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Geschmackloser Scherz Youtuber gab Obdachlosem Oreo-Kekse mit Zahnpasta – dafür wurde er verurteilt

Oreo-Kekse mit Milchcreme-Füllung
Normalerweise haben Oreo-Kekse eine Milchcreme-Füllung – ein Youtuber ersetzte sie durch Zahnpasta
© Justin Sullivan / Getty Images
Der spanische Youtuber ReSet hat sich vor zwei Jahren einen demütigenden Scherz erlaubt: Er gab einem Obdachlosen mit Zahnpasta gefüllte Oreo-Kekse. Jetzt wurde er verurteilt. 

Um noch mehr Aufmerksamkeit im Netz zu bekommen, ließ sich der spanische Youtuber Reset vor zwei Jahren etwas sehr Fragwürdiges einfallen: 

Er ersetzte die Milchcreme-Füllung in Oreo-Keksen durch Zahnpasta und überreichte sie samt einem 20-Dollar-Schein einem Obdachlosen in Barcelona. Dieser biss nichts Böses ahnend hinein – und musste sich übergeben. Währenddessen hielt der Youtuber, der eigentlich Kanghua Ren heißt, auch noch die Handykamera drauf. Das erniedrigende Schauspiel lud er er im Anschluss auf seinem Kanal hoch. 

In dem Video sagte ReSet laut "Spiegel Online" unter anderem: "Vielleicht bin ich ein bisschen zu weit gegangen, aber schaut auf die positive Seite: Das hilft ihm, seine Zähne sauber zu machen. Ich glaube, er hat sie nicht mehr geputzt, seit er arm geworden ist." Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten. 

Das erniedrigende Video brachte dem Youtuber mindestens 2000 Euro ein

Trotzdem konnte der Youtuber das demütigende Video vorerst als Erfolg für sich verbuchen. Mit den Werbeeinnahmen des Videos soll er etwa 2000 Euro erzielt haben. 

Der Vorfall hatte sich bereits 2017 ereignet, aber bislang war unklar, wie hoch die Strafe für den 21-Jährigen ausfallen würde. Nun hat das spanische Gericht das Urteil gefällt, wie unter anderem die spanische Zeitung "El Pais" berichtet. 

Der Youtube-Star wurde zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt. Dass er diese auch tatsächlich antritt, gilt nach dem spanischen Recht jedoch als unwahrscheinlich. Fest steht jedoch, dass er einen Betrag von 20.000 Euro an den Obdachlosen zahlen muss. Seine Social-Media-Kanäle darf er außerdem fünf Jahre nicht benutzen. Denn auch in anderen Videos zeigte er laut der Richterin grausames Verhalten gegenüber seinen Opfern. Der Tochter des Obdachlosen habe er außerdem ein Schweigegeld von 300 Euro gezahlt. Genutzt hat es ihm nichts. 

Quellen: "El Pais", "Spiegel Online"

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ame

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