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Netzpolitik Nackt in New York: Hunderte protestieren gegen Zensur auf Facebook und Instagram

Protest gegen eine Zensur auf Facebook
So protestierten hunderte Menschen am vergangenen Sonntag in New York gegen eine Zensur auf Facebook und Instagram
© Stephanie Keith / Getty Images
Hunderte Menschen haben am vergangenen Sonntag unbekleidet vor Facebooks Büro in New York gelegen. Sie protestierten damit gegen eine Zensur von Nacktheit auf dem Online-Netzwerk.

Der Astor Place in Manhattan, New York City, am Sonntagmorgen. Auf dem Platz, der nur wenige Blocks vom Washington Square Park entfernt ist, liegen 125 nackte Menschen. Und als sei dieser Anblick nicht schon komisch genug, halten sie dabei noch Fotos von Nippeln hoch – von beharrten, dunkelbraunen, gepunkteten, pinken. Was so aussieht wie ein Vielfalt-Festival der Brustwarzen, ist eine Mischung aus Kunst und Protest.

Inszeniert hat es der Künstler Spencer Tunick. In Zusammenarbeit mit der Organisation National Coalition Against Censorship (NCAC) möchte er eine fotografisch-künstlerische Nacktheit auf Facebook und Instagram ermöglichen. Kurzum: Er setzt sich gegen die Zensur von Nacktheit in den sozialen Netzwerken ein. Aus diesem Grund lagen die hunderten Menschen am vergangenen Sonntag auf dem Astor Place. Dort hat Facebook nämlich sein New Yorker Büro (Anm. d. Red.: der Hauptsitz befindet sich in der kalifornischen Stadt Menlo Park).

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Facebook und der Umgang mit Nacktheit

Mit ihrer Aktion wollten die Aktivisten zudem die Ungleichheit der Geschlechter bei der Zensur von Nacktheit noch einmal hervorheben. Denn oftmals werden lediglich weibliche Nippel zensiert. Die Teilnehmer der Kunstaktion bedeckten sich deshalb auch mit Bildern von männlichen Nippeln. So sollte eine Sperrung der Bilder von der Aktion in den sozialen Netzwerken verhindert – und die Absurdität der Regelung deutlich werden.

Das Kuriose: Die Fotos der Nippel sind tatsächlich von bekannten Persönlichkeiten "gespendet" worden, darunter etwa Schauspieler Adam Goldberg und Chad Smith, Drummer der kalifornischen Rockband Red Hot Chili Peppers. Das berichtet die britische Tageszeitung "Guardian".

Seit Jahren sorgt Facebook mit seiner Löschpolitik bei Abbildungen von Nacktheit für Irritationen und Kritik. Auf der Plattform werden weibliche Brüste und Nacktheit generell fast vollständig zensiert. Und obwohl historische Fotos von Statuen und Gemälden davon ausgenommen sind, fallen sie trotzdem gelegentlich der automatischen Erkennung zum Opfer.

Netzpolitik: Nackt in New York: Hunderte protestieren gegen Zensur auf Facebook und Instagram

Quellen: Instagram / National Coalition Against Censorship / Guardian

rpw

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