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"Strange Things Challenge": Ein fliegender Penis, Hitler mit Nadeln im Po: Das sind die kuriosesten Exponate aus Museen

Es passiert immer wieder, dass man im Museum vor einer Vitrine steht und denkt: Was ist das – und was macht es hier drin? Auf Instagram werden solche skurrilen Exponate gerade von den Museen selbst geteilt unter dem Hashtag #StrangeThingsChallenge.

Jeder, der schon mal in einem Museum war, hatte sicher auch schon einmal einen Moment, in dem er dachte: WAS ist das und was macht DAS in einem Museum? Wenn dort vor einem in der Vitrine zum Beispiel ein Objekt in Form eines riesigen Phallus liegt. Oder, wie im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe zu sehen: eine leicht gebückte Figur, die eindeutig an Adolf Hitler erinnert und auf deren Hintern ein Nadelkissen inklusive eingesteckter Nadeln prangt. 

"Als besonders subtiles Mittel der Kriegspropaganda gegen das Dritte Reich und seinen 'Führer' ist diese Spottfigur zu verstehen", schreibt das Museum zu diesem Foto. "Während Hitler 1941 lange nicht mehr nur mit diplomatischen Nadelstichen Akzente setzte, sondern das deutsche Heer in ganz Europa und darüber hinaus blutige Realitäten schuf, erscheint er hier trivialisierend in Gestalt eines Nadelkissens." Es gibt also nicht nur etwas zu lachen, sondern gleich auch etwas zu lernen.  Für diese und weitere kuriose Schätze aus den Untiefen der Sammlungen von deutschen und internationalen Museen braucht man momentan nicht einmal das Haus verlassen, sondern muss nur auf Instagram nach dem Hashtag #StrangeThingsChallenge suchen. 

Ein Pfälzer Museum startet die #StrangeThingsChallenge

Ins Leben gerufen wurde die außergewöhnliche Challenge, die endlich einmal weder lebensbedrohlich noch vollkommen sinnfrei ist, vom Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Es scheint Tradition bei den deutschen Museen zu sein, dass sie sich regelmäßig zu Foto-Challenges auf Instagram herausfordern. Im vergangenen Jahr war es die "BlackAndWhiteChallenge",  2019 sind es nun die kuriosesten Objekte. "Wir machen natürlich den Anfang und zeigen Euch heute unsere 'Weinkrone der Palatia'", schreibt das Pfälzer Museum und postet dazu ein Foto des Kopfschmucks. Klar, ungewöhnlich ist so eine Krone schon, aber wirklich skurril geht anders – oder?

Die anderen Museen sollen in fünf Posts an fünf Tagen hintereinander ihre Kuriositäten präsentieren und ein weiteres Museum nominieren. Wir haben die Einreichungen – bis jetzt sind es bereits Hunderte – für euch gesichtet und unsere Favoriten ausgewählt. Los geht's!

Neben dem Hitler mit den Nadeln im Po, ist dieser geflügelte Penis, der im Museum August Kestner bestaunt werden kann, wohl auch eindeutig ein Highlight. Nicht nur, dass er fliegen kann, nein, er hat auch zwei Beine mit Krallen und einen zusätzlichen Penis im Schritt. Auf dem geposteten Foto kann man auch eine Art Schwanz (haha) erkennen, bei dem es sich der Form nach ebenfalls um ein männliches Geschlechtsteil handeln könnte. Das Museum schreibt dazu: "Unser Phallus hier ist schon bekannt bei uns, früher hat er Glück gebracht und die bösen Geister aus dem Haus vertrieben." Aha. 

Scherzgefäße waren im 18. Jahrhundert ein Trend

Dieses pinke Etwas aus Glas ist nicht etwa das geschmacklose Resultat eines Berliner Hipster-Geschäfts für kreative Glaskunst, es ist ein "Schnapshund". Ein sogenanntes Scherzgefäß. "Scherzgefäße dienten vom 16. bis 18. Jahrhundert vor allem der Unterhaltung. Das Trinken bzw. Ausschenken erfordert doch ein hohes Maß an Geschick", schreibt das Freilichtmuseum Kommern zu ihrem Schätzchen. Unter dem Hashtag zur Challenge finden sich noch mehr solcher Scherzgefäße, zum Beispiel in Form eines Phallus (na klar). Dieses tierische Exemplar "stammt aus dem Rheinland der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurde als Likörflasche verwendet. Der Ausguss erfolgt über den röhrenförmigen Schwanz."

Was das Smartphone heute ist, war für frühere Generationen wohl das Radio. Das kann man nur so schlecht mal eben mit aufs Klo nehmen. Das Museum für Kommunikation in Frankfurt hat eine Lösung dafür: der Toilettenpapierhalter mit integriertem Radio.

Wo wir schon beim Thema Klopapier sind ... Hier einer der Beiträge vom Deutschen Automatenmuseum: ein "Klosettpapier"-Automat aus dem Österreich der Dreizigerjahre. Zwei Groschen (heute wäre das umgerechnet weniger als ein Cent) musste man opfern. Wäre interessant zu wissen, wie viele Blätter es dafür gegeben hat. 

Ein Heizkissen für Katzen?

Vom Kölnischen Stadtmuseum gibt es ein "Pussy"-Heizkissen. Keine Sorge, dabei handelt es sich weder um ein Heizkissen für Katzen, noch um eines speziell für Frauen. Die Firma warb einfach nur mit einer Katze. "Dieses Objekt aus den 1960er Jahren steht symbolisch für das neu aufkommende Freizeitvergnügen, welches durch die Fünftagewoche und den 8-Stunden-Tag unterstützt wurde", schreibt das Museum dazu.

Man kann auf dem Foto schon erkennen was es sein soll: Ja, das ist ein Kondom, aber darum geht es bei dieser Kuriosität nicht primär. Sondern um das, worauf es gespannt ist: ein Kondomtrocknungsgestell. "Da Kondome lange Zeit ein Luxus- und kein Einmalprodukt waren, wurden sie nach dem Gebrauch ausgewaschen, getrocknet und anschließend wiederverwendet. Nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen", scherzt das Museum für Verhütung in Wien. 

Klebeband für die Haare von "schicken Frauen"

Klebeband in den Haaren? Klingt eher nach einem Albtraum. "Ihr kennt doch die Marke Scotch für ihr Klebeband oder? Wusstet ihr, dass sie auch spezielles Frisierband für die Haare produziert haben?", schreibt das Museum für Gestaltung in Zürich. "Schicke Frauen aus den Achtzigern benutzten es, damit ihre Locken beim Föhnen in Form blieben." 

Nein, das hier soll kein Keuschheitsgürtel sein, sondern ist quasi der Vorläufer der heutigen Nachhaltigkeitsbewegung: der Bindengürtel. Schon in den Dreißigerjahren gab es wiederverwendbare Damenbinden, lässt uns das Oberhausener Industriemuseum wissen. Später wurden dann Wegwerfartikel populär – die heute wieder in Verruf geraten, weil sie so viel Müll produzieren. Es kommt halt doch alles wieder ...

Vans mit Vincent Van Gogh Motiv
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