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Twitter-Thread: Autor mietet sich Hütte, damit er in Ruhe schreiben kann – und erlebt einen Horrorfilm

Das hatte sich Autor Tom Taylor eigentlich anders vorgestellt: Er wollte sich nur eine abgelegene Hütte mieten, damit er ohne Ablenkung schreiben kann. Doch dann wurde aus dem entspannten Trip ein wahrer Horrorfilm.

Twitter-Thread: Autor mietet gruselige Holzhütte und erlebt einen Horrorfilm

So ungefähr stellen wir uns die gruselige Holzhütte von Twitter-User Tom Taylor vor

Unsplash

Jeder 08/15-Horrorfilm beginnt in einer verlassenen Holzhütte im Wald. Sobald die Sonne untergeht, wird aus dem heimeligen Nest ein Magnet für Serienmörder auf der Suche nach dem nächsten Opfer. "Ach, das ist doch nur in Filmen so", dachte sich bestimmt auch Autor Tom Taylor, der unter anderem für Marvel und DC Comics arbeitet und eigentlich nur ein ruhiges Plätzchen zum Schreiben gesucht hat. Was eignet sich da besser als in eine kleine, lauschige Hütte einzumieten? Tjaaa ... Auf Twitter berichtet er von seinem Arbeitsausflug – und wie er beinahe in einem Horrorfilm-Szenario endete. Nun aber von vorn. 

"Also, hey. Irgendwie habe ich es geschafft, ein gruseliges Blockhaus zu buchen, um für ein paar Tage intensiv schreiben zu können ...", beginnt er die Geschichte mit dem ersten Tweet. Und es folgen seeeehr viele weitere. "Ich habe mich schon selbst ausgelacht, wie Horrorfilm-klischeehaft diese Hütte ist. Aber um halb sechs am Morgen, aus dem Nichts und obwohl es zuvor stundenlang gestürmt hat, ertönt zum ersten Mal ein Windspiel von der Veranda aus." Ein Windspiel? Das ist ja schon fast zu klischeehaft für einen Horrorfilm – und allein die Vorstellung lässt uns erschaudern. Toms folgende Tweets sind eine Mischung aus Liveticker und Nacherzählung. 

Autor Tom Taylor lässt Twitter live an seinem Horrortrip teilhaben

Er wolle eigentlich ins Bett gehen, sei aber so genervt von dem Windspiel, dass er in Socken auf die Veranda geht, um es abzunehmen, erzählt er. Natürlich fällt die Tür hinter ihm ins Schloss – zum Glück unverschlossen. Doch die Erleichterung hält nicht lange an, denn plötzlich hört er etwas im Gebüsch. Wahrscheinlich ein Opossum, denkt er. Als er nach dem Windspiel greift, hört er wieder das Geräusch. 

"Jetzt muss ich über mich selbst lachen, wie sehr ich mich erschrocken habe", schreibt er in einem weiteren Tweet. "Also nehme ich mein Handy, um ein Foto von der Mörderhütte zu machen, in der ich für die nächsten Tage schreibe. Hier ist es." Dazu postet er ein Foto, das offenbar das Holzhaus bei Nacht zeigt. Direkt nachdem er das Foto gemacht habe, habe er einen Blitz gesehen – der nicht von seinem Handy kam. Dann blendet ihn etwas ins Gesicht: eine Gruppe Menschen mit Stirnlampen. "Und ich bin gerannt und auf meinen Socken ausgerutscht", schreibt Tom. "Ich habe ganz sicher das Windspiel getreten. Ich bin durch die Tür gerannt und habe sie abgeschlossen." 

"Ich mache keine Witze"

Später sei ihm bewusst geworden, dass es wahrscheinlich nur ein paar morgendliche Jogger waren, aber "wenn es doch keine waren, ich lasse es euch alle wissen, nur für den Fall" postet er ein Foto, das er panisch während des Rennens geschossen hat – "als fotografischen Beweis". Dann gibt es ein Update: Er höre schon wieder das Windspiel, obwohl er sich sicher sei, dass es nicht mehr hängt. Hinzu komme, dass die Schlafzimmertür plötzlich mit einem Knall aufgeblasen wurde. "DAS IST VERRÜCKT. Ich mache keine Witze", versichert er. Anschließend postet er ein Foto, wie er die Klinke einer Tür in der Hand hat. "Oh, come on!", schreibt er dazu. 

"Ich sehe gerade, dass es acht Stunden her ist", schreibt Tom am nächsten Tag auf Twitter. "Ich wollte euch nur wissen lassen, dass ich okay bin. Die Geschichte ging noch weiter, aber mein Akku war leer." Ab jetzt ist es also kein Liveticker mehr, sondern eine Nacherzählung. Bevor sein Handy ausgegangen sei, habe er mit seiner Frau telefoniert und ihr gesagt, dass er glaube, alles würde gut ausgehen. Dann habe er folgendes Video von der Zimmerdecke gemacht.

Man kann ein merkwürdiges Klopfgeräusch hören, das stellenweise lauter wird. Danach sei der Akku leer gewesen. "Ich habe da gelegen, auf die Decke starrend und auf meinen Tod wartend, als das Windspiel auf dem Verandaboden klappert und etwas Riesiges über das Dach rennt." In der Hoffnung, es sei nur ein Opossum gewesen, schlief er ein – und wurde davon geweckt, wie etwas oder jemand an die Haustür schlägt. Ohne Hose lief er zur Tür und sah einen großen Schatten dahinter. Wieder klopfte es. Also fragte er einfach: "WAS?" "Paket", antwortete es. "Nach der Nacht, die ich hatte, hätte ich niemals einem Fremden, der ein Paket an eine verlassene Hütte liefern will, die Tür geöffnet. Außerdem war ich nur in Unterwäsche. Und ich hätte die Tür sowieso nicht aufmachen können, weil ich sie aus Verzweiflung abgeschlossen habe und den Schlüssel nicht mehr finde."

Das unheimliche Paket

Der Mann an der Tür habe gefragt, ob er unterschreiben könne. "Ähm ... nein", antwortete Tom. Er solle das Paket doch einfach da lassen, fleht er. Wenig später postet er ein Foto von dem Paket, dass der Bote auf einem Stuhl auf der Veranda abgestellt hat. "Also, was denken wir? Ein noch schlagendes Herz oder eine gefangene Seele?", schreibt er dazu. Seine Follower wollen wissen, was in dem Paket ist – aber Tom traut sich nicht, es zu öffnen. Als er es mit ins Haus nimmt, sperrt er es sogar in den Sicherheitskäfig des Kaminofens. Plötzlich sehen die Twitter-User in jedem Foto, das er postet, eine gruselige Erscheinung. Es sähe aus, als ob im Kamin ein Teddybär sitzt und auf dem Foto von der Hütte letzte Nacht sei hinter den Jalousien der Umriss einer Gestalt zu sehen. "Das ist nicht hilfreich", antwortet Tom. 

Als er sich in den restlichen Räumen der Hütte umschaut, findet er einen alten Fernseher ohne Empfang, mit einem kleinen Stuhl davor. Das rauschende Bild erinnert an den Horrorfilm "The Ring". Und auch Tom findet: "Wie SPASSIG." Wieder im Bett, filmt er weitere Videos von den Geräuschen auf dem Dach. Man kann tatsächlich lautes Gepolter hören. 

Wahrer Horrorfilm oder Stoff für ein neues Buch?

Am nächsten Tag hat Tom wieder Neuigkeiten: Beim Durchstöbern der Nachttische hat er ein Buch gefunden. "Ernsthaft, ich wollte euch das erst gar nicht zeigen, weil es einfach so ... offensichtlich ist", schreibt er und postet ein Foto. Auf dem Cover steht: "This House is Haunted" ("Dieses Haus ist verflucht") von John Boyne. (Btw: Das Buch gibt es wirklich.) Aber tatsächlich ist dieses Detail so klischeehaft, dass man kaum glauben kann, das sich der Autor diese Geschichte nicht einfach ausgedacht hat. 

Nachdem ihn seine Follower gedrängt haben, den anderen Nachttisch zu inspizieren, gibt er nach und schaut in die Schublade. Noch ein Buch: "Games to Play with Babies" (Spiele, die man mit einem Baby spielen kann). "SO. VIEL. SCHLIMMER", schreibt Tom zu seinem Fund.

"Erinnert ihr euch an das Windspiel?"

Er bleibt auch am nächsten Tag nicht verschont. "Erinnert ihr euch an das Windspiel?", schreibt er. "Ich kann es schon wieder hören. Das einzige Problem ist, dass es gar nicht windig und das Ding nicht mehr draußen ist." Als Beweis postet er ein Bild, wie das Windspiel auf dem umheimlichen Paket im Haus liegt. Auf dem Foto entdeckt ein Twitter-User das nächste Detail aus der Hölle: Ein Teddy, den man im Hintergrund hinter dem Fenster findet. Tom findet die Entdeckung "nicht cool".

Doch so langsam fragt man sich als Leser und Zuschauer dieses Horror-Spektakels, ob das nicht alles ein bisschen zu viel des Guten – beziehungsweise Bösen – ist. Die ganze Story könnte auch super Stoff für das sein, was er in dieser Hütte versucht zu schreiben. Anschließend postet er noch ein Video, wie man etwas auf dem Dach kratzen hört, das zu versuchen scheint, den Kamin des Ofens hinab zu klettern. Und zum Ende des Videos hört man tatsächlich das Windspiel. 

Das ist aber noch nicht alles: Vor ein paar Stunden hat Tom ein weiteres Update gegeben. Jemand stand auf der Veranda und wollte ins Haus, um die Telefonleitung zu reparieren. Es gäbe allerdings keine, versichert Tom. Trotzdem lässt er ihn ins Haus und schickt ein Beweisfoto, auf dem man sieht, wie ein Mann im gestreiften T-Shirt auf dem Boden hockt. Der Mann sei direkt zu dem alten Fernseher, den er am Tag zuvor gefunden habe, gegangen.  

Jetzt auch noch die Schaukel ...

Als der angebliche Techniker "fertig" war, sei er einfach wieder gegangen, ohne wirklich etwas repariert zu haben, erzählt Tom. Direkt danach passiert aber die nächste Absurdität. Beim Blick in den Garten sieht Tom, dass sich die Kinderschaukel bewegt, obwohl kein Wind in Sicht ist. Auch davon schickt er ein Beweisvideo. Einige User meinen zu erkennen, dass der Schatten der Schaukel zu groß für das Objekt sei und es aussehen würde, als säße jemand auf ihr. (Das können wir so jetzt nicht bestätigen.)

Das letzte Update, das vor zwei Stunden (Stand: 28. März 11:00 Uhr) von Tom kam, war ein Screenshot von seinem Smartphone. "Ich wollte nur etwas hören, während ich zu einem Café fahre, aber Danke für deinen Input, Siri", schreibt er dazu. Auf dem Bild kann man erkennen, dass er Siri gebeten hat, "Westwing Weekly" – einen amerikanischen Podcast – abzuspielen. Stattdessen antwortet die Sprachassistentin aber: "Hast du mich versehentlich heraufbeschworen?" Nach den Nächten, die Tom in seiner Horrorhütte erlebt hat, ein bisschen unheimlich. 

Tom Taylors Trip scheint noch nicht vorbei zu sein, bislang hat er allerdings noch nichts weiteres gepostet. Es darf sich also weiter gegruselt werden. Wir sind schon jetzt ganz gespannt – egal, ob es sich hier um eine wahre Begebenheit handelt oder alles nur fake ist. 

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