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Trend fürs Bad: Klopapier mit Möpsen: Darum hat ein Drogerie-Riese jetzt Ärger mit Peta

Ein Mops mit Blumenkrone macht dem Drogeriekonzern "dm" ganz schön Ärger. Die Werbung für bestimmte Trend-Hunderassen sendet ein falsches Signal, findet die Tierrechtsorganisation Peta.

dm Klopapier Mops

Rolle des Anstoßes: Das Mops-Klopapier ist bei Kunden begehrt. Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert die Werbung mit "Qualzucht".

DPA

Weiß, mit Blümchen, mit Duft, dreilagig, fünflagig – Toilettenpapier gibt es in den verschiedensten Formen, Farben und Ausführungen. Über den Sinn und Unsinn von Duft und bunten Motiven auf dem Hygieneartikel lässt sich bekanntlich streiten. Doch welchen Einfluss niedliche Prints auf dem Klo haben können, zeigt gerade die Drogeriekette "dm": Seit Dezember gibt es dort die "Limited Edition" des "Sanft und Sicher"-Toilettenpapiers zu kaufen. Darauf ist ein Mops abgebildet, der ein Ringelshirt trägt und ein Blumenkranz-Krönchen auf dem Kopf hat; in einer Sprechblase neben dem Motiv steht "I love you".

Die Sonderedition des glupschäugigen Trend-Hundes war bei Kunden so beliebt, dass sie zeitweilig ausverkauft war. Selbst bei Ebay werden die Rollen mittlerweile zu einem Wucherpreis verkauft.

 "WOW! Die Limited Edition vom Sanft&Sicher Toilettenpapier schießt durch die Decke und war kurzzeitig ausverkauft", schreibt "dm" auf seiner Facebookseite. Diese Begeisterung kann die Tierrechtsorganisation Peta nicht teilen: Sie befürchtet, dass das Produkt begeisterte Fans dazu anregt, sich auch einen Mops zuzulegen. "Produktdesigns wie das Mops-Motiv verharmlosen das Leid Tausender Hunde und heizen die Nachfrage nach bestimmten ‚Rassen‘ weiter an", so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. "Den wahren Preis für das niedliche Aussehen zahlen jedoch nicht die Käufer, sondern Tiere, die ihr Leben lang unter Atemnot oder schmerzhaften Augenentzündungen leiden."

Das Problem: Möpse sind eine von vielen stark überzüchteten Hunderassen. Sie leiden unter den Merkmalen, die die Käufer und Besitzer als niedlich oder besonders schön empfinden und sind oft anfällig für bestimmte Krankheiten oder durch ihren Körperbau eingeschränkt. Bei Möpsen wird zum Beispiel die Atmung durch die kurze Form des Schädels erschwert. Peta setzt sich daher gegen die Werbung mit der sogenannten "Qualzucht" ein. Auch viele Verbraucher äußern sich auf der Facebook-Seite der Drogeriekette skeptisch: "Ihr unterstützt damit eine Qualzucht-Hunderasse. Ist das dem achso-nachhaltigkeitsbewussten dm eigentlich bewusst?", schreibt eine Userin. Andere hingegen posten Bilder von ihren Hunden mit dem Toilettenpapier.

Einige machen aus dem Hype direkt ein Geschäft: Bei Ebay bieten Verkäufer die acht Rollen für sieben bis teilweise 50 Euro an – der ursprüngliche Preis liegt bei 1,95 Euro. Mittlerweile gibt es das Trend-Item fürs Badezimmer wieder online und in den Stores zu kaufen. Das Börsenportal der ARD nahm das Mops-Klopapier mit einem Augenzwinkern sogar als "Investment des Monats" in seine Berichterstattung auf. Ob das Klopapier wirklich zum Kauf eines Hundes anregt, sei dahingestellt – doch die Tatsache, dass wir mittlerweile Toilettenpapier kaufen, weil es sooooo süß ist, sollte schon zum Nachdenken anregen.

dm-Logo
lau
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?