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USA: Ist das Rassismus? Schiedsrichter zwingt Ringer, seine Dreadlocks abzuschneiden

In den USA sorgt ein Haarschnitt für einen Aufschrei. Es geht um den Highschool-Ringer Andrew Johnson. Er sollte auf Geheiß des Schiedsrichters seine Dreadlocks abschneiden. Nun wird ihm Rassismus vorgeworfen.

Kein Jubel. Keine Freude. Andrew Johnson will einfach nur weg. Weg von diesem Ort. Weg von diesem Schiedsrichter. Dabei hat der junge Schüler gerade jeden Grund zur Freude. Er hat seinen Ringkampf gewonnen. Aber Johnson denkt gar nicht daran, auch nur im Ansatz zu jubeln. Er nimmt seine Ohrenschützer ab, wartet darauf, dass der Schiedsrichter als Bestätigung für seinen Sieg seinen Arm nach oben reckt und flüchtet sich anschließend zu seinen Schulkameraden, die in einer Ecke der Sporthalle auf ihn warten. Sie klatschen, umarmen ihn, wollen ihn aufmuntern. Doch der Sportler will nur alleine sein.

So wirkt es zumindest im Video, das der Sportjournalist Mike Frankel auf seinem Twitter-Account geteilt hat. Fast 15 Millionen Mal ist es inzwischen aufgerufen worden. Die meisten Nutzer sind entsetzt. Sie sprechen von Rassismus. Ein Schuldiger wird schnell ausgemacht: der Schiedsrichter – Alan Maloney. Er sei der Grund, warum für Johnson dieser Sieg eine gefühlte Niederlage sei. Nur was ist überhaupt passiert?

Schiedsrichter wird früherer Rassismus-Fall unterstellt

Noch bevor der Kampf überhaupt losgeht, kommt es dazu, was viele im Netz nun als Rassismus bezeichnen – und was der Grund für Johnsons Frustration nach dem Kampf ist: Der junge Ringer trägt Dreadlocks. Eigentlich kein Problem, solange er diese im Kampf unter einer Haube versteckt. Laut den Regeln muss eine getragen werden, wenn die Haare zu lang sind. Der Schüler hält sich daran.

Doch Schiedsrichter Maloney fordert ihn auf, seine Rastas abzuschneiden. Er stellt Johnson vor die Wahl: Haare ab oder Niederlage wegen Disqualifikation. Der Jugendliche aus New Jersey beugt sich dem Willen des Unparteiischen und lässt sich von einer Trainerin die Haare stutzen. Seither wird diskutiert: Ist der Schiedsrichter zu weit gegangen? Ist das Rassismus?

Wenn es nach dem Journalisten Jamil Smith geht, gibt es keine zwei Meinungen: "Ein Schiedsrichter, der in der Vergangenheit schon einmal einen Kollegen 'N*****' nannte, stellt einen schwarzen Ringer vor die Wahl, seine Haare abzuschneiden oder disqualifiziert zu werden", schreibt er bei Twitter. Tatsächlich ist Alan Maloney Medienberichten zufolge schon 2016 Rassismus unterstellt worden.

Folgen hat es damals keine gegeben. Möglicherweise kann sich das nun ändern. Wie "Sky News" berichtet, hat ein Sprecher des Generalstaatsanwalts von New Jersey gesagt, dass die Abteilung für Bürgerrechte eine Untersuchung der Vorgänge eingeleitet habe.

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Quellen: Sky News / NJ.com / Twitter

rpw