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Konzert von "Social Distortion": Sänger von legendärer Punkband soll Fan verprügelt haben, weil der Trump lobte

Zwei blaue Augen und eine Gehirnerschütterung habe er davongetragen, berichtet Tim Hildebrand, weil er bei einem Konzert Partei für US-Präsident Trump ergriffen habe. Verantwortlich für seine Verletzungen sei der Frontmann von "Social Distortion".

Frontmann soll Fan von Donald Trump bei Punkkonzert zusammengeschlagen haben

Kein Fan von Donald Trump: Mike Ness, Frontmann der Punkband "Social Distortion" (Archivbild)

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Als Anhänger von hat man es nicht leicht, vielleicht hatte man das noch nie. Die zahlreichen Negativschlagzeilen um die kleineren und größeren Skandale des US-Präsidenten, dessen anschließenden Twitter-Tiraden, wortreichen Abrechnungen mit Kritikern und teilweise fremdenfeindlichen Aussagen - eine Mischung, die normalerweise kaum Platz für Sympathien lässt. Aber was ist schon normal in dieser Präsidentschaft. Trumps Anhänger sind Überzeugungstäter. Und so ereignen sich Geschichten wie diese, die in vielerlei Weise verblüffend ist.

Verblüffend könnte man schon den Umstand beschreiben, dass sich Tim Hildebrand auf das Konzert einer Punkband begeben hat, die alles andere als Loblieder auf den US-Präsidenten singt (etwa hier und hier zu sehen). Dass der 30-Jährige aber die "Social Distortion" gewissermaßen zu spüren bekommen hat, wie der Bandname schon verspricht (auf deutsch etwa: "Soziale Verzerrung" oder "Verstörung"), sorgt nun für Schlagzeilen.

Schläge, weil er Donald Trump verteidigt hat?

Die Geschichte geht so: Tim Hildebrand, 30, hat vergangenen Monat ein Konzert der Punkband in Sacramento im US-Bundesstaat Kalifornien besucht. Mike Ness, Frontmann von "Social Distortion", hat während des Auftritts - und nicht zum ersten Mal - eine Schmährede auf Donald Trump gehalten. Hildebrand, seines Zeichens Republikaner und Trump-Anhänger, streckte den Mittelfinger Richtung Bühne und polterte laut eigener Aussage zurück: "Ich habe für eure Musik bezahlt, nicht für eure Politik." Und da soll der Frontmann ihm ein paar Schläge auf den Kopf gegeben haben. Über den angeblichen Vorfall, der von der Polizei gerade untersucht wird, berichtet unter anderem die "New York Times". Ein Statement von der Band liegt bisher nicht vor.

Hildebrand, laut eigener Aussage lange "Social Distortion"-Fan, sei nicht der einzige gewesen, der die Schmährede als "anti-amerikanisch" und "anti-Trump" empfunden habe. Einige Zuschauer hätten das Konzert vorzeitig verlassen, andere hätten ebenfalls mit Zwischenrufen protestiert. "Es war nicht so, als wäre ich die einzige Erbse in der Schote gewesen", sagt Hildebrand.

Und dann passierte es, angeblich, so stellt es Hildebrand dar: Während der Zusage habe sich Ness an ihn erinnert und ihn an die Absperrung gelotst. "Als ich dort angekommen war, fing er an, mich zu beschimpfen", sagt der 30-Jährige, der von dem Frontmann auch bespuckt worden sein will. Eine Beschimpfung führte zur nächsten, Ness habe schließlich seine Gitarre abgelegt und sei auf Hildbrand losgegangen. Erst, als Security-Männer eingegriffen hätten, sei Ness von ihm gewichen. 

Ein Youtube-Video soll den mutmaßlichen Angriff zeigen.

"Wenn Sie Ihre Meinung sagen und keine andere zulassen, sagt das viel über ihren Charakter aus"

Zwei blaue Augen, eine aufgeplatzte Lippe und eine Gehirnerschütterung habe Hildebrand davongetragen. Im Krankenhaus habe er sich aber nicht behandeln lassen, weil er am nächsten Tag die Stadt habe verlassen müssen. Geplant war der Disput laut Hildebrand nicht: Er habe nichts getragen, dass seine Symphathie für den US-Präsidenten habe erkennen lassen - und aus Protest sei er auch nicht auf das Konzert gegangen. Aber, so Hildebrand, er habe Ness einfach seine Meinung sagen müssen.

"Wenn Sie Ihre Meinung sagen und keine andere zulassen, sagt das viel über ihren Charakter aus", so das abschließende Urteil. Ob er nach wie vor Fan von "Social Destortion" ist, scheint fraglich.

Die 29-jährige Lauren Vowells liest den "Boston Globe"
fs