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Schweiz: Brite wird Einbürgerung verweigert, weil er nicht wusste, woher Raclette kommt

Was für ein Käse! Ein Brite wurde nicht in die Schweiz eingebürgert - weil er unter anderem nicht sagen konnte, woher Raclette stammt. Dabei erfüllt er eigentlich alle formalen Voraussetzungen für den Schweizer Pass.

Raclette, wie hier auf dem Bild, kommt aus der Schweiz

Wisst ihr, wo Raclette herkommt? Weil ein Brite das nicht wusste, wurde er in der Schweiz nicht eingebürgert. 

Andere Länder andere Sitten – oder wie es in der Schweiz heißen müsste: andere Gründe für eine Einbürgerung. Das musste nun der Birte David Lewis am eigenen Leib erfahren. Dem 43-Jährigen wurde von seiner Wohngemeinde Freienbach SZ die Einbürgerung verweigert, weil er unter anderem bei der mündlichen Anhörung vor der Einbürgerungskommission den Ursprung von Raclette nicht kannte. Das berichtet die Schweizer Tageszeitung "Blick"

Dabei erfüllt Lewis alle formalen Vorgaben: Er spricht die zwei Landessprachen, Deutsch und Französisch, hat einen festen Job als ein erfolgreicher Geschäftsmann und wuchs sogar in der auf. Deshalb glaubte er auch fest daran, dass seiner Einbürgerung nichts im Weg stehe. Umso weniger kann er die Entscheidung nachvollziehen: "Ich habe den größten Teil meines Lebens in diesem Land verbracht, bin gut integriert. Und wegen solcher Fragen werde ich nicht eingebürgert“, beklagt Lewis im "Blick".

Den schriftlichen Staatskundetest bestand er

Sowieso sei er im Vorfeld nicht ausreichend informiert worden. "Mir wurde nur gesagt, dass es sich dabei um ein lockeres Gespräch handle, um sich gegenseitig besser kennenzulernen", so der Familienvater. Sogar sein sechsjähriger Sohn, den er mitbringen sollte, wurde befragt.

Grundsätzlich verstehe er auch nicht, warum bei der mündlichen Prüfung so kleine Details abgefragt werden. Schließlich habe er den schriftlichen Staatskundetest mit "Bravour" bestanden. "Das zeigt doch, dass ich gut über die Schweiz und ihre Sitten Bescheid weiß. Ich gebe aber auch zu, dass ich nicht alles wusste. Ich bin schließlich nicht perfekt." 

Noch-Brite will weiterhin Schweizer werden 

Aber nicht nur die fehlenden kulinarischen Kenntnisse bemängelten die Prüfer. Sie attestierten Lewis auch, dass er Wissenslücken über die politischen Strukturen in der Gemeinde und zu wenig Ahnung vom Milizsystem habe. Das allein war der Kommission Grund genug, um ihm die Schweizer Staatsbürgerschaft vorzuenthalten. 

Dennoch will der Noch-Brite nicht aufgeben. "Ich werde es wieder versuchen", kündigte Lewis im "Blick" an. An einer -Frage werde es dann auf jeden Fall nicht scheitern. Jetzt weiß er, dass der Käse aus Kanton Wallis kommt.

rpw
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