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Frankreich Nach geplantem Hidschab-Verbot: Muslimas protestieren in den sozialen Netzwerken

Frankreich: Nach geplantem Hidschab-Verbot: Muslimas protestieren in den sozialen Netzwerken
In Frankreich sollen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren künftig ihren Kopf nicht mehr mit einem Schleier oder Kopftuch bedecken dürfen. Noch ist das Gesetz nicht in Kraft getreten, doch muslimische Frauen protestieren weltweit und solidarisieren sich unter dem Hashtag #HandsOffMyHijab.

"Das ist es, was passiert, wenn man anti-islamische und anti-muslimische Hassreden, Vorurteile, Diskriminierung und Hassverbrechen normalisiert – Islamophobie, die ins Gesetz geschrieben ist. Möge Allah unsere Schwestern schützen." Diese Sätze hat die olympische Fechterin Ibtihaj Muhammad auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht, als Reaktion auf den französischen Gesetzesvorschlag, der es jungen Muslimas unter 18 Jahren zukünftig verbieten soll, ihren Kopf in der Öffentlichkeit mit einem Schleier oder Kopftuch zu bedecken. Zudem sollen auch Mütter oder andere muslimische Begleitpersonen bei Schulausflügen per Gesetz keinen sogenannten Hidschab mehr tragen dürfen. Auch Burkinis, Badekleidung mit langen Ärmeln und Beinen, sollen verboten werden.

 Bisher hat nur der französische Senat für das Gesetz gestimmt, erst nach einer Genehmigung durch die Nationalversammlung könnte es in Kraft treten. Muslimas weltweit protestieren jedoch bereits jetzt vehement gegen den Vorschlag und solidarisieren sich online unter dem Hashtag #HandsOffMyHijab (auf Deutsch: Hände weg von meinem Hidschab).

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"Wir sind nicht allein"

"Ich weigere mich, das durchgehen zu lassen, ohne mich zu Wort zu melden, das ist das Mindeste, was wir für uns selbst und füreinander tun können. Wir sind nicht allein", schreibt etwa das muslimische Model Rawdah auf Instagram. "Das Hidschab-Verbot ist hasserfüllte Rhetorik, die von höchster Regierungsebene kommt."

Es habe nichts, wie von der französischen Regierung behauptet, damit zu tun, die Gleichberechtigung von Frauen im Land zu stärken, sondern sei eine weitere Form der legitimen Diskriminierung von islamischen Frauen. Wie sie haben in den vergangenen Tagen auch zahlreiche andere Muslimas ein Bild von sich und ihrem Hidschab gepostet. Das gemeinsame Zeichen: Die erhobene Hand auf der "HandsOffMyHijab" steht.

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"Eine Frau muss sich so kleiden, wie sie will"

"Dieser Änderungsantrag ist völlig freiheitsfeindlich und beschämend. Frauen zu verbieten, sich so zu kleiden, wie sie es wünschen, ist in keiner Weise eine Verteidigung der Rechte der Frauen. Eine Frau muss sich so kleiden, wie sie will, ob es ein Schleier ist, ein Minirock, Jeans, ein Poncho, das ist ihre Sache!", schreibt eine Instagram-Userin mit dem Profilnamen myrabelleeee. Sie möchte ihre Reichweite von fast 74.000 Followern nutzen, um mehr Aufmerksamkeit für den aus ihrer Sicht islamfeindlichen Gesetzesentwurf zu generieren.

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Der Tenor der Frauen ist deutlich: Sie wollen selbst entscheiden – über ihr Leben, ihre Religion, ihre Kleidung, ohne Einmischung durch die Politik. Alle scheinen die von der olympischen Fechterin Ibtihaj Muhammad niedergeschriebene Befürchtung zu teilen: "Die Islamophobie in Frankreich wird immer größer." Das Thema Verschleierung ist in Frankreich Gegenstand jahrzehntelanger Debatten. Seit 2010 gibt es bereits ein Vollverschleierungsverbot.

Quellen:  "euronews"Instagram

as

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