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London Marathon: Essbare Kapseln statt Wasserflaschen: So könnten Großveranstaltungen Plastik sparen

Beim London Marathon gab es Wasser aus biologisch abbaubaren und essbaren Verpackungen. Damit wurden in diesem Jahr bei der Veranstaltung mehr als 200.000 Plastikflaschen eingespart.

London Marathon Pods Wasser Plastik

Bei Großveranstaltungen wie Marathonläufen fällt viel Plastikmüll an – beim London Marathon verteilten Helfer Wasser in essbaren Hüllen auf Seegras.

DPA

Bananenblätter statt Plastikverpackungen, krummes Gemüse zu Vorteilspreisen oder Dämmplatten aus Stroh, statt aus Styropor – in den letzten Monaten tut sich einiges, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Klimaaktivistin Greta Thunberg und die "Fridays for Future"-Aktivisten haben uns gezeigt, dass jeder Einzelne und auch die Politik eine Verantwortung für das Klima trägt. Und auch immer mehr Unternehmen setzen auf nachhaltige Produkte. Das machten sich nun die Organisatoren des London Marathon zu Nutze: Um die Zahl der Plastikflaschen zu reduzieren, die beim Marathon an die Läufer verteilt werden, gaben die Helfer in diesem Jahr Wasser in essbaren kleinen Wasserbeuteln aus.

Bei großen Laufveranstaltungen, wie dem London Marathon, müssen zehntausende Teilnehmer mit Wasser versorgt werden. So kamen bei der Veranstaltung 2018 920.000 Plastikflaschen zum Einsatz, die von den Läufern meist einfach an den Rad geworfen werden. Bei der Trinkstation an Kilometer 37 erhielten die über 40.000 Teilnehmer in diesem Jahr daher spezielle Wasserbeutel: Die kleinen "Pods" namens "Ooho" bestehen aus einer essbaren Hülle aus Seegras. Sie sind geschmacklos und können mit jeder Art von Flüssigkeit gefüllt werden. Beim London Marathon bekamen die Sportler in den mehr als 30.000 verteilten Kapseln einen Elektrolytdrink ausgehändigt – laut Hersteller "Lucozade" soll es sich in etwa anfühlen, als würde man in eine Cherry-Tomate beißen.

Auch Cocktails können in die "Pods" gefüllt werden

Die Kapseln stammen vom Londoner Stratup "Skipping Rocks Lab" und bauen sich innerhalb von sechs Wochen ab, wenn sie nicht gegessen werden. Zum Vergleich: Eine PET-Flasche braucht 450 Jahre oder sogar noch deutlich länger bis sie vollständig zerfällt. "Der Marathon ist eine Meilenstein. Wir hoffen, dass damit deutlich wird, wie dieses Konzept in Zukunft funktionieren kann", sagte Rodrigo Garcia Gonzales, einer der Gründer des Start-Ups, gegenüber CNN. Auch auf Festivals wurden die "Pods" schon getestet – nach Aussagen der Gründer waren sie eine Renner, besonders in der Varianten mit Espresso Martini. Derzeit arbeitet das Unternehmen an einer Maschine, um die essbaren Hüllen im großen Stil herstellen zu können.

Durch den Einsatz der "Pods" sollten über 200.000 Flaschen im Vergleich zum Vorjahr eingespart werden. Es war nur eine von mehreren Aktionen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit beim London Marathon: So wurden die Getränke-Station an der Strecke von 26 auf 19 reduziert, um Flaschen einzusparen. 700 Läufer testeten zudem Laufgürtel, die zu 90 Prozent recycelbar sind. An drei Versorgungsstationen wurden außerdem recycelbare Becher statt Flaschen eingesetzt. Ziel der Organisatoren ist es, laut eigenen Angaben, bis 2020 abfallfrei zu sein.

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lau