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Scheinwelt Social Media: "Wieso mein Leben die Hölle ist": Youtuber trendet mit Video über Schulden

Der 22-jährige Gaming-Youtuber ViscaBarca behauptet, von seiner Schwester finanziell ruiniert worden zu sein und berichtet von seinem Leben hinter der Youtube-Fassade.

Youtuber sein klingt oft wie der absolute Traumberuf: Man macht, was einem Spaß bereitet, dreht darüber Videos und bekommt dafür noch viel Geld. Doch wie es hinter der Kamera wirklich aussieht, wenn es um Klickzahlen, Einfluss und Geldverdienen geht, bekommt der Zuschauer in den seltensten Fällen mit. Nun hat der 22-Jährige Anton Rinas, vor allem Gamern auch bekannt als ViscaBarca, damit gebrochen. In einem Video berichtet er über eine Stunde lang unter dem Titel "Wieso mein Leben die Hölle ist" von Schulden, Drogen und familiärem Zwist.

Schwester soll ihn in den Ruin getrieben haben

Mit über einer Million Followern auf seinem Kanal, der sich vorwiegend mit Gaming beschäftigt, gehört ViscaBarca zu den prominenteren deutschen Youtubern. Sein Clip führt mittlerweile sogar die deutschen Youtube-Trends an und hat zu zahlreichen Reaktionen andere Youtuber geführt. Auch Fans und Freunde des 22-Jährigen diskutieren die Geschichte tausendfach in den sozialen Netzwerken. Das dürfte auch daran liegen, dass Anton in seinem Video einerseits über seine Einnahmen und auch horrenden Ausgaben spricht, und andererseits berichtet, von seiner Schwester und deren Ehemann ruiniert worden zu sein – diese hätten über Jahre von ihm Geld erhalten und ihn damit in den Ruin getrieben.

Die Beziehung zu seiner Schwester ist damit nicht das erste Mal Thema in den sozialen Netzwerken. Denn ein Video von ihm erregte vor einigen Jahren große Aufmerksamkeit. Dort stellte Anton seine Schwester der Follower-Gemeinde vor – und das auf wenig geschwisterlich und sehr sexualisierte und klischeebehaftete Weise. Auch wenn das Video mittlerweile offline ist, luden andere Youtuber den Clip auf anderen Videoplattformen hoch und kommentierten mit Titeln wie "Gone Sexual, gone Incest". Auch dieses öffentliche Shaming habe ihn fertig gemacht, berichtet ViscaBarca.

Scheinwelt Social Media

Nun ist ein Video-Geständnis bei Youtubern nicht ganz ungewöhnlich, selbst wenn es in der Gaming-Szene, in der ViscaBarca unterwegs ist, deutlich seltener vorkommen mag als bei Lifestyle oder Sport-Youtubern. Doch hier berichtet ein gerade einmal 22-Jähriger davon, wie er offensichtlich von Erfolg, Geld, der Steuererklärung und auch vermeintlichen wohlmeinenden Vertrauten überfordert war.

Als ViscaBarca begann Anton 2013 mit Youtube. Zuerst war es nur ein Hobby, später konnte er damit seinen Lebensunterhalt verdienen. Damals sei er 17 Jahre alt gewesen und habe nur sehr wenige Bezugspersonen gehabt, berichtet er im Video. Daher habe er seiner Schwester und seinem Schwager vertraut, auch als diese ihn immer wieder um Geld baten. Solange, bis seine Konten gepfändet waren und noch darüber hinaus. Er sei zu gutmütig und naiv gewesen, um seiner Schwester die Leihgabe zu verwehren.

Mittlerweile will er sich von seinem familiären Umfeld und den Drogen losgesagt haben und versucht seine Schuldenproblematik zu lösen. Er wolle sich ändern und mehr auf Youtube konzentrieren, beteuert er. Die Reaktionen auf sein Video, zu dem ihm sein Freund und Youtube-Kollege "Scorpion" geraten hat, sind durchweg positiv und mit guten Wünschen versehen. Doch das Video von ViscaBarca macht erneut das Gap zwischen medialer Inszenierung in den Sozialen Netzwerken und der Wirklichkeit dahinter deutlich und zeigt, inwieweit junge Menschen vor und hinter der Kamera ohne genügend Aufklärung und Unterstützung einer Scheinwelt erliegen.

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lau
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