage gestellt, welche Lebensmittel für strikte Veganer in Frage kämen, ohne dass dafür Tiere leiden müssen. Zur Wahl standen dabei neben Avocados auch Kiwis, Melonen, Butternuss-Kürbisse und Mandeln. Den vier Kandidaten war die Antwort klar: "Alle", sagten sie gemeinsam binnen Sekunden. Doch dann kam die überraschende Antwort: Ein hundertprozentiger Veganer dürfe eigentlich KEINES dieser Nahrungsmittel essen.

Bienen werden für Avocados auf "unnatürliche Weise" benutzt

Bienen seien dafür der Grund, erklärte die Moderatorin Sandi Toksvig. Die Tiere würden für die Zucht dieser Pflanzen auf "unnatürliche Weise" benutzt. "Weil die Pflanzen schwer zu kultivieren sind, müssen Bienen auf Lastern weite Wege durchs Land gefahren werden", so Toksvig. Demnach schwärmen die Völker zur Bestäubung aus, werden danach wieder in Kisten verstaut und weiter zu den nächsten Feldern transportiert. Dasselbe gelte, sagte Toksvig, übrigens auch für Gurken, Kirschen, Brokkoli und Salat.

Tatsächlich weisen Tierschutz-Organisation wie Peta seit Jahren darauf hin, dass der Umgang mit sogenannten Honigbienen zum Teil dramatisch sei: "In der Honigindustrie werden Bienen Opfer von unnatürlichen Lebensbedingungen, genetischer Manipulation und stressvollen Transporten", heißt es in einem Artikel der Organisation. "Um das natürliche Schwärmen zu verhindern, werden die Bienenstöcke oftmals manipuliert oder sogar die Flügel der Bienenköniginnen gestutzt – somit sind die Königinnen samt Schwarm an das vom Menschen bereitgestellte 'Zuhause' gebunden."

Vegan zu 100 Prozent ist fast unmöglich

Der britische Veganer-Organisation "Vegan Society" widerspricht der Quizsendung. "Veganer vermeiden es, so weit es geht, Tiere zu benutzen. Wir wissen, dass viele Formen der Landwirtschaft Tieren indirekt Leid zufügen", sagte eine Sprecherin "Plant Based News". Es seit derzeit nicht möglich, das komplett zu verhindern.

Das heiße aber nicht, dass man sich nun überhaupt nicht mehr um das Wohlergehen von Tieren kümmern sollte: "Veganer leisten einen großen Beitrag dazu, die Tieren zugefügte Grausamkeit zu verringern. Wir begrüßen alle Änderungen an landwirtschaftlichen Praktiken, die das unterstützen."

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