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Schlag 12 - der Mittagskommentar aus Berlin: Kopftuch, Kreuz und Kippa? In der Schule bitte ohne!

Mehr Islam wagen: Das Bundesverfassungsgericht hat heute das Kopftuchverbot für Lehrerinnen aufgehoben. Schade eigentlich, denn Glaube und Staat gehören getrennt.

Von Andreas Hoidn-Borchers

Nicht nur Schülerinnen, auch muslimische Lehrerinnen werden künftig im Unterricht Kopfttuch tragen dürfen

Nicht nur Schülerinnen, auch muslimische Lehrerinnen werden künftig im Unterricht Kopfttuch tragen dürfen

So, das habt ihr jetzt alle davon! Und wisst ihr was? Ich gönn's euch. "Der Islam gehört zu Deutschland" - wer diesen gesinnungsethisch hoch-korrekten, in seiner Plattheit fatal falschen Satz aus dem Hause Wulff fröhlich nachgeplappert hat in den vergangenen Jahren, der soll jetzt gefälligst den Mund halten; der soll bitteschön kein einziges Wort sagen gegen Lehrerinnen, die mit Kopftüchern vor ihre Schüler treten. Ganz im Gegenteil, wer glaubt, der Islam gehöre allumfassend zu Deutschland, der soll nun auch keine Zicken machen, wenn an der Schule seiner Kinder künftig - wie Thilo Sarrazin sie vermutlich nennen würde - Kopftuchlehrerinnen unterrichten. Wer Wulff und Merkel und Gabriel und den vielen anderen Recht gegeben hat, der soll, nein: der muss nun folgerichtig die Richter am Bundesverfassungsgericht loben und preisen für den Mut, ihr eigenes Urteil aus dem Jahr 2003 zurückzunehmen. Vor zwölf Jahren hatten sie es den Bundesländern noch erlaubt, muslimischen Lehrerinnen das Verhüllen ihrer Haare im Unterricht zu verbieten. Künftig gilt höchstrichterlich: Es ist verboten, dies generell und ohne Anlass zu verbieten.

Logik für Anfänger

Das ist auch nur konsequent. Dazu muss man nicht einmal ins Grundgesetz gucken. Es reicht ein halbwegs stolperfrei absolvierter Grundkurs in Logik. Also: Wenn der Islam zu Deutschland gehört wie das Christentum, dann gibt es keinen vernünftigen Grund, christliche oder jüdische Traditionen und Werte und Symbole zu privilegieren. Wenn der Islam zu Deutschland gehört, dann gehören natürlich neben Köfte und Kebab, Moscheen und Burkas auch Frauen zu Deutschland, die aus religiösen Gründen Kopftuch tragen - wo auch immer, sogar in der Schule. So wie gläubige Christinnen in fast allen Bundesländern selbstverständlich weiter die Kreuze vor der Brust baumeln lassen dürfen, wenn sie ein Klassenzimmer betreten. Freiheit ist schließlich immer auch die Freiheit der Andersbekennenden. Übrigens im Luxemburg'schen Original auch so ein Satz, der immer wieder gern daher geschwatzt wird, so lange man auf eine gewisse Folgenlosigkeit hoffen darf.

Jeder nach seiner Façon

Ende des leicht unsachlichen Teils. Jetzt wird es persönlich. Mir geht dieses Urteil nämlich komplett gegen den Strich, so wie jede weltanschauliche und religiöse Bekenntnishuberei. Staat ist Staat, und Kirche ist Kirche. In der Hinsicht bin ich Franzose. Glühender Laizist. Es soll jeder nach seiner Façon glücklich werden, Ooohmen, Beten und Beichten so oft er will und zu welchem Gott auch immer. Meinetwegen zehn Mal am Tag für jeweils eine halbe Stunde. Gepriesen seien die Länder, die sich das - noch - leisten können. Es soll sich auch jeder und jede nach Belieben und Glaube schmücken und verhüllen dürfen. Nur, das alles ist Privatsache. An staatlichen Schulen sind religiöse Bekenntnisse überflüssig, gleich welcher Art. Ich fände auch Polizisten befremdlich, die im Dienst Kippa trügen oder Richter mit Sannyasin-Mala zur Robe (obwohl, es hätte was, vor allem im Verfassungsgericht). Deshalb wäre mir ein Spruch aus Karlsruhe deutlich lieber gewesen, der Lehrern und Lehrerinnen jedweder Konfession Zurückhaltung bei allzu demonstrativ auf sich oder vor sich her getragenen Glaubensbezeugungen auferlegt.

Kreuz-Verbot in Saudi-Arabien

So, und jetzt, Überraschung!, zum versöhnlichen persönlichen Schluss. Vor ein paar Tagen war ich in Riad. Nicht lange, aber mir hat es gereicht. Ich habe schon einige seltsame Weltgegenden gesehen, aber Saudi-Arabien ist in seiner repressiven Freudlosigkeit doch ziemlich einzig. Danach kommt einem sogar Abu Dhabi wie die Pforte zum Berghain vor. Von der Toleranz eines Sultans Saladin sind die Saudis jedenfalls galaktisch weit entfernt. Sie lassen zwar Christen in ihrem wüsten Staat leben, Kreuze aber sind streng verboten, die Bibel darf nicht einmal eingeführt werden. Das hat die Heilige Schrift der Christen mit Drogen gemein. Marx hätte bestimmt ein gewisses Vergnügen daran empfunden, aber das nur am Rande.

Wer das erlebt hat, denkt sich dann doch: Religionspolizei können die besser. Und das Abendland geht von ein paar Kopftüchern im Klassenzimmer auch nicht unter. Inshallah. Manchmal sollte man eben den Mut haben, nicht seiner grundsätzlichen Meinung zu sein. Diese Freiheit nehme ich mir - in diesem Fall.

Andreas Hoidn-Borchers ist mit 18 Jahren aus der Evangelischen Kirche ausgetreten. Kirchensteuer zahlt er trotzdem - weil seine Frau Mitglied der Katholischen Kirche ist. Steuerrecht. Man muss das nicht verstehen. Sie können ihm auf Twitter folgen unter @ahborchers

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(