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Petition von "Terre des Femmes": Frauenrechtlerinnen fordern Kopftuchverbot für Minderjährige

Die Diskussion um das Kopftuchverbot erhält neuen Auftrieb: Die Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" setzt sich mit einer Petition dafür ein, dass minderjährige Mädchen kein Kopftuch mehr tragen sollen.

Mädchen mit Kopftuch

Dazu, wie viele minderjährige Mädchen tatsächlich ein Kopftuch tragen, gibt es keine genaueren Angaben

DPA

Schon seit langem wird in Deutschland die Diskussion um ein geführt. Verfechter des Verbots argumentieren in erster Linie mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau, die mit dem Kopftuch untergraben werde. Die andere Seite beruft sich auf die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit.

Die Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" befeuert die Diskussion mit einem neuen Vorstoß. Sie hat eine Petition gestartet, die sich für ein Kopftuchverbot bei Minderjährigen einsetzt. "Die Verschleierung von Mädchen aller Altersstufen steht für eine Diskriminierung und Sexualisierung von Minderjährigen", schreibt "Terre des Femmes" auf ihrer Internetseite.

"Terre des Femmes" fordert Verbot des Kinderkopftuchs

Das Phänomen sei in Schulen und sogar Kindergärten immer häufiger zu beobachten, argumentieren die Autoren. "Für uns ist das Kinderkopftuch eine Kinderrechtsverletzung", sagte Christa Stolle, die Bundesgeschäftsführerin von " ". Deshalb solle das sogenannte "Kinderkopftuch" im öffentlichen Raum gesetzlich verboten werden: "Wir wollen, dass Mädchen ohne Kopftuch und ohne Vollverschleierung groß werden – bei uns und anderswo."

Es gehe "um den Schutz der Rechte der Mädchen und ihrer freien und selbstbestimmten Entfaltung in der Gesamtgesellschaft", schreiben die Initiatorinnen. Vertreter aus der Politik sehen den Vorschlag aber eher kritisch. "Dann müsste man in der Konsequenz auch jegliche religiöse Symbolik wie Kippa oder offen getragene Kreuze an Schulen verbieten", sagte beispielsweise Bernhard Franke, der komissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der ARD. Im Jahr 2015 hatte das Bundesverfassungsgericht ein pauschales Koptuchverbot in öffentlichen Schulen als verfassungswidrig eingestuft.

Österreichische Regierung will Kopftücher in Kindergärten verbieten

In Österreich will die Regierung derweil künftig das Tragen von Kopftüchern verbieten. Vertreter der Regierung und der Bundesländer haben eine Vereinbarung zur Kinderbetreuung vorgestellt, in der auch ein entsprechendes Verbot enthalten ist.

Wie viele minderjährige Mädchen in Deutschland tatsächlich ein Kopftuch tragen, ist statistisch nicht genauer belegt. An der Unterschriftenaktion haben sich unter anderem die Schauspielerin Sibel Kekilli, Boris Palmer (Oberbürgermeister der Stadt Tübingen) und die bekannte feministische Journalistin Alice Schwarzer als Erstunterzeichner beteiligt. Auf der Website von "Terre des Femmes" können Bürger die unter dem Motto "Den Kopf frei haben" ebenfalls unterstützen. Im Oktober soll die Unterschriftenliste dem Bundesjustizministerium übergeben werden.

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epp