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Verrückter Fall aus Australien: Wegen der Fürze seines Ex-Chefs: Mann fordert 1,8 Millionen Dollar Schmerzensgeld

Wegen des permanenten Furzens seines Chefs forderte ein Mann aus Australien 1,8 Millionen Dollar Schmerzensgeld von seinem ehemaligen Arbeitgeber. Der Fall wurde nun vor Gericht verhandelt.

Ein Angestellter wirft seinem Chef vor, ihn immer wieder angefurzt zu haben

Ein Angestellter wirft seinem Chef vor, ihn immer wieder angefurzt zu haben – und zog vor Gericht

Getty Images

Einen Fall wie diesen sehen die Richter im australischen Bundesstaat Victoria wohl auch nicht jeden Tag. Wegen Mobbings am Arbeitsplatz hatte ein ehemaliger Mitarbeiter einer Baufirma seinen Chef verklagt. Einer seiner Vorwürfe: Der Mann soll in sehr regelmäßigen Abständen gefurzt haben. Und nicht nur das: Er soll hierzu auch noch den Hintern angehoben haben, um den austretenden Gasen wirklichen Freiraum zu bieten. Zu viel für seinen Mitarbeiter, der sich hiervon belästigt fühlte. Das berichtet die australische Nachrichtenseite "news.com.au".

Von 2008 bis 2009 arbeitete David Hingst in der Firma, die er nun auf Schadensersatz von knapp 1,8 Millionen Dollar verklagt hat: für psychische und körperliche Schäden, die er bei der Arbeit davongetragen habe. Sein Supervisor, Mr. Short, habe im Großraumbüro immer wieder gefurzt. 

Kollegen verstehen das Furz-Dilemma nicht

Während der 18 Tage währenden Verhandlung im November wurden auch Kollegen des Klägers, unter anderem Mr. Short persönlich, vernommen. Short gab zu Protokoll, er habe nie mit der Intention gehandelt, irgendjemanden zu verstören oder zu nerven. Es habe jedoch dazu geführt, dass Mr. Hingst ihn mit Deo besprüht und "Mr. Stinky" genannt habe.

Ein weiterer Mitarbeiter der Firma sagte aus, Mr. Short sei immer wieder zum Drucker gegangen, der an Mr. Hingsts und seinem Schreibtisch gestanden habe. Dort habe er wiederholt gefurzt. "Ich meine, ich habe gelacht oder kurz den Raum verlassen, aber ich weiß, dass Mr. Hingst damit Probleme hatte." Zunächst habe er nicht verstanden, wieso. Doch dann sei ihm eingefallen, dass Hingst deutscher Abstammung sei. "Wir Australier werden da so erzogen, dass wir so etwas einfach akzeptieren und hinnehmen, aber er hatte halt große Probleme damit."

Außerdem warf Hingst seinem ehemaligen Vorgesetzten vor, sich gegen ihn verschworen zu haben, in der Absicht, seinen Vertrag auflösen zu können. So habe er ihn einige Wochen vor seiner Kündigung angerufen und ihm gesagt, er habe "Scheiße gebaut", würde "immer Scheiße bauen" und sei "sein Gehalt nicht wert". Außerdem soll er ihn wiederholt gefragt haben, ob er homosexuell sei und den von ihm gekochten Kaffee "scheiße" genannt haben.

Das Gericht jedoch wies die Klage ab. Mr. Hingst sei ein "unzuverlässiger und unzulänglicher Zeuge", der ein Problem mit anderer Leute Flatulenz habe: "Ich akzeptiere die Beweise gegen Mr. Short nicht und glaube nicht, dass Mr. Short seine Flatulenz mit Absicht gegen Mr. Hingst gerichtet hat", so die Richterin. "Seiner eigenen Aussage nach wären die Furze ohne die Kündigung und den Anruf kein Problem gewesen." Sie sei überzeugt, dass Hingst nach seiner Kündigung verletzt gewesen sei und deshalb Rache an seinem ehemaligen Arbeitgeber nehmen wollte.

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jgs